HITZETOD von Mark Pearson – Meine Rezension …

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (14. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442472636
ISBN-13: 978-3442472635
Originaltitel: Hard Evidence
Autor: Mark Pearson

Die gesamte bisherige Reihe:

Die Geschichte:
In London wird eine Prostituierte in ihrer Wohnung tot aufgefunden. DI Jack Delaney kannte die Frau und jetzt soll er den grausamen Mord an ihr aufklären. Allerdings hat das bei seinen Kollegen eine geringe Priorität, denn gleichzeitig ist auch ein 12-jähriges Mädchen verschwunden.
Jack folgt einigen Spuren und als eine weitere Leiche auftaucht, wird immer klarer, dass mehr hinter der Sache steckt. Am Ende wird er gar selbst zum Verdächtigen und muss in einem atemlosen Wettlauf gegen die Zeit seine Unschuld beweisen und die wahren Täter finden …

Meine Meinung:
Mir hat der erste Teil dieser Reihe sehr gut gefallen, denn Mark Pearson hat einen ungekünstelten, prima zu lesenden Schreibstil und die Charaktere, die er sich ausgedacht hat, fand ich sehr sympathisch.
Die Hauptrolle spielt Jack Delaney, der sich ein bisschen in die Riege der leicht depressiven, suchtkranken Ermittler einreiht, die wir aus anderen Krimis oder Thrillern kennen. Nichtsdestotrotz mochte ich ihn gleich sehr gerne, denn er nimmt kein Blatt vor den Mund und er hat auch eine weiche Seite, die immer wieder deutlich zum Vorschein kommt. Schon allein im Umgang mit seiner kleinen Tochter, die nach dem tragischen Tod seiner Frau bei deren Schwester aufwächst. Jack handelt auch gern abseits der Dienstvorschriften und das stößt natürlich nicht überall auf Gegenliebe, so dass er im Kollegenkreis nicht nur Freunde hat.

Sehr gut gefallen hat mir, dass es eigentlich keine wirklichen Nebenhandlungen gibt, denn der Autor hat alles so gekonnt miteinander verknüpft, dass auch die Einblicke in Jacks Privatleben immer perfekt in die Story passen.
In Rückblicken erfahren wir, was Jack geprägt hat: Erlebnisse in seiner Kindheit, aber auch der schlimme Tod seiner Frau, der erst vier Jahre zurückliegt.
Die Ermittlungen werden recht glaubwürdig dargestellt mit einigen Verhören und vielen Nachforschungen. Im Verlauf der Geschichte wird alles immer undurchsichtiger und man weiß oft nicht, wem man noch trauen kann bzw. wem Jack noch vertrauen sollte.
Thematisch geht es in der Story um Kindesmissbrauch, Erpressung, Prostitution, Korruption und vieles mehr. Langweile kommt dabei sicher keine auf. Blutige Szenen halten sich übrigens in Grenzen, so dass auch empfindlichere Leser zu diesem Buch greifen können.

Mich hat “Hitzetod” bestens unterhalten und ich fand es sehr fesselnd und spannend. Das Ende des Buches ist stimmig und macht mit einem kleinen Cliffhanger neugierig auf den nächsten Teil der Reihe.

Fazit:
Ein spannender Thriller mit einem Ermittler, der nicht immer nach Vorschrift handelt. Fesselnd, emotional und prima zu lesen!

Bewertung:
5pfoten

MOORFEUER von Nicole Neubauer – Meine Rezension …

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. Januar 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373410212X
ISBN-13: 978-3734102127
Autorin: Nicole Neubauer

Die gesamte bisherige Reihe:

Die Geschichte:
Eine ältere Frau wird im Freisinger Moos tot aufgefunden: lebendig verbrannt auf einem Scheiterhaufen – wie eine Hexe. Die Spuren am Tatort sind äußerst dürftig und erste Hinweise führen nur zu einem nahen Haus, in dem die Tochter der Ermordeten lebt.
Das Team der Münchner Mordkommission um Hauptkommissar Waechter hilft den Kollegen der Kripo Erding bei den Ermittlungen, was nicht immer ohne Kompetenzgerangel bleibt. Vor allem Hannes hat mal wieder einige Schwierigkeiten, sich unterzuordnen.
Die Nachforschungen führen in verschiedenste Richtungen und auch alter Aberglaube wird dabei nicht ausgespart. Ob Waechter und seine Leute den Täter so finden werden?

Meine Meinung:
Schon den ersten Teil der Reihe fand ich ganz gelungen, aber hier hat sich die Autorin sehr gesteigert: “Moorfeuer” hat mir bestens gefallen.
Bei Nicole Neubauer stehen eindeutig die Menschen im Vordergrund, keine hochtechnischen Ermittlungsspielereien oder ausschweifende Erklärungen zu irgendwelchen Autopsieergebnissen. Stattdessen: viele Dialoge, Emotionen und ein umfassender Blick hinter die Fassade.

Ihre Protagonisten wirken absolut glaubwürdig, sind durch ihre zahlreichen Ecken und Kanten einfach Menschen wie du und ich. Hauptkommissar Waechter erscheint nach außen wie ein harter Kerl, aber er hat einen sehr weichen Kern und ein kleines Problem mit seiner Wohnung. Gegen die Schwierigkeiten seines Kollegen Hannes Brandl ist das allerdings nichts: der kann sein Temperament zuweilen schlecht im Zaum halten und neigt zu gefährlichen Alleingängen. Ausgleichender Pol zwischen den beiden ist oft Oberkommissarin Elli Schuster, die die Wogen wieder glättet.
Alle drei Ermittler sind mir sehr sympathisch und sie bilden ein tolles Team.

Neben einer vielschichtigen Krimihandlung, die interessante verschlungene Wege geht, spielt das Privatleben der Polizisten eine große Rolle in diesem Buch. Allerdings wirken diese Details niemals wie Nebenschauplätze, sondern sind sehr geschickt mit der Haupthandlung verwoben. Manchem Leser mag das zu viel Ablenkung sein, mir hat es aber super gefallen, denn so wachsen einem die Protagonisten noch mehr ans Leserherz.
Spannung ist auch genügend vorhanden, so dass man immer wissen möchte, wie es weitergeht und das Buch nur noch ungern aus der Hand legt. Die häufigen Wechsel der Schauplätze sorgen zusätzlich für fesselnde Unterhaltung und ein zuweilen hohes Tempo.

Sehr interessant fand ich auch die Rückblenden in die spätere Nachkriegszeit und die Einblicke in den Aberglauben der vorwiegend ländlichen Bevölkerung. Wirklich erschreckend und wohl näher an der Wahrheit, wie man sich vorstellen möchte, denn in manchen Ländern wird so etwas ja heute noch praktiziert.

Fazit:
Spannender, vielschichtiger Krimi mit zahlreichen Einblicken in das Privatleben der Ermittler. Bitte mehr von dieser Truppe!

Bewertung:
5pfoten

GRABESTREU von Colette McBeth – Meine Rezension …

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. Januar 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442383498
ISBN-13: 978-3442383498
Originaltitel: The Life I left behind
Autorin: Colette McBeth

Die Geschichte:
Melody Pieterson ist eine junge Frau, die in ihrem Leben bereits eine sehr schlimme Erfahrung machen musste: sie wurde vor fünf Jahren von einem Unbekannten überfallen und gewürgt. Nur der Umstand, dass der Täter sie für tot hielt und sie rechtzeitig ärztliche Hilfe bekam, ließ sie den Angriff überleben. Was blieb, sind allerdings große seelische Wunden, denn sie schottet sich von ihrer Außenwelt ab und hat nur noch wenig soziale Kontakte.
Verhaftet wurde für diese Tat ein ehemaliger Freund von ihr, der nun aber wieder frei ist und seine Strafe abgesessen hat.
Weniger Glück hat die 30-jährige Eve, denn bei ihr vollendet der Täter sein Verbrechen und legt sie schließlich am gleichen Ort ab wie Mel damals.
Eve ist zwar tot, aber sie kann nicht wirklich Frieden finden: sie muss verhindern, dass Mel ein zweites Mal in die Fänge des Mörders gerät …

Meine Meinung:
Dass Eve quasi irgendwie als Geist durch die Story spukt, klingt zunächst vielleicht etwas nach Fantasy, aber die Autorin hat das so toll geschrieben, dass es einfach passt und mit dem Rest bestens harmonisiert.

Es handelt sich hier um einen super durchdachten Psychothriller, der sehr fesselnd und spannend ist. Die Kapitel wechseln zwischen Mel, Eve und der Ermittlerin DI Rutter und so wird alles aus verschiedenen Perspektiven erzählt und beleuchtet.
Melody ist allerdings die Hauptperson, über ihr Leben erfahren wir sehr viel. Sie war mir durchaus sympathisch, obwohl sie natürlich durch ihr schlimmes Erlebnis zunächst doch recht schrullig wirkt.
Auch Eve mochte ich gleich und habe auch mit ihr mitgefiebert, obwohl ja von Anfang an klar ist, dass es kein gutes Ende haben wird.
Man kommt der Wahrheit Stück für Stück näher und ist sich trotzdem niemals sicher, aus welcher Ecke denn nun die wirkliche Gefahr droht. Einige Szenen sind wirklich erschreckend und man möchte selbst niemals in solch eine Situation geraten.
Was den Blutfaktor betrifft: hier ist das Buch harmlos und damit auch für empfindlichere Lesermägen geeignet.

Einziger Kritikpunkt ist für mich der zu ausführliche, zuweilen mit Details überladene Schreibstil von Colette McBeth. Hier wären einige Kürzungen durchaus angebracht, um Längen zu vermeiden und noch etwas mehr Tempo in die Story zu bringen. Aber das Buch lässt sich prima flüssig lesen und auch die Dialoge wirken glaubwürdig.

Fazit:
Ein fesselnder Psychothriller, der mir manchmal etwas zu detailreich erzählt wurde. Trotzdem: spannend und gut zu lesen!

Bewertung:
4pfoten

BEIJING BABY von Volker Häring – Meine Rezension …

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Conbook Medien; Auflage: 1 (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3958891004
ISBN-13: 978-3958891005
Autor: Volker Häring

Die Geschichte:
Die junge Kommissarin Xiang Xia hat sich aus der Provinz nach Peking versetzen lassen. Dort teilt sie sich das Büro mit Inspektor Wang, der eigentlich schon eher im Rentenalter ist.
Ihr erster gemeinsamer Fall, den sie aufzuklären haben, ist der Tod einer Studentin, die von der Dachterrasse des Theaterinstitutes gestürzt ist. War es wirklich Selbstmord oder steckt mehr dahinter?
Die Nachforschungen der Polizei zeigen bald, dass sich die tote Xiao Fang nicht nur ihrer Ausbildung gewidmet hat, sondern einigen Nebenjobs nachging. Die Spur führt in einen Sumpf aus Korruption und Lügen und mitten hinein ins Rotlichtmilieu.

Meine Meinung:
Auf diesen Krimi war ich sehr gespannt, denn er entführt den Leser in eine Welt, von der wir meist nur wenig Ahnung haben. Der Autor hat allerdings selbst längere Zeit in Peking verbracht und so einen sehr lebendigen Einblick erhalten. Sein Wissen über Politik, Kultur, landestypische Speisen, Getränke, Bräuche und vieles mehr hat er in geballter Form in dieses Buch gepackt.
Zunächst hat mich das Ganze fast noch etwas überfordert, das begann schon mit den vielen X-Wörtern, vor allem bei den Namen der Figuren. Ein kleiner Kulturschock, wenn man so will … mit der Zeit gewöhnt man sich allerdings langsam daran und man bekommt ja sowieso zunehmend ein besseres Bild von den Protagonisten, so dass man sie gut auseinanderhalten kann.

Die Hauptperson ist die junge Kommissarin Xiang Xia, die mir recht sympathisch war. Sie verkörpert den eher modernen Teil der Geschichte und bildet einen wunderbaren Kontrast zum älteren Wang, der ein richtiges chinesisches Urgestein ist.

Durch die vielen Erklärungen zu Land und Leuten kam für mich leider weniger Spannung auf, denn die Ermittlungen ziehen sich auch durch zahlreiche Dialoge und Verhöre gefühlt in die Länge. Aber angesichts der gelungenen Auflösung war alles in sich sehr stimmig und die Story bietet für große Action auch einfach keinen Anlass.

Durch diesen Krimi habe ich viel über China gelernt. Die Geschichte liest sich flüssig und ist faszinierend, erschreckend und auch ein bisschen humorvoll. Die Schauplätze wirken sehr anschaulich und atmosphärisch, weckten aber in mir jetzt nicht unbedingt die Reiselust.
Übrigens: wer gerne mal auf chinesisch schimpfen möchte, der findet im Buch auch viele Anregungen. 🙂

Fazit:
Viele Infos über Land und Leute machen dieses Buch beinahe zu einem Reiseführer für Peking: interessant und bestens durchdacht! Gute Krimiunterhaltung mit Mehrwert!

Bewertung:
4,5pfoten

DIE TOTENTÄNZERIN von Max Bentow – Meine Rezension …

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (15. Dezember 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442481503
ISBN-13: 978-3442481507
Autor: Max Bentow

Die gesamte “Nils Trojan”-Reihe:

Die Geschichte:
Im dritten Teil der Reihe wird es wieder sehr persönlich für Nils Trojan: ausgerechnet die Frau seines eigenen Chefs steht im Verdacht, eine Reihe kaltblütiger Morde begangen zu haben. Er schwankt zwischen Pflichtbewusstsein und Vorschriftentreue und der Loyalität zu Hilmar Landsberg. Bald wird er selbst zum Ermittlungsleiter und gerät damit ins Visier des Täters, der Paare in ihrem eigenen Schlafzimmer überfällt und tötet …

Meine Meinung:
Nils Trojan ist ein Charakter, den ich sehr gerne mag, denn er wirkt sehr authentisch und menschlich. Er ist kein übermächtiger Superermittler, sondern hat auch mit einigen persönlichen Problemen zu kämpfen. Trotzdem ist er nicht der abgewrackte, depressive Typ, wie wir ihn in manchen Krimi- oder Thrillerserien finden. Er hat eine Tochter, für die er alles tun würde und seit Kurzem gibt es auch wieder eine Frau in seinem Leben.
Auch die anderen Figuren in dieser Geschichte erscheinen sehr lebendig, glaubwürdig und alles andere als eindimensional. Bestens vorstellbar sind auch die gut beschriebenen Schauplätze, alles wirkt sehr atmosphärisch.

Das Buch wird ja als “Psychothriller” bezeichnet, da würde ich eigentlich weniger blutige Szenen erwarten. Aber im Gegensatz zu den vorherigen Bänden waren die Morde wirklich nicht ganz so schlimm. Die Spannung entsteht zum Großteil aus den vielen Wirren, alten Geheimnissen, unverarbeiteten Kränkungen und Psychoterror der besonderen Art. Man kann mit den Opfern gut mitfühlen, werden sie doch in ihrem privatesten Umfeld bedroht – das geht sehr nahe.
Viele falsche Spuren und eine gut durchdachte Story sorgen dafür, dass man das Buch nicht mehr weglegen will.
Mir hat auch der dritte Teil der Reihe bestens gefallen und ich freue mich jetzt schon auf Nachschub.

Fazit:
Fesselnde, vielschichtige Unterhaltung mit vielen Verdächtigen – bestens durchdacht, spannend bis zum Schluss.

Bewertung:
5pfoten

BLUTWIND von Jakob Melander – Meine Rezension …

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (16. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442479576
ISBN-13: 978-3442479573
Autor: Jakob Melander

Die gesamte bisherige “Lars Winkler”-Reihe:

Die Geschichte:
Mordermittler Lars Winkler ist nach zweimonatiger Auszeit wieder im Dienst und wird gleich an den Fundort einer ungewöhnlichen Leiche gerufen: die tote Frau wurde konserviert und außerdem wurden ihr beide Augen entfernt.
Lars ist es allerdings unmöglich, weiterhin mit seinem Vorgesetzten Ulrik zusammenzuarbeiten, denn er ist der Grund für seine laufende Scheidung. Er beantragt deshalb seine Versetzung und wird prompt von den Mordermittlungen abgezogen. Stattdessen soll er eine grausame Vergewaltigungsserie aufklären.
Lars ahnt zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass es am Ende sehr persönlich für ihn wird: eine Freundin seiner Tochter wird zum Opfer …

Meine Meinung:
Das Buch beginnt gleich mit einer Rückblende ins Jahr 1953, es folgen noch weitere Zeitsprünge, die uns teilweise in die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs mitnehmen. Diese Reisen in die Vergangenheit fand ich gleichermaßen erschreckend wie auch interessant, die Geschichte erstreckt sich so über mehrere Generationen.

Menschliche Abgründe tun sich hier auf in verschiedensten Formen. Der Autor hat extrem viele Themen in dieses eine Buch gepackt: von Kindesmissbrauch über Vergewaltigung, Mord, Folter, Verstümmelung, verschiedenste Ausprägungen von Geisteskrankheit, Familiendramen, Drogenmissbrauch und Menschenhandel. Alles ganz interessant, aber das sorgt auch dafür, dass die Story manchmal etwas überfrachtet wirkt.
Auch bei eher nebensächlichen Dingen tritt eine auffällige Häufung auf, die mich in einem Fall zunehmend gestört hat: ohne Zigaretten geht in diesem Buch irgendwie überhaupt nichts.

Die Charaktere fand ich sehr interessant und Lars als Protagonist war mir nicht unsympathisch. Er hat zwar leider so seine Macken, aber wer hat die – auch im richtigen Leben – nicht? Er wirkt dadurch recht authentisch, genau wie seine Tochter, einige Kollegen und die vielen Durchgeknallten in der Story.
Absolut atmosphärisch und mit der richtigen Menge an Details beschreibt Jakob Melander seine Schauplätze. Man kann sich immer alles bestens und sehr lebendig vorstellen.
Auch sehr bildlich erläutert werden die doch vergleichsweise ekligen, blutigen und grausamen Szenen der Geschichte, die eher nichts für zartbesaitete Leser sind.

Es ist ein Thriller, bei dem man sehr gut miträtseln und allerdings auch schon zu einem frühen Zeitpunkt große Teile der Auflösung erkennen kann. Fesselnd fand ich das Buch trotzdem noch, denn durch die vielen Handlungsstränge kommt niemals Langeweile auf.
Im privaten Bereich von Lars bleibt am Ende so einiges offen, was wohl im nächsten Band geklärt werden könnte. Die Reihe werde ich im Auge behalten und ich bin gespannt, wie sich alles weiter entwickelt.

Fazit:
Von allem zwar ein bisschen zu viel, aber insgesamt doch gut zu lesen und durchaus spannend.

Bewertung:
4pfoten

PUPPENRUHE von Ben Bauhaus – Meine Rezension …

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Lyx (14. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 373630174X
ISBN-13: 978-3736301740
Autor: Ben Bauhaus

Die gesamte bisherige “Johnny Thiebeck”-Reihe:

Die Geschichte:
Im dritten Teil der Reihe lässt sich Johnny Thiebeck (ein Ex-Mordermittler) verdeckt in die Drogenszene von Berlin einschleusen. Er soll herausfinden, was es mit der neuen Droge “Boom” auf sich hat.
Zur gleichen Zeit ist anscheinend ein irrer Serienmörder am Werk, der seine Opfer bestialisch foltert und nach längerer Zeit erst grausam tötet. Auch in diesem Fall führen alle Spuren ins Drogenmilieu. Handelt es sich gar um die Anfänge eines Bandenkriegs?
Johnny ist jedenfalls mittendrin und taucht schnell richtig ein in seine Rolle als “Johnny Ticker”. Mit seiner gewohnt flexiblen Art gelingt es ihm auch bald an Informationen zu gelangen, die ihn allerdings auf eine Spur führen, die ihn selbst in größte Gefahr bringt …

Meine Meinung:
Johnny Thiebeck ist ein recht widersprüchlicher Charakter: einerseits der taffe Privatermittler, der sich kaum um Gesetze und Vorschriften schert, um ans Ziel zu kommen – und der als trainierter Boxer auch einer Auseinandersetzung nicht aus dem Weg geht. Andererseits ist er aber auch ein sensibler und absolut sympathischer Kerl, der für seine Freunde alles tun würde.
Besonders wenn man bereits die Vorgeschichte aus den ersten beiden Bänden kennt, muss man Johnny einfach mögen. Wenn man erst mit diesem Buch startet, erhält man zwar einige Infos über seine Vergangenheit, aber ich würde unbedingt dazu raten, alles komplett der Reihe nach zu lesen. Johnnys Privatleben und seine Leidenschaft für das ungewöhnliche “Schachboxen” spielen nämlich immer eine größere Rolle und so gewinnt die Figur stets weiter an Tiefe.
Auch einige andere bereits liebgewonnene Charaktere sind in “Puppenruhe” wieder mit von der Partie: Johnnys Ex-Partnerin Jana und Henni Herzog, sowie die Jungs aus dem Boxclub. Aber es gibt auch eine Menge neuer Figuren, die ich oft sofort sympathisch fand.
Ben Bauhaus erschafft immer Charaktere mit sehr viel Persönlichkeit und Individualität, die sehr glaubwürdig wirken, da sie nicht eindimensional daherkommen. Man kann sie sich genauso bildlich vorstellen wie die Schauplätze, an denen sie agieren.

Mitunter am besten gefällt mir an diesem Thriller, dass der Autor immer wieder die konventionelle Grenze zwischen “Gut” und “Böse” verschiebt. Hier gibt es absolut sympathische Menschen in Rollen, die eigentlich das Gegenteil verkörpern sollten. Andererseits begeht beispielsweise Johnny immer wieder Straftaten, um an sein Ziel zu gelangen. Es entsteht eine Grauzone, in der man nie weiß, wem man vertrauen kann und wem besser nicht.
Das sorgt zusätzlich für Spannung, obwohl es davon sowieso genug gibt in diesem fesselnden Buch mit vielen Überraschungen.
Auch an Blut, Innereien und kreativen Folter- und Tötungsmethoden kann dieser Thriller mit seinen Vorgängern mithalten. Allerdings sind es wenige Szenen, die das betrifft und diese werden auch nicht unnötig in die Länge gezogen.

Mir hat es sehr viel Lesevergnügen bereitet, wieder mit Johnny auf Verbrecherjagd zu gehen und das Ende des Buches war ganz nach meinem Geschmack – und für einen Thriller fast zu schön. Hoffentlich gibt es bald eine Fortsetzung, ich freu mich sehr darauf!

Fazit:
Ein Thriller, bei dem die Grenze zwischen Gut und Böse so verschwimmt, dass man nie weiß, wem man trauen darf. Hochspannend, emotional und mit tollen, vielschichtigen Charakteren! Unbedingt lesen – aber möglichst alle Bände der Reihe nach!

Bewertung:
5pfoten

GLITZER, GLAMOUR, WASSERLEICHE von Tatjana Kruse – Meine Rezension …

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: Haymon Verlag; Auflage: 1 (5. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3852189780
ISBN-13: 978-3852189789
Autorin: Tatjana Kruse

Verlagsspecial zum Buch

Die gesamte bisherige “Pauline Miller”-Reihe:

Die Geschichte:
Die Opernsängerin Pauline Miller ist mit ihrer Entourage in Bregenz angekommen. Sie darf auf der berühmten Seebühne die Hauptrolle in “Turandot” singen. Mit in ihrem Gefolge ist nicht nur ihr geliebter Hund Radames, sondern auch ihr Vater, der sie häufiger in peinliche Situationen bringt.
Doch das könnte Pauly ja noch verkraften, aber viel schlimmer ist die Tatsache, dass in Bregenz ein gemeiner Hundeentführer sein Unwesen treibt. Und dann ist tatsächlich Radames verschwunden …
Pauline ist krank vor Sorge und zu allem Überfluss taucht auch noch eine Wasserleiche auf!

Meine Meinung:
Den ersten Teil der Reihe kenne ich zwar nicht, aber das ist für das Verständnis auch nicht nötig. Man kann diesen Krimi auch gut einzeln lesen. Die Charaktere werden allesamt sehr gut beschrieben und man kann sich alles richtig bildlich vorstellen.
Pauline wäre im wahren Leben wohl kaum meine Freundin, denn sie ist schon sehr speziell und pflegt auch gern ihren Ruf als Diva. Aber was uns absolut verbindet, das ist unsere Liebe zu unseren Hunden.
So ist es nicht verwunderlich, dass Boston Terrier Radames eine große Rolle in diesem Buch spielt: ohne ihn geht bei Pauly gar nichts. Als er dann verschwunden ist, habe ich echt mit ihr mitgelitten.

In manchen Krimis gibt es ja mehrere Handlungsstränge und Nebenhandlungen, aber hier ist alles absolut gekonnt miteinander verwoben, so dass nichts überflüssig wirkt. Nur die Wasserleiche hat ihren ganz eigenen Auftritt bekommen – und der sorgte bei mir immer für extrem viel Schmunzeln.
Tatjana Kruses Schreibstil ist einfach super: ironisch-witzig und trotzdem schafft sie es, auch Spannung aufkommen zu lassen. So manche Formulierungen oder Eigenheiten der skurrilen Figuren (wie ein narkoleptischer Hund) sorgen dafür, dass man stellenweise wirklich lachen muss – bei allem gebotenen Ernst, wenn es um Entführungen und Wasserleichen geht.

Hat man das Buch einmal in der Hand, will man es gar nicht mehr weglegen. Als ich fertig war, hatte ich das Gefühl, dass ich gerne noch weiterlesen möchte, aber das Ende war so stimmig und rund, dass dem eigentlich erst mal nichts mehr hinzuzufügen ist. Über ein weiteres Abenteuer mit Pauly, Radames und dem Rest der Truppe würde ich mich allerdings schon freuen, denn es hat wirklich sehr großen Spaß gemacht!

Fazit:
Der supertolle humorvolle Schreibstil sorgt dafür, dass man dieses Buch gar nicht mehr weglegen möchte. Doch auch die Spannung kommt in diesem gut durchdachten Krimi nicht zu kurz. Unbedingt lesen!

Bewertung:
5pfoten

NIGHT FALLS von Jenny Milchman – Eine Gastrezension von Tina …

Taschenbuch: 480 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (15. Juli 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548287557
ISBN-13: 978-3548287553
Originaltitel: As Night Falls
Autorin: Jenny Milchman

Tinas Meinung zum Buch:

Sandra wohnt mit Mann Ben und Tochter Yvi in einem etwas abgelegenen Haus. Eines Abends schleichen sich 2 Unbekannte an, die aufgrund ihrer Kleidung wahrscheinlich aus dem Gefängnis geflohen sind. Damit beginnt eine albtraumhafte Nacht für Sandra und ihre Familie, die sie unweigerlich in ihre Kindheit zurückführt.

Schon der Anfang verlief ein kleines bisschen schleppend. Die Autorin geht sehr genau auf die einzelnen Protagonisten ein und verliert sich dabei schon mal in der ein oder anderen Alltagsszene. Der Klappentext verrät sehr viel über die Handlung, im Grunde genommen beinhaltet der Thriller einen zeitlichen Umfang von wenigen Stunden und schweift mit kurzen Kapiteln in die Vergangenheit ab. Viele Szenen wirken dadurch übertrieben “übererzählt” um auf Teufel komm raus Spannung zu erzeugen.

Frau Milchman benutzt für ihre Handlung ein außergewöhnliches Stilmittel; durch Szenen und Abläufe, die so detailliert beschrieben sind, dass sie wie in Zeitlupe ablaufen, versucht sie der Spannungskurve Herr zu werden. Dies gelingt aber nur bedingt. Man ahnt bereits was als nächstes geschieht und hat oft das Gefühl die handelnden Personen erstmal kräftig durchschütteln zu müssen.

Die Protagonisten sind mehr als skurril. Zwei Verbrecher, von denen der eine kaum bis 10 zählen kann, der andere allerdings überdurchschnittlich intelligent sein soll. Merken tut man allerdings bei Letzterem davon auch nicht viel.

Ein sehr enttäuschendes Ende rundet den Lesealbtraum dann schließlich ab.

Fazit: Ein Thriller der absolut nicht überzeugt und sehr viele Schwächen hat. Ich wollte erst gut gemeinte 3 Sterne geben, entscheide mich aber für die teilweise unsinnigen Abläufe für 2 Sterne.