GESCHÄNDET von PATRICK BUROW – Meine Meinung …

Schon die ersten beiden Teile der Thriller-Reihe (SCHULD und ENTFÜHRT) haben mich total begeistert. Das liegt unter anderem am sympathischen Cold-Case-Team, das aus den verschiedensten Charakteren besteht … eine interessante Truppe, in der jeder eine spannende Vergangenheit mitbringt. Wir erfahren immer wieder ein bisschen mehr aus dem Leben der Figuren, das ist für mich einer der Pluspunkte an Buchreihen und gibt mir das Gefühl, die Protagonisten „zu kennen“ … jeder weitere Band ist wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Auch dieses Mal stimmt wieder die Balance aus Ermittlungsarbeit in einem spannendem Kriminalfall und den teils recht emotionalen Einblicken in das Privatleben der Figuren. Der Schreibstil ist lebendig, mitreißend und fesselnd.
Thrillertypisch darf auch mal etwas übertrieben oder die Realitätsnähe ein bisschen in den Hintergrund gerückt werden … manchmal schießt das Team schon übers Ziel hinaus mit seinen Methoden. Dass sie überhaupt noch Befugnisse haben und so viel bewegen können, grenzt stellenweise an ein Wunder. Die oft auch unorthodoxen Ermittlungswege machen das Ganze wieder besonders und zeugen vom großen Engagement der Truppe.

Super an der Reihe finde ich zudem, dass der Autor ja immer auch ein Stück weit aus dem Nähkästchen plaudert: als Strafrichter und früherer Staatsanwalt weiß er darüber Bescheid, was so hinter den Kulissen der Justiz abgeht. Man kann also ganz nebenbei noch ein bisschen Wissen sammeln.
Auch die schöne Stadt Hamburg lernt man durch die atmosphärischen Schauplatzbeschreibungen etwas kennen.

Die Thematik wurde wieder bestens aufbereitet und sowohl strafrechtlich wie auch psychologisch interessant beleuchtet … vor allem bei Leserinnen wird so manche Szene für Gänsehaut sorgen. Situationen, die man sich in den schlimmsten Alpträumen nicht ausmalen kann, aber trotz allem nie effektheischend präsentiert mit unnötigen Details. Es ist eher ein Psychothriller, würde ich sagen.

Das Lesen hat mir wieder einige Stunden bester Leseunterhaltung beschert und ich freue mich jetzt schon sehr auf weitere Abenteuer mit der liebgewonnenen Cold Case – Truppe!

Meine Bewertung:

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Print, 328 Seiten
erschienen am 19.11.2022
ISBN: 979-8363998812
Autor: Patrick Burow
Teil 3 der „Cold-Case-Team“-Thrillerreihe

STÜRMISCHES LAVANDOU von REMY EYSSEN – Meine Rezension …

Stürmisches Lavandou
Band 8 der „Leon Ritter“-Krimireihe
Ullstein Buchverlag
Autor: Remy Eyssen
ISBN 9783864932038
Erscheinungsdatum: 28.04.2022
Paperback 528 Seiten

Auf diese Fortsetzung habe ich mich schon sehr gefreut. Ich liebe die Reihe um Rechtsmediziner Leon Ritter, den es in die wunderschöne Provence verschlagen hat.

Das Besondere an der inzwischen achtteiligen Krimiserie sind nicht nur die wunderschönen und lebendig beschriebenen Schauplätze im idyllischen Südfrankreich, es sind auch die liebenswürdigen Protagonisten, die ich inzwischen ganz fest in mein Leserherz geschlossen habe.
Der deutsche Gerichtsmediziner Leon Ritter hat sich nach einem Schicksalsschlag für einen neuen Wirkungskreis in der Provence entschieden. Dort besitzt er ein altes Bauernhaus mit einem kleinen Weinberg und hat außerdem in den letzten Jahren eine sehr harmonische Beziehung mit Isabelle Morell aufgebaut. Sie ist Capitaine bei der örtlichen Polizei und gemeinsam lösen sie die kniffligsten Fälle.

Auch in diesem Band geht es wieder sehr blutig und grausam zur Sache. Der Autor beschreibt die Szenen aber nie übertrieben effektheischend, sondern eher realitätsnah und authentisch. Verbrechen sind nun mal nicht schön und harmlos.
Wieder wundervoll zu lesen waren die lebendigen Schilderungen von Landschaft, Umgebung, Leuten und provencetypischen Gewohnheiten … man fühlt sich wie im Urlaub. Was bei mir aber dieses Mal tatsächlich der Fall war: ich habe das Buch am Strand von Lavandou gelesen. 🙂

Wie immer beweist Leon den richtigen Riecher und kann den Fall am Ende lösen – wenngleich das nicht allen Kollegen von Isabelle gefällt.
Es wird spannend und einige Überraschungen und persönliche Verstrickungen machen das Ganze noch eindrücklicher.

Wie bei jeder Reihe: lest am besten alle Bücher nacheinander, so könnt ihr die privaten Entwicklungen optimal erleben, wenngleich die Fälle natürlich einzeln abgeschlossen sind. Es lohnt sich, ich freue mich schon auf den nächsten Teil!

RAQUEL – EIN POLIZEISCHWEIN ERMITTELT von HEIDI VAN ELDEREN – Meine Rezension …

Herausgeber:‎ Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 8. März 2022
Taschenbuch: ‎448 Seiten
ISBN-13: 978-3328107088
Autorin: Heidi van Elderen
Teil 3 der „saustarken Krimi-Reihe aus Portugal“

Meine Meinung:
Dies ist schon der dritte Teil der saustarken Reihe und ich könnte ewig weiterlesen, denn Raquel und ihr „Herrchen“ Fernando sind so liebenswert und sympathisch.

Wer die ersten beiden Bücher noch nicht kennt, der sollte am besten (wie eigentlich bei jeder Reihe) von vorne beginnen. Die Fälle sind zwar jeweils abgeschlossen, aber die stetigen Entwicklungen im privaten Bereich sind hier mindestens genauso wichtig.
Wenn man die vielen tollen Protagonisten mal ins Leserherz geschlossen hat, dann möchte man sie nicht mehr missen und fiebert immer wieder aufs Neue mit, wenn sie in gefährliche Abenteuer geraten.
Auch Raquel, das allseits beliebte Polizeischwein mit dem besonderen Riecher für alles Essbare, ist nicht gefeit vor Angriffen. Sie wird tatsächlich von einem Unbekannten entführt.

Durch den wundervoll-lebendigen Schreibstil von Heidi van Elderen ist man immer mitten im Geschehen und kann sich alles prima vorstellen. Die herrlichen, ausführlich beschriebenen Schauplätze, das Rauschen des Meeres, der harzige Duft der Pinien oder die Wärme der Frühlingssonnenstrahlen: vor allem Leser, die schon einmal in einer ähnlichen Gegend waren, sind mit allen Sinnen dabei.
Auch besonders an der Reihe sind die liebenswürdigen Kabbeleien innerhalb der Familie von Fernando, was ja schon einmal damit beginnt, dass seine Chefin gleichzeitig seine Zwillingsschwester ist.

Für mich war dieses Buch nicht nur beste Krimiunterhaltung, wenngleich es meist nicht sehr actionreich sondern eher gemächlich zugeht. Nebenbei konnte ich auch einiges lernen über Land und Leute, und ich weiß nun beispielsweise, dass es nicht nur einen Eichen-, sondern auch einen Pinienprozessionsspinner gibt. Eine nicht unwichtige Erkenntnis, wenn man in mediterranen Gebieten Urlaub macht.
Der Fall, den es diesmal zu lösen gilt, ist sehr abwechslungsreich und verzwickt. Es mangelt nicht an Verdächtigen und immer wieder sorgen neue Erkenntnisse für überraschende Wendungen.

Die Reihe ist eine wunderbare Mischung aus Spannung, Emotionen, Humor, Informationen und Urlaubsfeeling und wir dürfen am Leben einer sehr sympathischen Familie teilhaben … für mich die perfekte Leseunterhaltung!

Bewertung:

DER TEEPALAST von ELISABETH HERRMANN – Meine Rezension …

Verlag: GOLDMANN
Erscheinungsdatum: 27.09.2021
ISBN: 978-3-442-49211-4
656 Seiten, Paperback
Autorin: Elisabeth Herrmann
LESEPROBE

Meine Meinung:
Das Buch ist wirklich dick, aber trotzdem möchte man es fast in einem Rutsch durchlesen, wenn man mal richtig in der Story drin ist. Und das dauert nicht lange, denn es ist praktisch von der ersten Seite an extrem fesselnd und spannend. Man merkt einfach, dass hier eine erstklassige Krimiautorin am Werk ist.
Natürlich handelt es sich beim „Teepalast“ nicht um einen Krimi, aber deshalb liest es sich nicht weniger mitreißend. Wir dürfen eine sehr starke junge Frau auf ihrem gesamten Lebensweg begleiten, der alles andere als gewöhnlich und eintönig ist.

Lene Vosskamp wächst in sehr ärmlichen Verhältnissen auf und als Frau hat sie im Jahr 1834 sowieso keine rosige Zukunft vor sich. Die Welt wird von Männern dominiert und diese missbrauchen ihre Überlegenheit auch nicht selten. Durch einen Zufall erhält Lene eine wertvolle Silbermünze, deren Bedeutung ihr zunächst nicht bewusst ist.
Erst im Lauf der Geschichte erfährt sie, welch großer Schatz ihr da in die Hände gefallen ist. Die Münze berechtigt den Besitzer zum Handel mit Tee, allerdings am anderen Ende der Welt: in China. Der Weg dorthin ist ohne Geld und vor allem als Frau eigentlich nicht zu schaffen. Doch das scheinbar Unmögliche hält Lene niemals davon ab, ihr Glück zu versuchen. Wenngleich sie auf ihrem Weg extrem viele Rückschläge hinnehmen muss, lässt sie sich nicht beirren.

Es gibt viele sympathische Figuren in dieser Geschichte, die es einem leicht machen, wirklich mitzufiebern. Elisabeth Herrmann hat sich eine wundervolle Besetzung ausgedacht und auch ihre Schauplätze wirken stets lebendig und authentisch. Der Schreibstil ist mitreißend, krimispannend, manchmal humorvoll und oft emotional – immer perfekt auf die Situation abgestimmt. Eine rundum gelungene Mischung für einige Stunden beste Leseunterhaltung.
Ganz nebenbei erhält man noch einen tollen Einblick in die damalige Lebenssituation, dank der sorgfältigen Recherchen fühlt man sich wie auf einer Zeitreise.

Mir hat es sehr gefallen, Lene bei ihren aufregenden Abenteuern zu begleiten. Auch nach 650 Seiten hatte ich das Gefühl, noch weiterlesen zu wollen. Dieses Buch kann ich nur empfehlen, es lohnt sich!

Bewertung: