ICH BIN LIEBENSWERT aus dem Dudenverlag – Meine Meinung …

ISBN: 978-3-411-72332-4
160 Seiten, gebunden
Verlag: Duden
Erscheinungsdatum: Oktober 2018

Meine Meinung:
Entweder es fällt mir jetzt erst auf oder „Journaling“ entwickelt sich immer mehr zu einem neuen Trend. Wer sich hin und wieder mit Lebensratgebern befasst, der weiß, dass man viele Übungen und Gedankenspiele schriftlich festhalten soll. Es ist eine alte Weisheit, dass sich Geschriebenes besser ins Gedächtnis einprägt … wer schreibt, der bleibt.

Ergänzend zu einigen Sachbüchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe, hielt ich dieses Büchlein für eine echte Bereicherung. Schon der Untertitel sagt eigentlich alles aus, worum es geht:
„Ein Journal, das mich dabei begleitet, mich selbst zu lieben – auch wenn ich manchmal schlechte Laune habe, schmolle, wenn etwas nicht klappt, und dazu neige, meine guten Eigenschaften zu übersehen, vor allem, wenn mal wieder die ganze Welt gegen mich ist und meine innere Stimme mir sagt, was für eine Niete ich bin, aber wenn ich es schaffe, nett zu mir selbst zu sein in einer Welt, die manchmal ganz schön gemein ist, dann werde ich am Ende glücklicher sein.“

Nach einer kurzen Einführung bzw. Anleitung findet man in diesem sehr schön und durchgehend farbig gestalteten Journal viele leere Seiten, die man mit einem Datum und einigen Anmerkungen zum Thema „Was ich heute an mir liebe“ füllen kann.
Jeweils auf den linken Seiten sind verschiedene Zitate abgedruckt, hier ist alles vertreten vom Dalai Lama bis hin zu Angelina Jolie.
Man sollte sich dem Journaling am besten täglich widmen, eine Viertelstunde wäre optimal. Gelingt es uns, das Schreiben zu einem Ritual zu kultivieren, das ganz selbstverständlich wird, so soll uns das helfen, Dinge klarer zu sehen, zu reflektieren, es kann seelische Probleme verbessern, uns freier und entspannter werden lassen. Erstrebenswerte Ziele, die wir mit wenig Aufwand erreichen können.

Selbst habe ich schon oft die Erfahrung gemacht, dass man Situationen mit etwas Abstand ganz anders bewertet. So kann es durchaus helfen, wenn man Probleme niederschreibt (oder natürlich auch Positives) und nach einiger Zeit wieder einmal liest und so mit manchem leichter zurechtkommt.

„Ich bin liebenswert“ ist ein wunderschön gestaltetes Büchlein mit festem Einband, der auch eine regelmäßige Nutzung bestimmt gut verkraftet, und ist außerdem mit einem Lesebändchen ausgestattet. Auch als Geschenk kann ich mir dieses Journal bestens vorstellen und empfehle es gerne weiter!

Bewertung:

TATTOO von ASHLEY DYER – Meine Rezension …

Tattoo von Ashley Dyer

Blanvalet Verlag
Paperback, Klappenbroschur, 560 Seiten
Erscheinungsdatum: 15.10.2018
ISBN: 978-3-7341-0651-4
Übersetzerin: Bettina Spangler
Originaltitel: Splinter in the Blood
Teil 1 der „Carver & Lake“-Reihe
Autorin: Ashley Dyer

LESEPROBE (PDF)

Meine Meinung:
Ein Serienkiller hat fünf Frauen auf dem Gewissen, die er vor ihrem Tod gefangen hielt und sie in dieser Zeit mit aufwändigen Tätowierungen „schmückte“. DCI Greg Carver und seine Kollegin Ruth Lake sind die leitenden Beamten in diesem Fall und ermitteln mit großer Hingabe. Carver hat sich sogar unerlaubterweise die Akten mit nach Hause genommen und arbeitet praktisch Tag und Nacht daran.

An dieser Stelle steigen wir in die Geschichte ein und erleben gleich zu Beginn eine ungewöhnliche Szene: Ruth steht mit einer Waffe vor ihrem angeschossenen und vermeintlich toten Vorgesetzten, verwischt anschließend alle Spuren und gibt vor, ihn so gefunden zu haben.
Für mich ein seltsamer Anfang und Ruth war mir sofort irgendwie suspekt und unsympathisch. Ihr ganzes Verhalten fand ich komisch und sie lügt zudem noch ständig. Das hat mir das Lesen nicht wirklich leicht gemacht, zumal sich die ganze Story auch noch sehr hinzog.

Der Schreibstil ist sehr ausführlich und ausschmückend und ich hatte oft das Gefühl, man könnte auch viel schneller auf den Punkt kommen. Wenn man sich dabei ertappt, dass man einige Passagen nur noch überfliegt, dann ist das wohl ein Zeichen von aufkommender Langeweile.
Dazu kam noch, dass die Ermittlungen auch nicht sonderlich spannend waren. Sehr viele Informationen über die Tätowierungen, über Gifte, Farben, Dornen und ähnliches. Wenig Spannendes und die Morde sind ja auch allesamt schon passiert, so dass sich die Geschichte praktisch nur um die Aufklärung dreht und nichts Neues mehr geschieht, das fesselnd wäre.
Es kam mir alles etwas unsortiert vor, aber vielleicht macht das für andere Leser gerade den Reiz aus, weil hier mal nicht ganz nach dem 08/15-Schema vorgegangen wird.

Für mich war ein großer Minuspunkt, dass ich eigentlich keinen einzigen echten Sympathieträger in diesem Buch ausmachen konnte. Wenn man wenigstens eine Person mag, dann fiebert man als Leser eher mit und hat mehr Interesse am Geschehen. Auch Carver war für mich nicht gerade jemand, von dem ich noch mehr erfahren möchte. Er spielte in diesem Reihenauftakt sowieso eher eine Nebenrolle.

Hauptsächlich geht es um ein bestimmtes Opfer, das etwas aus der Reihe fällt. Die Spur, die Ruth dann verfolgt, führt sie in die Welt der Schauspielerei und des Parapsychologischen. So langsam tauchten einige Verdächtige auf, wobei sich des Rätsels Lösung für geübte Krimi-/Thrillerleser schnell abzeichnet. Wirklich überraschend fand ich in dieser Geschichte wenige Szenen und echte Spannung wollte auch nicht aufkommen, denn es zog sich alles sehr hin.
Als Thriller würde ich das Buch nicht bezeichnen, vielleicht gerade noch „Psychothriller“, da auch der Täter an einigen Stellen zu Wort kommt und seine Sichtweise schildern darf.

Für Fans ausführlicher Ermittlerkrimis würde ich das Buch vielleicht noch empfehlen. Wer es gerne richtig spannend und blutig mag, wird hier wohl kaum auf seine Kosten kommen.

Bewertung:

WO DER TEUFEL RUHT von CRAIG RUSSELL – Meine Rezension …

Klappenbroschur / 544 Seiten
Verlag: Rütten & Loening
ISBN: 978-3-352-00917-4
Übersetzer: Wolfgang Thon
Autor: Craig Russell

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt Ende 1935, als der 29-jährige Psychiater Viktor seine neue Stelle antritt. Eine alte Burg in Böhmen mit einer langen dunklen Vergangenheit wird ab nun sein Arbeitsplatz sein, an dem er Experimente mit den sechs berüchtigtsten Serienmördern des Landes machen wird. Er möchte mittels einer von ihm entwickelten Hypnosetherapie die verborgenen bösen Anteile ihrer Persönlichkeiten ans Licht bringen und sie so vielleicht sogar heilen können.
Zur gleichen Zeit treibt in Prag ein extrem grausamer Killer sein Unwesen. Seine Taten erinnern stark an Jack the Ripper und die Polizei hat leider noch immer keine Spur. Kapitán Lukás Smolák ist der ermittelnde Beamte und seine Überlegungen gehen ebenfalls stark in die Richtung gespaltener Persönlichkeit. Immer öfter spielt der Teufel selbst in verschiedenen Gestalten eine Rolle … was steckt wirklich hinter den Morden?

Sehr reizvoll an dieser Geschichte fand ich schon die Zeit, in der das Geschehen angesiedelt ist. Eine sehr schwierige Phase, in der die kommenden Schrecken von einigen Menschen bereits vorausgeahnt wurden.
Außerdem die Schauplätze: einerseits eine schaurige Burg auf einem Felsen im dichten Wald, die dem Aberglauben der umliegenden Bevölkerung nach direkt auf dem Tor zur Hölle erbaut wurde und andererseits das etwas düstere Prag.
Der wundervoll atmosphärische Schreibstil des Autors sorgt dafür, dass alles vor den Augen des Lesers lebendig wird.
Außerdem konnte ich mich mit den Charakteren sehr schnell anfreunden: Viktor und Lukás wirken sympathisch und haben trotzdem ihre Ecken und Kanten.
Die Patienten in der Klinik sind sehr furchteinflößend und man kann sich bestens in die bedrohlichen Situationen hineinversetzen, die Viktor während seiner Arbeit mit ihnen bestehen muss.
Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, werden infrage gestellt und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Eine Thematik, die niemals an Aktualität verlieren wird: der Teufel als Sinnbild des Bösen in den unterschiedlichsten Formen.

Die Geschichte liest sich recht fesselnd, wenngleich ich sie nicht unbedingt in die Kategorie Thriller einordnen würde. Da es sich zunehmend um Mythologie dreht, empfand ich das Ganze eher als Mysterythriller. Es geht stellenweise sehr blutig zur Sache und manchmal fühlt man sich beim Lesen auch wie in einem spannenden Horrorfilm.
Für Fans historischer Thriller kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen.
Die Story ist nicht alltäglich und im Nachwort beschreibt der Autor noch seine Recherchen dazu, was ich auch sehr interessant fand.

Bewertung:

WINTERKALT von CATHERINE SHEPHERD – Meine Rezension …

Taschenbuch: 342 Seiten
Verlag: Kafel Verlag
Erscheinungsdatum: 21. Oktober 2018
ISBN-13: 978-3944676210
Autorin: Catherine Shepherd
Teil 3 der „Julia Schwarz“-Reihe nach „Mooresschwärze“ und „Nachtspiel“

Meine Meinung:
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und erschafft aus Eis riesige Skulpturen, in deren Inneren leider jeweils eine Leiche steckt. Eine echte Herausforderung für Rechtsmedizinerin Julia Schwarz und ihren Freund Florian Kessler, der als ermittelnder Kriminalkommissar für die Aufklärung dieser furchtbaren Verbrechen zuständig ist.

Julia ist eine sympathische Hauptperson, die sich nicht damit zufrieden gibt, ihre Tage im Sektionssaal zu verbringen. Sie ist engagiert und zielstrebig und lässt sich durch nichts davon abbringen, selbst kräftig mit zu ermitteln und immer am Ort des Geschehens zu sein. Eine Verbündete findet sie in ihrer neuen Arbeitskollegin Lenja, die Julias Vorliebe für zuweilen gefährliche Alleingänge teilt – sehr zum Verdruss von Florian.

Das Besondere an Catherine Shepherds Schreibstil ist die Lebendigkeit und das fast völlige Fehlen von Ausschmückungen und Nebenhandlungen. Sie kommt meist schnell auf den Punkt und nicht nur dadurch kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen. Fesselnd und spannend legt sie zahlreiche falsche Spuren und überzeugt mit vielen Wendungen und Überraschungen.
Manchmal spielten mir etwas viele Zufälle eine entscheidende Rolle, aber insgesamt fand ich die Story sehr stimmig und rund.
Die Schauplätze im tiefsten Winter konnte man sich prima vorstellen und den glitzernden Schnee förmlich riechen. Sehr atmosphärisch dargestellt und man ist immer mitten im Geschehen und fiebert mit den liebgewonnenen Charakteren.

Dieser Thriller ist nicht zu extrem blutig und kann auch gut von Lesern mit nicht so stabilem Magen gelesen werden. Eine Vorkenntnis der ersten beiden Bände ist nicht unbedingt nötig, man bekommt auch so alle Infos über die Protagonisten, allerdings sorgen die Andeutungen aus der Vergangenheit schon für gewisse Neugier, so dass ich – wie bei jeder Reihe – dazu raten würde, alle Bücher der Reihenfolge nach zu lesen.

Bewertung

ENTSPANNTE ELTERN von DR. JANE SCOTT – Meine Rezension …

Entspannte Eltern von Jane Scott

Taschenbuch, Broschur, 368 Seiten
ISBN: 978-3-442-17717-2
Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 19.03.2018
Autorin: Dr. Jane Scott

Meine Meinung:
Manche würden behaupten, ich hätte dieses Buch ja als „Unbeteiligte“ gelesen, weil ich nun mal keine Kinder habe und auch nie welche wollte. Aber ich habe mich in den letzten Monaten sehr viel mit dem „inneren Kind“ befasst, mit den Auswirkungen, die eine (meist unbewusst) falsche Erziehung bis ins Erwachsenenleben haben kann. Gibt es vielleicht einfache Wege, um solche Fehler zu vermeiden und seine eigenen Kinder möglichst unbelastet heranwachsen zu lassen?

Dr. Jane Scott zeigt diese möglichen Wege auf und sie nimmt Eltern gleichzeitig den Druck von den Schultern, der durch das Umfeld und die Gesellschaft heutzutage meist unweigerlich aufgebaut wird.
Jeder kennt inzwischen den Begriff „Helikoptereltern“ und genau das ist leider der allgemeine Trend in unseren angeblich so fortschrittlichen Industrienationen (USA, Deutschland, aber es gibt glücklicherweise auch kleine Ausnahmen). Die Kinder haben kaum noch Luft zum Atmen, sie werden von morgens bis abends beschäftigt, von allen potentiellen Gefahren (die wir für solche halten) ferngehalten, sie werden in Watte gepackt und ihrer Bewegungsfreiheit beraubt. Schon im Säuglingsalter fängt das an und hat – wie die Autorin in ihrer Eigenschaft als Kinderärztin jahrelang beobachten konnte – schlimme Folgen für den Nachwuchs. Das sog. „Flachkopfsyndrom“ nimmt beispielsweise immer mehr zu und die Kleinen können ihre motorischen und kognitiven Fähigkeiten nicht optimal entwickeln, wenn sie sich nicht frei bewegen können und entsprechend gefordert werden.
Dr. Jane Scott ist in Kenia aufgewachsen und hat auch danach viel Erfahrungen in anderen Ländern sammeln können. Sie ist fasziniert von der Leichtigkeit und Einfachheit mit der in vielen Kulturen auch heute noch ganze Generationen von Kindern aufwachsen dürfen. Während bei uns alles reglementiert und mit falschen Ansätzen „gefördert“ wird, dürfen die Kleinen anderswo einfach noch Kind sein mit ausreichend Zeit zum Toben, freiem Spielen und dazu noch gelassenen, ausgeglicheneren Eltern als hierzulande.
Ihre Tipps sind denkbar einfach: niemals Angst machen und von der Gesellschaft ein schlechtes Gewissen einreden lassen. Jeder sollte seinen eigenen Weg finden, mit dem er glücklich ist. Wenn dazu ungewöhnliche Ansätze nötig sind, dann schert euch nicht um die Meinung der Nachbarn.
Entschleunigt euer Leben und euren Alltag: wer ständig unter (oft selbst auferlegtem) Stress steht, der kann nicht vernünftig handeln und wird sich alles schwerer machen, als es eigentlich sein müsste.
Habt Vertrauen in die Kinder, gebt ihnen Mut und Anregungen mit auf den Weg, aber keine ständigen Verbote und Einschränkungen. Nehmt sie ernst, geht niemals davon aus, dass sie sich schlecht benehmen, weil sie euch ärgern wollen. Hinterfragt das angebliche Fehlverhalten, versetzt euch in die Lage des Kindes und löst Konflikte mit Verständnis und Geduld.
Diese und viele weitere sehr hilfreiche Tipps sorgen mit Sicherheit auch dafür, dass aus diesen Kindern Erwachsene werden, die nicht Jahrzehnte später noch mit unverarbeiteten Problemen aus ihrer Kindheit zu kämpfen haben.

Auch ich als „Nichtmutter“ habe sehr viel einleuchtende und hilfreiche Dinge aus dieser Lektüre mitnehmen können. Die Autorin versucht nicht mit 08/15-Ratschlägen ein starres Verhaltenskonzept vorzugeben, sondern sie erteilt kleine Hilfestellungen und zeigt eindrücklich positive und auch negative Folgen auf. Als Kinderärztin geht sie natürlich oft auf den Bereich der Gesundheit ein, was uns allen sehr am Herzen liegen sollte.
Manches klingt einfach wie „zurück zu den Anfängen“, weniger Schnickschnack, mehr freies Leben, Zeit, Verständnis und Liebe … und warum sollte ein Ratgeber immer kompliziert sein? Das Buch kann ich nur wärmstens empfehlen!

Bewertung:

NIGHT STALKER von ROBERT BRYNDZA – Meine Rezension …

Taschenbuch, Broschur, 448 Seiten
ISBN 978-3-328-10121-5
Penguin Verlag
Erscheinungsdatum: 13.08.2018
Autor: Robert Bryndza
Teil 2 der „Erika Foster“-Reihe

Meine Meinung:
Schon der erste Fall von DCI Erika Foster mit dem Titel „Das Mädchen im Eis“ hatte mir sehr gut gefallen. So musste ich natürlich auch die Fortsetzung unbedingt lesen.

Erika ist immer noch nicht wieder ganz auf der Höhe, denn vor etwa zwei Jahren starb ihr Mann bei einem missglückten Einsatz vor ihren Augen. Trotzdem will sie ihre Arbeit erledigen und stürzt sich manchmal fast verbissen hinein. Sie geht ungewöhnliche Wege und schreckt vor Verboten nicht zurück, was sie bei manchen Kollegen und Vorgesetzten nicht gerade beliebt macht.
Ich mag sie ganz gern, genau wie einige ihrer sympathischen Kollegen, die ich bereits im ersten Teil ins Leserherz geschlossen habe.

Leider wird ausgerechnet Isaac, einer ihrer guten Freunde und Forensiker, in dieser Geschichte persönlich sehr hart vom Schicksal getroffen, was natürlich auch Erika nicht kalt lässt.
Eine geheimnisvolle Mordserie hält die Polizei in Atem und die Opfer sind immer Männer, die anscheinend Verbindungen in die Schwulenszene haben. Während Erikas Chef dies als gewöhnliche Verbrechen abtut, erkennt sie die Zusammenhänge und spricht einen schlimmen Verdacht aus: sie haben es mit einer weiblichen Serienmörderin zu tun.

Diese These findet wenig Unterstützer und Erika ist wieder einmal auf sich gestellt, Als sie schließlich auch noch beurlaubt wird, begibt sie sich endgültig auf einen gefährlichen Weg, der sie einiges kostet.

Das Buch ist durchgehend spannend und fesselnd und der Schreibstil zieht den Leser schnell in seinen Bann.
Besonders gut gefiel mir auch, dass die Charaktere sehr vielschichtig sind und die Grenzen zwischen Gut und Böse meist eher fließend.
Die Thematik ist emotional, mitreißend und kontrovers.
Blutige Szenen halten sich in Grenzen, so dass die Reihe auch für Leser mit nicht so starkem Magen geeignet ist. Ich empfehle die Bücher gerne weiter, wobei es durchaus von Vorteil ist, wenn man Band 1 bereits kennt, aber man kann die Geschichten auch getrennt voneinander sehr gut lesen.

Bewertung:

RACHEWINTER von ANDREAS GRUBER – Meine Rezension …

Rachewinter von Andreas Gruber

Taschenbuch, Klappenbroschur, 592 Seiten
ISBN: 978-3-442-48655-7
Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 17.09.2018
Reihe: 3. Teil der „Walter Pulaski“-Reihe nach „Rachesommer“ und „Racheherbst“
Autor: Andreas Gruber

Meine Meinung:
Fast etwas schockiert habe ich das Buch nach vielen aufregenden Lesestunden schließlich zugeklappt und freu mich jetzt schon auf die Fortsetzung. Schockiert deshalb, weil Andreas Gruber sich diesmal wieder wirklich sehr erschreckende Mordmethoden ausgedacht hat, die auch hartgesottenen Thrillerlesern ein bisschen Gänsehaut bescheren dürften.
Aber erst mal zum Allgemeinen: wer die Buchreihe noch nicht kennt, darf gerne erst die Vorgängerbände lesen, denn es lohnt sich wirklich und man kennt dann einfach die Charaktere schon besser. Und was gibt es Schöneres, als einen Band nach dem nächsten lesen zu können, ohne warten zu müssen. 😉
Natürlich haben auch Neueinsteiger sicher keine Probleme, sich mit den Figuren anzufreunden. Der Autor hat nämlich echt liebenswürdige Charaktere erschaffen, die man einfach gern haben muss.
Im Mittelpunkt steht Kriminalkommissar Walter Pulaski, der allerdings durch einige Verfehlungen und Alleingänge in der Vergangenheit im Dienst degradiert wurde. Das sagt schon vieles über ihn aus: er schert sich wenig um Vorschriften, wenn sie ihn dabei behindern, einen Fall aufzuklären. Hat er einmal eine Spur, dann lässt er sich durch nichts davon abbringen.
Ähnlich unkonventionell und zielstrebig ist auch Anwältin Evelyn Meyers, deren Wege sich schon früher mit denen von Walter gekreuzt haben. Und auch diesmal wird den beiden irgendwann klar, dass sie demselben Täter auf den Fersen sind und den Showdown bestreiten sie zusammen.

Es ist eine toll durchdachte, sehr spannend erzählte Story mit Tiefgang und vielen Emotionen. Viele Puzzleteile, die sich nach und nach zu einem Bild formen, das erschreckend und abgrundtief böse ist.
Man fragt sich unweigerlich, wie viel Wahrheit in diesem Buch steckt, denn es geht darum, dass sich reiche und einflussreiche Personen so ziemlich alles erlauben können und damit ungeschoren davonkommen. Doch Walter und Evelyn sorgen als Läuse im Pelz der intriganten Gestalten dafür, dass es auch Ausnahmen von dieser Regel gibt, wenngleich sie selbst dabei in arge Bedrängnis geraten.

Als Leser ist man dank des atmosphärischen, lebendigen Schreibstils immer voll dabei, man kann sich (manchmal fast zu gut) in alles hineinversetzen und fiebert regelrecht mit. Es mangelt nicht an blutigen Szenen, doch diese werden nicht unnötig in die Länge gezogen. Andererseits gibt es genauso viele versöhnliche, schöne Momente und natürlich kommen auch einige Tiere in der Geschichte vor, denn diese liegen dem Autor sehr am Herzen.

Den „Rachewinter“ kann ich deshalb nur wärmstens weiterempfehlen, Thrillerfans kommen hier voll auf ihre Kosten, denn diese Reihe bietet pure fesselnde Leseunterhaltung!

Bewertung:

GSCHLAMPERTE VERHÄLTNISSE von FELICITAS GRUBER – Meine Rezension …

Gschlamperte Verhaeltnisse von Felicitas Gruber

Diana Verlag
Taschenbuch, Broschur, 304 Seiten
ISBN: 978-3-453-35957-4
Autorin(nen): Felicitas Gruber ist das Pseudonym der beiden wundervollen Autorinnen Brigitte Riebe und Gesine Hirsch.

Die bisherige Reihe:

Meine Meinung:
Voller Vorfreude auf neue Abenteuer mit den längst sehr liebgewonnenen Charakteren habe ich angefangen, den inzwischen fünften Band zu lesen und schwupps: schon wieder fertig. Das ging irgendwie gefühlt viel zu schnell, aber wenn man einmal damit angefangen hat, kann man das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Geübte Krimileser werden zwar viele Zusammenhänge schnell erkennen, aber das schmälert die fesselnde Leseunterhaltung an keiner Stelle.
Der gewohnt locker-humorige Schreibstil zieht einen sofort in den Bann und die liebevoll ausgestalteten Figuren sorgen zusätzlich dafür, dass man sich beim Lesen einfach nur wohlfühlen kann.
Allen, die diese tolle Regionalkrimireihe noch nicht kennen, sei dringend angeraten, alle Bände zu lesen… ihr werdet es nicht bereuen.
Man kann es natürlich auch ohne Vorkenntnisse genießen, aber inzwischen ist schon so viel passiert in München-Giesing und die Figuren erhalten durch die stete Entwicklung noch mehr Tiefe und Lebendigkeit.
Die Hauptrolle spielt natürlich auch in diesem Teil wieder der süße Mops Murmel, ähm Moment, nein, nicht ganz … Natürlich Sofie, die Gerichtsmedizinerin (aber Murmel ist der heimliche Star), daneben auch noch Joe, ihr Ex-Mann und Kriminalpolizist und natürlich viele weitere liebe (und manchmal etwas kratzbürstige) Leute, die ich hier nicht alle nennen kann. Ihr sollt ja schließlich noch etwas zum Entdecken haben.

Apropos „Entdecken“: es gibt gleich mehrere Fälle, die Sofie und ihr tolles Team zu lösen haben, darunter auch das Rätsel um die Entdeckung dreier scheinbar uralter Heiligenreliquien. Es handelt sich dabei um kunstvoll geschmückte Totenschädel, die aus einem Raub stammen.
Es geht sofort zur Sache und über Langeweile können sich weder die Protagonisten noch die Leser beklagen. Aber auch die schönen Dinge des Lebens kommen nicht zu kurz: die Liebe ist ein Thema, das sich wie ein roter Faden durchs Buch zieht. Zugegebenermaßen in verschieden angenehmen oder unangenehmen Ausprägungen, aber immer mit viel Emotion.

Diese Krimireihe kann man eigentlich getrost allen Lesern empfehlen, es geht nicht extrem blutig oder eklig zu, die Dialektpassagen sind auch für Nichtbayern noch gut verständlich und die Figuren schließt man so schnell ins Herz, dass man die Fortsetzung kaum abwarten kann. Unbedingt lesen!

Bewertung:

DAS KALA-EXPERIMENT von KARL OLSBERG – Meine Rezension …

Piper Verlag
Erscheinungsdatum: 01.08.2018
432 Seiten, Broschur
EAN 978-3-492-31270-7
Autor: Karl Olsberg

Meine Meinung:
Dieses Buch liest sich wie ein Hollywood-Blockbuster: die Schauplätze verteilt um den gesamten Globus, eine hochspannende Story, sympathische Charaktere und ein mysteriöser Hauch liegt über allem …

Der Autor packt gerne kritische Untertöne in seine tollen Stories, das liebe ich an seinen Büchern. Sein Schreibstil ist wunderbar zu lesen, flüssig, lebendig und mitreißend. Genauso die Charaktere: sehr lebensnah und keine fehlerlosen Übermenschen, alle ausgestattet mit dem nötigen Maß an Emotionen, so dass man sie schnell ins Leserherz schließen kann.

Im Mittelpunkt dieses Buches stehen Bloggerin Nina in Deutschland und John Sparrow in den USA, der sein Geld mit einer etwas fragwürdigen Tätigkeit verdient.
Nina interviewt einen Physiker und kurz darauf begeht dieser überraschend Selbstmord. Sie zweifelt die offizielle Darstellung an und beginnt eigene Nachforschungen, die sie bald mit Physiker Paul zusammenbringen. Durch ihn erfährt sie viel Wissenswertes und beide entwickeln eine erschreckende Theorie.
Derweil geschehen überall auf der ganzen Welt höchst mysteriöse Dinge: wie aus dem Nichts tauchen Menschen, Tiere oder Gegenstände auf, sorgen für Chaos und größte Verwirrung. Was steckt hinter diesen Phänomenen? Sind sie ein Zeichen Gottes, wie viele glauben wollen? Oder sind sie das Ergebnis eines missglückten Experiments?

Das Buch habe ich fast in einem Rutsch durchgelesen, weil es mich extrem gefesselt hat. Der Autor stellt einige Thesen auf, die ich mir durchaus in der Realität vorstellen könnte. Was ist wahr und was ist nur Fiktion? Die Grenzen scheinen bei Karl Olsberg fließend, denn was wir heute zu wissen glauben, kann schon morgen völlig überholt sein.
Ein spannendes Thema, verpackt in einen emotionalen, actionreichen Thriller, den ich sehr gerne weiterempfehle!

Bewertung:

DU LEBST NICHT UM ZU LEIDEN von BLAKE D. BAUER – Meine Rezension …

Trias Verlag
Sachbuch, broschiert, 304 Seiten
Erscheinungsdatum: 22.08.18
ISBN: 9783432106847
ISBN (E-book): 9783432106854
Autor: Blake D. Bauer

Meine Meinung:
Dieser Ratgeber hat mich wirklich schon ein ganzes Stück weitergebracht auf meinem Weg zu einem erfüllten Leben, aber es liegt auch noch viel vor mir. Vor allem hat es mich dazu inspiriert, endlich aktiv etwas zu ändern und wie der Autor schreibt „die Komfortzone zu verlassen“ und Neues zu wagen.

Es war jetzt nicht das erste Buch in dieser Richtung, das ich gelesen habe und es weist natürlich sehr viele Parallelen auf zu ähnlicher Lektüre, aber der Autor beschreibt manche Situationen so eindrücklich, dass ich mich oft wiedererkannt habe. Der sehr persönliche Bezug zu seinen eigenen Erlebnissen macht alles noch glaubhafter.

Wie in allen solchen Ratgebern wird sehr viel wiederholt, damit man die Dinge verinnerlichen kann. Sehr oft wird auch vorgeschlagen, schriftliche Notizen, Übungen und Meditationen zu machen, was ich bisher aber noch nicht getan habe. Es ist also für mich noch sehr viel Potential vorhanden, da ich das Buch im ersten Schritt einfach nur komplett gelesen und die oberflächlichen Eindrücke aufgenommen habe. Aber schon diese waren extrem lehrreich.

Wer seine eigene Vergangenheit aufarbeiten möchte und endlich ein selbstbestimmtes, unabhängiges, glückliches Leben führen möchte, das geprägt und gespeist ist von echter Liebe zu sich selbst und dem ganzen Universum, dem sei dieser Ratgeber wärmstens empfohlen. Er kann wirklich die Augen öffnen und den Weg weisen – und das ohne esoterisch angehauchte Note oder religiöse Aspekte.
Interessante und eindrückliche Zitate runden das Geschriebene perfekt ab.

Bewertung: