DER TEUFEL VOM BROCKEN von EVA-MARIA SILBER – Meine Rezension …

Autor: Eva-Maria Silber
Titel: Der Teufel vom Brocken
Reihe: Kriminalroman, Region: Sachsen-Anhalt
ET: Oktober 2020
ISBN 978-3-7408-0923-2, (i4)_(0923-2)
ebook: 978-3-96041-660-9, (e2)_(660-9)

Broschur
320 Seiten
ISBN 978-3-7408-0923-2
Erscheinungsdatum: 15.10.2020
Autorin: Eva-Maria Silber
LESEPROBE

Meine Meinung:
Schon der Klappentext hat mich bei diesem Buch sehr neugierig gemacht, denn dieser Kriminalroman, der tatsächlich eher ein Thriller ist, greift wahre Begebenheiten auf. Und zwar geht es um einen brisanten Kriminalfall aus dem Jahr 1959, der sich in Russland zugetragen hat und der bis heute nicht wirklich geklärt ist. Inzwischen ist dies als „Unglück am Djatlow-Pass“ bekannt, der Pass wurde nachträglich nach dem Anführer der damals ums Leben gekommenen 9-köpfigen Gruppe benannt. Schon die Berichte darüber zu lesen, ist eine hochspannende Angelegenheit (sollte man aber besser erst nach dem Krimi recherchieren).

Hier hat nun die Autorin Eva-Maria Silber diese Ereignisse in ein nicht minder fesselndes Buch verpackt und bleibt dabei bei vielen Erkenntnissen sehr dicht an der Realität. Es ist ein durchaus blutiges Buch, aber auch für zartbesaitetere Leser wohl noch gut auszuhalten. Die beschriebenen Verletzungen und Todesumstände sind wirklich nicht ohne.

Die Handlung wurde in das Grenzgebiet um den Brocken und außerdem 30 Jahre in die Zukunft verlegt, genau um die Zeit nach dem Fall der Mauer. Eine ohnehin sehr spannende Zeit, in der es reichlich Konfliktpotenzial gab. Diese noch sehr angespannte Stimmung kurz nach der Wende beschreibt die Autorin absolut greifbar mit ihrer Story, zumal sie auch noch Polizisten beider Seiten zusammen arbeiten lässt.

Für mich begann die Geschichte wie eine Folge aus Akte X, irgendwie leicht mystisch, sehr rätselhaft und zudem hochspannend.
Diese Spannung hielt sich tatsächlich auch konstant bis zum Ende des Krimis und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Am Schluss ging die Handlung dann in eine Richtung, die eine recht schlüssige Variante der damaligen Ereignisse erzählt. Dazu geraten auch die Ermittler noch etwas ins Kreuzfeuer, wie sich das für einen echten Thriller gehört.

Die Figuren wirkten auf mich sehr realitätsnah und durch ihre eigenen Schicksale auch absolut authentisch und oftmals sogar liebenswert. Ich habe jedenfalls mit dem bunt gemixten Ermittlerteam mitgefiebert und ich wünsche mir fast, mit ihnen weitere Fälle lösen zu dürfen – was das Ende durchaus möglich machen würde.

Dieser Thriller ist eine absolut gelungene Mischung aus Zeitgeschichte, Anleihen aus einem wahren Kriminalfall, Emotionen, etwas Humor und extrem viel Spannung. Sehr lesenswert!

Bewertung:

Unerschrockenen Lesern kann ich nur empfehlen, den wahren Fall weiter zu recherchieren, denn das ist wirklich extrem spannend … es gibt dazu auch eine gelungene Doku (zu finden bei Youtube), die auch zahlreiche Originalfotos enthält, sowie die Tagebucheinträge der Gruppe.

DIE FRAU DES PRÄSIDENTEN von JAMES PATTERSON + BRENDAN DuBOIS – Meine Rezension …

Originaltitel: The First Lady
Taschenbuch: 416 Seiten
ISBN: 9783442491124
Verlag: Goldmann
Autoren: James Patterson + Brendan DuBois
LESEPROBE

Meine Meinung:
Dies ist eine Geschichte über Liebe, Verrat und die Auswirkungen von Macht. Manche Menschen gehen dafür ja bekanntlich sprichwörtlich „über Leichen“, so auch in diesem Buch.

Die Story ist sehr gut konstruiert und lebt von zahlreichen Verstrickungen und Geheimnissen, die so nach und nach gelüftet werden. Trotzdem habe ich es insgesamt als etwas unspektakulär empfunden, also es liest sich zwar sehr fesselnd, aber eher gleichförmig, mit einer konstanten Spannung und ohne großen Höhen und Tiefen. Das ist aber nichts Negatives und kann auch an der Gemütsverfassung des Lesers liegen. Ich habe für das Buch jedenfalls sehr wenig Zeit benötigt, was für fesselnde Unterhaltung spricht.

Der Schreibstil ist lebendig und anschaulich und die Figuren wirken auf mich sehr authentisch mit all ihren Emotionen und Gefühlen. Auch die Dialoge fand ich gelungen. Die Schauplätze sind eher begrenzt und auch stets gut vorstellbar beschrieben.

Es ist eine Geschichte, die einmal mehr zeigt, dass am Ende das Gute gewinnen muss, ohne zu viel zu verraten. Ich fand den Schluss sehr tröstlich und passend. Es gibt zwar einige actionreichere Szenen, aber insgesamt spielt sich der Thrill eher im psychischen Bereich ab, würde ich sagen. Man weiß eben nie, wem man noch trauen kann. Das macht den Reiz der Story aus.

Bewertung:

TRÜMMERMÄDCHEN von LILLY BERNSTEIN – Meine Rezension …

Taschenbuch: 512 Seiten
ISBN: 9783548063416
Erscheinungsdatum: 02.11.2020
Herausgeber: Ullstein Taschenbuch
Autorin: Lilly Bernstein
LESEPROBE

Meine Meinung:
Für dieses Buch hab ich nur einen Tag gebraucht zum Lesen, da ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist so extrem eindrücklich, fesselnd, emotional bewegend und auch spannend, was nicht nur am absolut tollen Schreibstil der Autorin liegt.
Sie beschreibt ihre Figuren so lebensecht und authentisch, mit all ihren guten und schlechten Seiten, menschlichen Gefühlen und Emotionen. Wir dürfen die Protagonisten über mehrere Jahre begleiten: es beginnt im Juli 1941 und endet im Januar 1948.
In dieser Zeit wächst die kleine Anna in Köln auf – mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Wir sind als Leser hautnah dabei, wenn sie bei Sirenengeheul in den Schutzbunker flüchten muss, als sie ihre Freundin Ruth und deren Familie vermisst, die plötzlich verschwunden sind und auch, als sie furchtbar unter Kälte und Hunger leidet. Wir stehen Anna bei und weinen mit ihr, als sie eine weitere Freundin verliert und wir halten sie in Gedanken im Arm, weil ihr unaussprechliches Leid zugefügt wird.
Man kann sich diesem Sog der Emotionen nicht entziehen, die beim Lesen unausweichlich entstehen. Es ist eine so mitreißende und authentische Geschichte, die von vielen Tiefen, aber glücklicherweise auch immer wieder von Höhen erzählt. Ich hätte noch stundenlang weiterlesen mögen, ich wollte mich nicht von den liebgewonnenen Figuren verabschieden.
Am Ende hätte ich mir noch einen kleinen Ausblick in die Zukunft gewünscht, aber auch so war es gelungen und bildete einen würdigen Abschluss dieser Geschichte. Es wäre sogar noch genug Luft für eine Fortsetzung, die mit Sicherheit in keiner Weise langweilig würde, denn auch in der Nachkriegszeit gab es noch genügend, was sich zu erzählen lohnt.

Ein absolut mitreißendes, hochemotionales Buch, das ich nur weiterempfehlen kann. Ich habe es geliebt!

Bewertung:

DIE SCHWEIGENDE von ELLEN SANDBERG – Meine Rezension …

Verlag: Penguin Verlag
Broschiert: 544 Seiten
ISBN: 9783328104858
Erscheinungsdatum: 26.10.2020
Autorin: Ellen Sandberg
LESEPROBE

Meine Meinung:
Das Buch habe ich in nur zwei Tagen gelesen und tatsächlich mit Tränen in den Augen geschlossen.
Es ist eine sehr emotionale Geschichte mit vielen Geheimnissen und noch mehr Dramatik, die sich die Autorin hier wieder erdacht hat. Vor allem ist es eine Thematik, die bei jedem Leser wohl etwas unterschiedlich ankommen wird – je nach der eigenen Lebens- und Familiengeschichte. Man zieht unweigerlich Parallelen, wenn man mit Personen aufgewachsen ist, die auch noch sehr geprägt sind von den Nachkriegsjahren und beispielsweise wenig Nähe zulassen können.

Ellen Sandberg erzählt das Drama um eine Frau mit drei längst erwachsenen Töchtern, die ihren Mann kürzlich verloren hat. Karin kommt alleine nicht mehr gut zurecht, sie lässt sich gehen und vernachlässigt Haus und Garten. Doch gleichzeitig fällt es ihr auch unendlich schwer, Hilfe anzunehmen.
Ihre drei Töchter sind extrem unterschiedlich, haben aber eins gemein: sie vermissen ihren Vater sehr, denn dieser hat sich immer viel besser um sie gekümmert als die Mutter es je konnte. Zu Karin haben sie alle kein besonders inniges, warmherziges Verhältnis.
Imke, die Mittlere, war sogar anwesend, als ihr Vater starb und sie erhielt von ihm noch die kryptische Aufgabe, nach einem gewissen Peter zu suchen. Doch Karin will davon nichts wissen, sie behauptet, sie kenne keinen Peter.
So bleibt Imke nichts anderes übrig, als selbst nachzuforschen und was sie aufdeckt, verändert alles …

Wer sich schon einmal mit der Thematik des „inneren Kindes“ beschäftigt hat, der wird seine helle Freude an diesem Buch haben in psychologischer Hinsicht. Es ist wirklich ein Drama, was sich hier innerhalb der Familie abspielt. Der Vater, der alle als ruhender Pol irgendwie zusammengehalten hat, ist leider nicht mehr da und nun ist der Weg offen für allerlei Zwist und Unruhe. Und davon gibt es in diesem Buch wirklich reichlich auf der aktuellen Zeitebene.
Gleichzeitig dürfen wir aber auch einen Blick in die Vergangenheit werfen und Karins Kinderzeit miterleben.

Das Buch ist absolut emotional und konfliktgeladen, es wirkt aufwühlend und mitreißend. Empathische Menschen werden sich der Sogwirkung unmöglich entziehen können, man leidet tatsächlich mit.
Über allem liegt aber auch viel Spannung und es ist so fesselnd, dass man es kaum noch aus der Hand legen mag.
Dank des lebendigen Schreibstils kann man sich alles immer bestens vorstellen. Auch die Figuren wirken sehr lebensecht und authentisch in ihrer Art und sogar in ihren teils extremen Handlungen.
Die Autorin hat sich an einen Missstand gewagt, den man überall auf der Welt antreffen konnte oder sogar bis heute kann: strenge, unmenschliche Erziehungsmethoden für Kinder. Diese Geschichte zeigt sehr anschaulich, was das mit der Psyche eines Menschen machen kann und wie die Folgen noch Generationen später deutlich spürbar sind. Ein bedrückendes Thema, das aber sicher viele Leser sogar selbst betrifft.

Von mir auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung für alle Fans spannender und aufwühlender Lektüre, die noch länger nachklingt. Ein tolles Buch!

Noch eine Anmerkung am Rande für alle Haustierbesitzer: die im Buch erwähnte „Rohasche“ ist natürlich kein wirklicher Bestandteil von Katzenfutter, sondern nur ein analytischer. Nach dieser Berechnung würde auch eine echte Maus etwa 11 % Rohasche enthalten. 😉

Bewertung:

KALTES GOLD von CILLA + ROLF BÖRJLIND – Meine Rezension …

Originaltitel: Fruset guld
Broschiert: 512 Seiten
Erscheinungsdatum: 09.11.2020
ISBN: 9783442758524
Verlag: btb Verlag
Autoren: Cilla + Rolf Börjlind
Teil 6 der Reihe mit Tom Stilton und Olivia Rönning
LESEPROBE

Meine Meinung:
Zuerst noch der Hinweis für alle, die diese Bücherreihe noch nicht kennen: bitte unbedingt von vorne lesen, denn es lohnt sich wirklich und die Figuren haben sich bereits so weiterentwickelt, dass auch immer wieder auf die Vergangenheit verwiesen wird. Wer möchte, kann Teil 1 (Springflut) und Teil 2 (Die dritte Stimme) sogar als Mini-Serien sehen, denn diese wurden bereits absolut gelungen verfilmt. Weitere Teile in der richtigen Reihenfolge sind „Die Strömung“, „Schlaflied“ und „Wundbrand“. Natürlich wäre es auch möglich, das Buch ohne Vorkenntnisse zu lesen, denn es ist ja an sich ein abgeschlossener Fall, aber euch würde wirklich etwas entgehen!

Was ist das Besondere an dieser Reihe? Auf jeden Fall die liebenswerten Figuren, die man ganz schnell ins Leserherz schließt. Nicht nur Olivia und Tom, die beiden Hauptpersonen, sondern vor allem auch ihre zahlreichen Kollegen, Freunde und übrigen Mitstreiter, die in jedem Band wieder dabei sind. Es fühlt sich an wie ein freudiges Wiedersehen mit alten Bekannten.
Des Weiteren mag ich den atmosphärischen Schreibstil des Autorenduos, denn die Geschichte liest sich sehr lebendig und man wähnt sich immer mitten im Geschehen. Die Schauplätze werden so anschaulich beschrieben, dass man sich alles prima visualisieren kann – und das reicht hier von eisigen Gefilden bis hin zu tropischen Orten, für jeden etwas dabei.
Fesselnde Spannung zieht sich durch die gesamte Story und nicht selten geraten die Protagonisten selbst in große Gefahr, wie das eben bei Thrillern so üblich ist. Alles ist prima durchdacht und die Balance zwischen Privatleben und Lösen des Falls stimmt mal wieder sehr gut. Die Rätsel werden nach und nach gelöst, doch immer wieder werden wir auch überrascht von neuen Erkenntnissen und Wendungen.

Es geht diesmal um eine Leiche, die im Gebiet eines schmelzenden Gletschers gefunden wird. Schnell wird klar, dass der Mann dort schon seit langer Zeit liegt. Trotzdem wird Olivia auf ihrem Weg zum Fundort von Unbekannten angegriffen und schwer verletzt.
Grund genug für Tom Stilton, ihrem Freund und Mentor, seinen Aufenthalt in Thailand zu unterbrechen und sofort seine Unterstützung anzubieten. Auch Olivias Ex-Chefin Mette ist mit von der Partie, genau wie Abbas … alle sind für sie da – und haben den Vorteil, auch außerhalb des offiziellen Dienstweges agieren zu können. Das verschafft ihnen oft den entscheidenden Vorsprung, den sie auch bitter nötig haben, denn sie legen sich mit mächtigen Gegnern an.

Nicht nur Spannung und eine gut durchdachte Story stecken in diesem Buch, sondern auch etwas Humor, viel Emotionen und gut platzierte Kritik in Richtung Klima- und Umweltschutz.
Das Buch hatte ich in nur zwei Tagen gelesen, denn ich konnte es fast nicht mehr aus der Hand legen. Am Ende ist zwar der Fall gelöst, aber im privaten Bereich bleibt sehr vieles offen, so dass ich auf eine baldige Fortsetzung hoffe. Ich liebe diese Reihe!

Bewertung:

Die DVDs der Serie:

Die Bücher:

DER MASSAI, DER IN SCHWEDEN NOCH EINE RECHNUNG OFFEN HATTE von JONAS JONASSON – Meine Rezension …

Originaltitel: Hämnden är ljuv AB
Gebundene Ausgabe: 400 Seiten mit 3 farbigen Abbildungen
Erscheinungsdatum: 26.10.2020
ISBN: 9783570104101
Verlag: C. Bertelsmann
Autor: Jonas Jonasson
LESEPROBE

Meine Meinung:
Wer bereits Bekanntschaft mit dem „Hundertjährigen“ gemacht hat, der kann sich ungefähr vorstellen, dass hier eine ähnlich verworrene, spaßige Geschichte auf ihn zukommt, die nicht selten von den seltsamsten Zufällen und Begegnungen getragen wird.
Neue Figuren werden immer sehr ausführlich in die Geschichte eingeführt, indem man viel aus deren Vergangenheit erfährt. So hat man stets gleich ein lebendiges Bild vor Augen. Ob die Personen authentisch wirken? Ja, durchaus, auf eine sehr überspitzte, fein beobachtete Art und Weise, die der Autor perfekt beherrscht.
Im gleichen Maße überragend treffend wirft Jonas Jonasson auch einen Blick auf die Gesellschaft im Allgemeinen und streut Kritik in bester Satiremanier ein. Man hat wirklich sehr oft ein Lächeln im Gesicht beim Lesen, manchmal sogar noch mehr. Ich mag seine Art von Humor.
Die Protagonisten habe ich sehr schnell ins Leserherz geschlossen, sie sind zumeist äußerst liebenswürdig und oft herrlich verschroben.
Im Wesentlichen dreht sich in dieser Geschichte alles um zwei Kunstwerke, die ihren Weg von Afrika nach Schweden finden und dabei für jede Menge Verwirrung sorgen. Es geht um Ausgrenzung, Extremismus, viel Kunst, Gier, Hass, ganz viel Rache, Liebe, Zusammenhalt, Kühe, Ziegen, Stempel und einen Kommissar, der seine Pausen mehr liebt als seine Arbeit.
Eine absolut gelungene, oft absurd komische, emotionale Mischung, die für viel Lesefreude sorgt. Anfangs noch etwas gemächlich, doch dann immer spannender und sogar etwas actionreich. Kann ich nur empfehlen!

Bewertung:

REQUIEM FÜR EINEN FREUND von ELISABETH HERRMANN – Meine Rezension …

Goldmann Verlag
Taschenbuch 480 Seiten
ISBN13: 978-3-442-48250-4
Erscheinungsdatum: 18.05.2020
Autorin: Elisabeth Herrmann
Teil 6 der „Joachim Vernau“-Reihe

Meine Meinung:
Endlich Neues von Joachim Vernau und den vielen anderen liebgewonnenen Figuren dieser Reihe: schon zum sechsten Mal schickt Elisabeth Herrmann die sympathische Berliner Truppe in ein spannendes Abenteuer.
An vielen Stellen hat die Geschichte eher Thrillercharakter, denn es geht schon ganz schön heftig zur Sache und Joe steckt einfach immer mittendrin. Ist er einmal auf der Spur eines Verbrechens, so bringt ihn eben nichts mehr davon ab, egal wie bedroht sein eigenes Leben sein mag.
Eigentlich beginnt alles noch recht harmlos und lediglich etwas lästig mit einer steuerlichen Betriebsprüfung. Doch als der Finanzbeamte nach einem seltsamen Telefonat mit Joachim plötzlich erschossen in dessen Büro liegt, ändert sich die Situation schlagartig.
Zusammen mit Marie-Luise begibt er sich auf Spurensuche und stößt auf den angeblichen Selbstmord einer Staatsanwältin vor einigen Jahren. Auch sein alter Studienfreund Marquardt soll etwas mit der Sache zu tun haben – und reagiert ungewohnt unfreundlich auf Nachfragen.
In welches Wespennest Joachim da wieder gestochen hat, wird ihm bald bewusst – und ebenso die internationale Tragweite der Geschichte.

Es ist ein weiterer spannender, fesselnder Teil aus dem Leben des Rechtsanwalts Joachim Vernau und seiner Kanzleipartnerin Marie-Luise, der sich fast nahtlos an den letzten Fall anschließt. Der gewohnt lebendig-atmosphärische Schreibstil der Autorin lässt uns hautnah teilhaben und mitfiebern.
Auch die Schauplätze werden wieder sehr eindrucksvoll beschrieben, wobei wir auch hier einmal mehr in die Ferne reisen dürfen.
Das Wiedersehen mit Joe, seiner Mutter, Hüthchen und den vielen anderen liebgewonnenen Figuren hat mich sehr gefreut. Durch die gelungenen Verfilmungen hat man auch inzwischen noch lebendigere Bilder vor Augen beim Lesen.
Wenn ihr die Reihe noch nicht kennt: lest oder schaut sie von Anfang an, denn es lohnt sich wirklich.
Dieses Mal ist die Thematik eher zeitlos bis sehr aktuell, während in den vorherigen Teilen oft eine Brücke in die Vergangenheit geschlagen wurde.
Das Buch kann ich nur empfehlen, denn es liest sich spannend, fesselnd und fast wie ein Thriller. Und über allem liegt eine sehr emotionale Decke, denn Freundschaft und Zusammenhalt werden in diesem Buch groß geschrieben – trotz aller Widrigkeiten.

Bewertung:

DEIN KALTES HERZ von SHARON BOLTON – Meine Rezension …

Goldmann Verlag
Taschenbuch: 480 Seiten
Erscheinungsdatum: 21.09.2020
ISBN-13: 9783442490561
Originaltitel: The Split
Autorin: Sharon Bolton

Meine Meinung:
Sharon Bolton gehört mit ihren immer extrem fesselnden und spannenden Thrillern zu meinen Lieblingsautorinnen und auch von ihrem neuesten Buch wurde ich nicht enttäuscht. In zwei Tagen fertig gelesen, das sagt schon vieles aus. Hat man einmal begonnen, mag man es nicht mehr aus der Hand legen.
Die Rezension zu schreiben, ist aber nicht so einfach, denn man möchte ja nicht zu viel verraten. Das wäre bei dieser ausgeklügelten Geschichte nicht so gut, denn sie ist hochspannend, was nicht zuletzt an den vielen Überraschungen und Wendungen liegt.
So möchte ich nur so viel sagen, dass es um Felicity geht, eine starke junge Frau mit einem ungewöhnlichen Beruf: sie erforscht Gletscher. Dazu ist sie quasi ans Ende der Welt gereist auf eine sehr unwirtliche Insel, auf der früher die Walfänger ihre blutige Arbeit verrichtet haben. Felicity hat furchtbare Angst vor einem Mann … und dieser ist gerade auf dem Weg zu ihr.
Dann machen wir einen Sprung in die nähere Vergangenheit und wir erfahren, was vor Felicitys Abreise in Cambridge geschehen ist. Dies bringt einiges Licht ins Dunkel, aber auch gleichzeitig neuerliche Schatten … nichts scheint klar in dieser Geschichte.
Es handelt sich um einen atemlosen Thriller, der oft in die Psychothrillerrichtung tendiert. Eine Story, bei der man nie wirklich weiß, wer gut und böse ist. Eine komplexe, gut erdachte Geschichte, die gegen Ende sogar noch mit einer Prise Humor aufwarten kann.
Ich konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen und fand es sehr spannend. Blutige Szenen halten sich in Grenzen, so dass auch Fans von Psychothrillern gerne zugreifen dürfen.

Bewertung: