JETZT, BABY von JULIA ENGELMANN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: Originalausgabe, 1. Auflage (17. Oktober 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485681
ISBN-13: 978-3442485680
Autorin: Julia Engelmann

Meine Meinung:
Mit der Kunstform des „Poetry Slam“ habe ich mich bisher nicht wirklich befasst und so war ich umso gespannter auf dieses kleine Büchlein, das ich geschenkt bekommen habe.

Julia Engelmann hat hier Texte verfasst, bei denen man merkt, dass sie von Herzen kommen. Je nach eigener Lebenssituation wird man sich mal mehr, mal weniger angesprochen fühlen.
Auch wenn ich nach Genuss dieser Lektüre zugeben muss, dass „Poetry Slam“ nicht so mein Ding ist, war ich an manchen Stellen fast zu Tränen gerührt. Die Texte haben also durchaus eine große Wirkung auf den Leser, sind ehrlich, emotional und vielfältig. Es geht um Liebe, Erwachsenwerden, Alter, Familie und vieles mehr.

Für Fans dieser Kunstform sehr empfehlenswert, für alle Übrigen: traut euch und versucht es. Vielleicht entdeckt auch ihr einige Zeilen, die euch mitreißen. Mir hat es gut gefallen.

Bewertung:

ENGELSSCHULD von EMELIE SCHEPP – Meine Rezension …

Taschenbuch: 448 Seiten
Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (18. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3734104696
ISBN-13: 978-3734104695
Originaltitel: Prio Ett

Meine Meinung:
Nach den ersten beiden Bänden „Nebelkind“ und „Weißer Schlaf“ ermittelt das Team aus Staatsanwältin Jana Berzelius und den Kriminalern Henrik Levin und Mia Bolander nun wieder in einem spannenden und sehr blutigen Fall. Ein Serienmörder verstümmelt brutal seine Opfer und lässt sie dann langsam qualvoll verenden.
Als weitere Hauptperson tritt der Notfallsanitäter Philip Engström in den Mittelpunkt der Geschichte. Er war mir leider als Charakter ziemlich unsympathisch, aber auch mit Jana und Mia konnte ich mich nicht hundertprozentig anfreunden. Am meisten mochte ich Henrik, der am normalsten und nettesten wirkt von allen. Zwischen Jana und Mia herrschte mir zu viel Spannung und „Zickenkrieg“.

Die Story ist recht gut aufgebaut und es gab einige spannende Momente. Fesselnd war das Buch auf jeden Fall, wenn auch phasenweise etwas zu ausführlich für meinen Geschmack. Der Schreibstil liest sich flüssig, man muss allerdings – besonders am Anfang – schon etwas konzentriert lesen, da man mit ständigen Szenenwechsel innerhalb eines Kapitels konfrontiert wird. Wenn man dann alle beteiligten Personen erst einmal kennt, kann dieser schnelle Wechsel schon für Tempo und Spannung sorgen. Etwas seltsam fand ich einige Dialoge, was möglicherweise auch der Übersetzung geschuldet ist. Und manches war mir zu unglaubwürdig oder es wurde von den Ermittlern einfach zu lange ignoriert oder nicht ausgesprochen.
Was die doch recht blutigen Szenen betrifft: die waren für meinen Geschmack absolut ok und nicht zu übertrieben. Für einen Thriller genau richtig.

Insgesamt betrachtet war das Buch recht unterhaltsam und ich habe es in zwei Tagen gelesen. Für Fans der Reihe ist der 3. Band sowieso ein Muss, für Neueinsteiger wäre es vielleicht ratsam, die Vorgänger zu kennen, um gleich zu Anfang schon einen besseren Bezug zu den handelnden Personen zu haben.

Bewertung:

FERNVERKEHR von Tim Boltz – Meine Rezension …

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: Goldmann Verlag (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3442485207
ISBN-13: 978-3442485208
Autor: Tim Boltz

Meine Meinung:
Dieses Buch sollte eigentlich hauptsächlich gute, humorvolle Unterhaltung bieten, aber für mich kam es zu einer Zeit, in der ich mich auch ein bisschen mit Protagonistin Sibel identifizieren konnte.
Sie steht an einem Wendepunkt in ihrem Leben: ihr Job als Lehrerin bereitet ihr alles andere als Freude und auch ihre Beziehung geht gerade den Bach runter, da ihr Freund sie dreist betrügt.
Verzweifelt und orientierungslos entschließt Sibel sich, erst einmal dem Alltag zu entfliehen. Die passende Gelegenheit ergibt sich, als ihr Bruder überraschend ins Krankenhaus muss und eine wichtige Fracht nicht selbst nach Istanbul bringen kann. Spontan erklärt sie sich bereit, die Fahrt zu übernehmen – und landet in einer Welt, die sie vorher nicht kannte …

Für mich war dieses Buch eine sehr ausgewogene Mischung aus leichtem Humor und Emotionen. Sibel mochte ich von Anfang an sehr gerne, aber auch unter den Nebenfiguren sind einige Sympathieträger zu finden. Die Geschichte liest sich flüssig und man merkt kaum, wie man die Seiten umblättert. Es wird nie langweilig und die Story war unterhaltsam, wenn auch manchmal recht vorhersehbar. Aber was spricht dagegen, dass am Ende alles gut wird?

Von mir gibt es dafür eine klare Leseempfehlung: beste Unterhaltung für Zwischendurch!

Bewertung:

FREI VON DER SEELE von Bastian Aue – Meine Rezension …

Taschenbuch: 128 Seiten
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform (5. Juni 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 1546942157
ISBN-13: 978-1546942153
Autor: Bastian Aue

Manche Bücher kommen genau zur richtigen Zeit im Leben, denke ich. So habe ich das jedenfalls bei „Frei von der Seele“ empfunden, einem kleinen Ratgeber von Bastian Aue, der „Antworten aus einem ganzheitlichen Bewusstsein“ verspricht.

Schon die empfohlene Leseweise war neu für mich: der Autor schreibt, man solle das Büchlein einfach an einer beliebigen Stelle aufschlagen und zu lesen beginnen. Beim ersten Mal habe ich das wirklich so gehandhabt und gleich ein Kapitel erwischt, das mich in diesem Moment sehr angesprochen hat.

Er beschreibt in seinen kurzen Texten beispielsweise viele Zustände von Verzweiflung, Depression, Aussichtslosigkeit oder Hilflosigkeit und zeigt mögliche Wege auf, die uns zurück in ein erfülltes, ausgeglichenes, glückliches Leben führen können. Dabei räumt er auch recht nachvollziehbar mit allgemein bekannten Glaubenssätzen auf.
Natürlich ist vieles Ansichtssache, wenn es um solche Themen geht, aber für mich war seine Denkweise sehr gut nachvollziehbar und ich werde das Buch noch öfters zur Hand nehmen, um darin zu stöbern und um hoffentlich einiges verinnerlichen und umsetzen zu können.

Als Hilfe in schlechten Zeiten, als Denkanstoß, als Geschenk für einen lieben Menschen, dem es gerade nicht gut geht … dieses Buch kann bestimmt vieles bewirken. Von mir gibt es dafür eine Leseempfehlung!

Bewertung:

NACHTS AM BRENNER von Lenz Koppelstätter – Meine Rezension …

Taschenbuch: 336 Seiten
Verlag: KiWi-Taschenbuch (5. Oktober 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3462050087
ISBN-13: 978-3462050080
Autor: Lenz Koppelstätter

Meine Meinung:
Im dritten Fall nach „Der Tote am Gletscher“ und „Die Stille der Lärchen“ ermittelt der eher stille Commissario Johann Grauner wieder mit seinem sympathischen Team, dem unter anderem auch der etwas geheimnisvolle Neapolitaner Claudio Saltapepe angehört. Die gut ausgearbeiteten Charaktere sind mir schon ans Leserherz gewachsen, weshalb ich mich umso mehr auf neue Abenteuer mit ihnen gefreut habe.

Aber auch ohne Vorkenntnisse kann man diesen atmosphärischen Krimi durchaus genießen, denn der Schreibstil lässt keine Wünsche offen. Sehr anschauliche Beschreibungen bringen uns diese wunderschöne Gegend Südtirols näher und wecken Urlaubssehnsüchte. Wichtige Fakten aus den vorherigen Buch werden auch geschickt wiederholt, so dass keine Wissenslücken zu befürchten sind.
Trotzdem ist es natürlich schöner, wenn man sich mit Land und Leuten bereits „heimisch“ fühlt und nicht nur die Namen von Grauners geliebten Kühen schon kennt, sondern auch um seine Familiengeschichte weiß, die Auslöser ist für seine gelegentlichen Panikattacken.
Grauner ist mit Leib und Seele Polizist, doch fast noch mehr liegt ihm sein kleiner Bauernhof am Herzen und er genießt die stille Zeit mit seinen Tieren.

Im neuen Fall spielt dann auch gleich ein Tier eine große Rolle: ein Pferd. Ein furchtbar entstellter Toter wird am Brenner gefunden, der Grauner und seinem Team große Rätsel aufgibt. Die Ermittlungen reichen irgendwann immer weiter in die Vergangenheit, aber es scheint auch Paralleln zur ganz persönlichen Tragödie von Johann zu geben. Dessen Eltern wurden von einem Unbekannten ermordet und er schwor sich damals, die Tat irgendwann aufzuklären.

Trotz der beschaulichen Landschaft und der meist eher ruhigen Stimmung fehlt es diesem Krimi niemals an Spannung. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite erzählt uns der Autor eine Geschichte über eine alte Schuld, die eine blutige Spur durch viele Jahrzehnte zieht. Unbedingt lesen!

Bewertung:

DIE KINDER von WULF DORN – Meine Rezension …

Broschiert: 320 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (4. September 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453270940
ISBN-13: 978-3453270947
Autor: Wulf Dorn

Würde ich mir selbst einen Plot für einen Thriller ausdenken müssen, dann wäre er dem von „Die Kinder“ sehr ähnlich. Einzig bei der Opferwahl würde ich etwas selektiver vorgehen, aber eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik wäre bei mir sicher auch enthalten.

Schon die ersten Seiten haben es geschafft, mich absolut zu fesseln. Das Buch ist durchgehend spannend und wartet mit einigen Überraschungen auf. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Laura Schrader, die von ihrem Ex-Schwager eingeklemmt hinter dem Steuer eines verunfallten Wagens gefunden wird. Im Kofferraum liegt eine entsetzlich zugerichtete Kinderleiche, aber das ist noch der harmlose Teil der Story. Viel mysteriöser sind die mehr als 160 Personen, die spurlos verschwunden sind. Das ganze Dorf, in dem Laura mit ihrer Schwester und deren Tochter Urlaub gemacht hat, ist völlig verlassen.
Der Psychologe Robert Winter soll im Auftrag der Polizei mit Laura Schrader reden, um herauszufinden, was passiert ist. Was sie ihm berichtet, klingt so unglaublich, dass niemand ihr wirklich Glauben schenken mag.

Ein bisschen fällt diese Geschichte schon in die Kategorie „Mystery“, aber lasst euch davon nicht abschrecken, falls ihr normalerweise nicht zu diesem Genre greift. Für zartbesaitete Leser sei noch gesagt, dass es schon recht blutig und grausig zur Sache geht, aber nicht übertrieben in die Länge gezogen, sondern im Rahmen des Nötigen.

Im Vorwort erklärt uns Wulf Dorn, dass vieles in diesem Thriller tatsächlich der Realität entspricht und wenn ihr das Buch gelesen habt, dann werdet ihr es verstehen. Nichts ist erschreckender und grausamer als das echte Leben – zumindest für diejenigen, die nicht auf der Sonnenseite stehen.
Ein Buch, das den Leser nachdenklich zurücklässt – und trotzdem einige Stunden für spannende Unterhaltung sorgt.
Es ist zu wünschen, dass der Autor damit auch etwas bewirken kann.

Bewertung:

PROJEKT ORPHAN von GREGG HURWITZ – Meine Rezension …

Broschiert: 480 Seiten
Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (7. August 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3959671083
ISBN-13: 978-3959671088
Originaltitel: The Nowhere Man

Den ersten Band der Reihe „Orphan X“ fand ich einfach spitzenmäßig, so war meine Vorfreude auf die Fortsetzung natürlich riesengroß und ich wurde nicht enttäuscht. Im direkten Vergleich fand ich „Projekt Orphan“ zwar einen Tick schwächer als den Vorgänger, aber das lag nur daran, dass die Schauplätze irgendwie etwas begrenzt sind.
Für Fans von hartgesottenen Einzelkämpfern im Stil eines „Transporter“, James Bond oder Jason Bourne ist dieses Buch genau das Richtige: teils recht blutige Auseinandersetzungen, bei denen doch am Ende immer das Gute siegt.

Hauptperson ist der Mittdreißiger Evan Smoak, der auf seine Umgebung eigentlich recht durchschnittlich und harmlos wirken mag, doch hinter der Fassade steckt ein extrem gut ausgebildeter Killer, der früher unter dem Decknamen „Orphan X“ tätig war. Inzwischen hat er seinem offiziellen Berufsleben allerdings den Rücken gekehrt und ist nur noch auf eigene Faust unterwegs. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in größter Not zu helfen und dabei nie einen Unschuldigen zu töten – die Schuldigen allerdings haben wenig zu lachen, wenn er sie erst mal gefunden hat.

Im zweiten Band der Reihe gerät Evan leider selbst in größte Not – und das mehr oder weniger fast durch Zufall. Gejagt wird er eigentlich von seinen früheren Orphan-Kollegen, doch gefangen genommen hat ihn ein mysteriöser Unbekannter – und das nur des schnöden Geldes wegen. Evan bleibt nicht viel Zeit, denn er muss einem Mädchen helfen, das Opfer eines brutalen Menschenhändlers wurde. Und dann ist da auch noch ein kleiner Junge, der ebenfalls auf Rettung hofft.
So tragisch wie sich das Ganze anhört, so ist es dann auch: wir dürfen sehr viel an Evans Gedanken teilhaben, wir erleben ihn als mitunter auch sehr verletzlichen Charakter. Emotionen spielen eine große Rolle in diesem Thriller – und nicht nur in Form körperlichen Schmerzes.
Schmerz, Blut, diverse gut erklärte Kampfkniffe, die man nicht am eigenen Leib spüren möchte und zahlreiche Tote durch alle möglichen Ursachen machen das Buch für zartbesaitete Leser vielleicht nicht zum größten Vergnügen. Man muss schon wirklich Fan solcher actiongeladenen Stories sein, bei denen auch Tarantino gerne Regie führt.

Da Evan die meiste Zeit gefangen gehalten wird, beschränkt sich die Handlung auf eher wenige Schauplätze. Üblicherweise wird bei solchen Geschichten gefühlte zehn Mal um den Erdball gejettet, aber das hält sich hier in Grenzen. Trotzdem kommt natürlich keine Langeweile auf, sondern das Buch weiß von Anfang bis zum Ende zu fesseln.
Über ein Wiedersehen mit einigen Figuren aus dem Vorgängerband habe ich mich sehr gefreut, Überraschungen inklusive.
Wer Band 1 noch nicht gelesen hat, dem würde ich dazu raten, aber auch ohne Vorkenntnisse könnte man „Projekt Orphan“ ohne Verständnisschwierigkeiten genießen.

Bewertung: