Sterbenszeit von Michael Kibler – Meine Rezension …

Taschenbuch: 400 Seiten
Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: 2 (15. September 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3492300847
ISBN-13: 978-3492300841

Über den Autor:
Michael Kibler wurde 1963 in Heilbronn geboren und lebt in Darmstadt. Er studierte an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt, im Hauptfach Germanistik mit den Nebenfächern Filmwissenschaft und Psychologie.

Den ersten Krimi „Madonnenkinder“ veröffentlichte er 2005. Dem Ermittlerteam um Margot Hesgart und Steffen Horndeich, die in der südhessischen Kleinmetropole Darmstadt ermitteln, ist er in sechs weiteren Büchern treu geblieben. Der jüngste Wurf ist „Opfergrube“. Aber Kibler schreibt auch Sachbücher und hat schon einige Krimi-Kurzgeschichten veröffentlicht. Neben dem Verfassen von Büchern arbeitet er als Texter und PR-Profi.

Schwerpunkt des Schriftstellers sind Krimis. Deshalb ist er Mitglied des Syndikats – der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur. Aber er ist auch auf dem Gebiet der Sachbücher tätig.

Er schreibt nicht nur im Stillen, sondern schätzt den Kontakt zum Publikum. Deshalb bietet er in seinem Programm Kibler erleben Lesungen, Stadtführungen durch Darmstadt oder auch Schreib-Workshops an.
(Amazon)

Der Buchrückentext:
Der Mord an einem Neugeborenen scheint für Ricarda Zöller von der SoKo Mainz ein unlösbarer Fall. Bis die Tatwaffe einen Zusammenhang zu einem früheren Verbrechen in Heidelberg preisgibt. Handelt es sich um denselben Täter? Ricarda wendet sich an Lorenz Rasper vom Bundeskriminalamt Wiesbaden. Kaum hat der Spezialist seine Ermittlungen aufgenommen, werden sie an einen neuen Tatort gerufen: Die Mutter des Babys wurde ebenfalls getötet …

Die Geschichte:
Lorenz Rasper vom BKA Wiesbaden hat sich dafür stark gemacht, dass eine bundesländerübergreifende Spezialabteilung eingerichtet wird, um eventuellen Serientaten besser auf die Spur zu kommen. Leider läuft die Arbeit nicht so, wie er sich das vorstellt: er und seine Kollegen haben kaum etwas zu bearbeiten, da die Zuständigkeiten oft nicht ganz geklärt sind. Die Abteilung steht kurz vor ihrer Auflösung …
Da kommt der Hilferuf von Ricarda Zöller aus Mainz gerade zur rechten Zeit: ein erschossener Säugling bereitet der Frau und ihrem Team großes Kopfzerbrechen. Als kurz darauf auch noch die Mutter des Babys stirbt und weitere Personen bedroht sind, wird klar, dass ein Serientäter sein Unwesen treibt.
Immer wieder sind Kapitel eingeschoben, die in der Vergangenheit handeln. Ein Kriegshäftling berichtet aus seinem Leben – wirklich erschreckend und verwoben mit historischen Fakten.

Meine Meinung:
Zunächst musste ich mich etwas an den Schreibstil gewöhnen, der zwar wirklich toll zu lesen ist, aber manche Szenen werden für meinen Geschmack zu detailreich beschrieben. Das führt etwas zu Längen, wo es keine geben müsste.

Auch mit den Charakteren musste ich zum Teil erst etwas „warm werden“, vor allem mit Lorenz Rasper. Doch schon nach kurzer Zeit hatte ich meine Favoriten unter den Ermittlern gefunden und fand es toll, auch mehr aus deren Privatleben zu erfahren. Keiner wirkt hier blass, es sind allesamt Personen mit Ecken und Kanten – und sehr menschlichen Zügen.

Als Regionalkrimi würde ich dieses Buch eigentlich nicht bezeichnen, da die Handlung doch an sehr vielen verschiedenen Orten angesiedelt ist. Trotzdem wirkte es durch die genaue Beschreibung der Schauplätze manchmal so, was ich sehr interessant fand.

Die Kapitel, die in der Vergangenheit handeln, brachten mir einen Teil der Geschichte nahe, mit dem ich mich bisher nicht befasst hatte. Es war erschreckend zu lesen und ich werde mich über dieses Thema noch weiter informieren. Danke für die Denkanstöße!

Was den Kriminalfall betrifft: hier ist Konzentration beim Lesen gefragt. Es ist eine sehr komplexe Geschichte mit vielen Handelnden, sowohl bei den Opfern als auch bei den Ermittlern. Die Spannung steigt im Verlauf immer mehr an und man kann als Leser toll miträtseln. Unerwartete Wendungen und falsche Spuren dürfen natürlich hier auch nicht fehlen.

Am Ende ist der Fall zwar geklärt, aber „drumherum“ bleibt noch vieles offen. Ein typisches Ende für eine Krimireihe. Und ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

Fazit:
Ein spannender Krimi mit erschreckendem historischem Hintergrund. Der Auftakt zu einer neuen Reihe, die ich auf jeden Fall im Auge behalten werde!

Bewertung:
5pfoten

Zorn – Wie sie töten von Stephan Ludwig – Meine Rezension …

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (20. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596198615
ISBN-13: 978-3596198610

Über die Reihe:
Zorn und Schröder ermitteln hier bereits zum vierten Mal. Die vorherigen Bände sind:

Über den Autor:
Stephan Ludwig, arbeitete als Theatertechniker, Musiker und Rundfunkproduzent. Er hat drei Töchter, einen Sohn und keine Katze.
Zum Schreiben kam er durch eine zufällige Verkettung ungeplanter Umstände. Er lebt und raucht in Halle.
Seinen Kommissar Claudius Zorn könnt ihr auch bei Facebook besuchen.

Der Buchrückentext:
In einer Winternacht wird ein Mensch vor die S-Bahn gestoßen. Niemand beobachtet den Mord, die Polizei geht von Selbstmord aus. Auch Hauptkommissar Claudius Zorn schenkt dem Vorfall keine Beachtung. Er ist damit beschäftigt, seinen ehemaligen Kollegen Schröder zu überreden, wieder sein Partner zu werden. Was jedoch weder Zorn noch Schröder ahnen: Der Täter ist ganz in ihrer Nähe. Und hat eine Reihe neuer Opfer im Visier. Menschen, die den beiden Ermittlern nahestehen …

Die Geschichte:
Der arbeitsscheue Kommissar Zorn soll seine Fälle nun alleine lösen, da der Kollege Schröder aus persönlichen Gründen den Dienst quittiert hat. Dass das nicht funktioniert, wird auch Lesern ohne Vorkenntnisse der Reihe schnell klar.
In den Mittagspausen besucht Zorn seinen Ex-Kollegen in dessen neu eröffnetem Imbiss „Chez Schröder“ und versucht ihn zu überreden, doch wieder zurück in den Polizeidienst zu kommen.
Derweil treibt in der Stadt ein irrer Serienkiller sein Unwesen, doch zunächst erkennt niemand die Zusammenhänge zwischen den Todesopfern. Bis Zorn und Schröder selbst in größte Gefahr geraten …

Meine Meinung:
Zunächst einmal möchte ich allen Lesern, die Kommissar Zorn noch nicht kennen, dazu raten, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Was den Fall betrifft, ist dies natürlich nicht zwingend notwendig. Aber besonders am Anfang dreht sich doch sehr vieles nur um die Personen Zorn und Schröder, was auf „Außenstehende“ ohne Vorkenntnisse eher seltsam oder langweilig wirken könnte. Für Fans der Reihe ist es allerdings sehr schön, dass wir mehr darüber erfahren, was aus Schröder und seiner Familie geworden ist. Diese durften wir nämlich im letzten Band genauer kennenlernen.

Spannung entsteht dann auch so langsam, wobei ich trotzdem sagen muss, dass ich die Story recht vorhersehbar fand. Aber dadurch, dass viele liebgewonnene Charaktere in große Gefahr geraten, fiebert man doch ständig mit und es wird nie langweilig. Es fehlt auch nicht an Überraschungen und thrillertypischen Cliffhangern.

Über Zorns Gefühlswelt erfahren wir in diesem Band eine ganze Menge und es scheint, als würde der Eisklotz langsam auftauen! Wer ihn und seine besondere Art allerdings nicht mag, der wird wahrscheinlich auch nach diesem Buch keine andere Meinung von ihm haben. Wie auch immer: ich finde ihn toll, genau wie Schröder und auch die Staatsanwältin Frieda Borck.
Was die Antagonisten betrifft: die fand ich einfach nur widerlich und nervig, wobei der Autor es am Ende auch hier noch schafft, dass man für eine Person etwas Mitleid empfindet. Psychisch schwer gestörte Charaktere, die ganz gut dargestellt wurden.

Stephan Ludwigs Schreibstil fand ich wieder toll. Die frechen Dialoge, ein bisschen Wortwitz und eindrucksvolle Beschreibungen der Schauplätze sorgen für viel Freude beim Lesen.

Leser mit schwachem Magen sollten beachten, dass es stellenweise wirklich eklig und blutig zugeht.

Fazit:
Für Fans der Reihe ein absolutes Muss! Allen anderen Thrillerlesern würde ich raten, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da dieses Buch ohne Vorkenntnisse eher enttäuschend sein könnte.
Mich hat es jedenfalls super unterhalten und ich habe es heute in einem Rutsch durchgelesen! Freue mich schon auf den 5. Fall mit Zorn und Schröder! 🙂

Bewertung:
5pfoten

Die Lichtung von Linus Geschke – Meine Rezension …

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (10. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548286364
ISBN-13: 978-3548286365

Über den Autor:
Linus Geschke lebt in Köln und arbeitet als freier Journalist für führende deutsche Magazine und Tageszeitungen, darunter Spiegel Online, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, Manager Magazin. Dazu verfasst er für das Special-Interest-Magazin „unterwasser“ Tauch- und Reisereportagen und bedient alle zwei Monate eine Kolumne („Nachgedanken“). Mit seinen Reportagen hat der begeisterte Anhänger des 1. FC Köln bereits mehrere Journalistenpreise gewonnen.

Nach zwei Sachbüchern erschien im Oktober 2014 sein erster Krimi „Die Lichtung“, in dessen Mittelpunkt der Journalist Jan Römer und dessen beste Freundin Mütze stehen. Ein zweiter Band der Reihe ist bereits in Arbeit.
(amazon)

Der Buchrückentext:
DAMALS WURDE DEIN BESTER FREUND GETÖTET – JETZT JAGST DU SEINEN MÖRDER
Sommer 1986: Eine Kölner Clique verbringt ein Party-Wochenende in einer Blockhütte im Bergischen Land. Am Ende sind zwei junge Menschen tot. Der Zeitungsredakteur Jan Römer soll Jahre später über den ungelösten Kriminalfall schreiben. Römer erinnert sich gut, denn das Wochenende im Wald war das Ende seiner Jugend – er gehörte selbst zu jener Clique. Zu spät merkt er, in welche Gefahr er sich durch seine Recherchen bringt …

Die Geschichte:
Jan Römer ist Sportjournalist und soll einen kranken Kollegen vertreten. Dass er ausgerechnet über einen alten Kriminalfall berichten soll, der fast 30 Jahre zurück liegt und an dem er zu allem Überfluss auch noch selbst beteiligt war, ist natürlich ein großer Zufall.
Jan beschließt nach anfänglichen Bedenken, sich seiner Vergangenheit zu stellen. Als er in den Polizeiberichten einen entscheidenden Hinweis findet, erscheint plötzlich alles in einem anderen Licht. Er bittet eine Ex-Kollegin um Hilfe bei den Recherchen und zusammen begeben sie sich auf Spurensuche – und in beinahe tödliche Gefahr, denn der Mörder ist immer noch frei!

Meine Meinung:
Mir gefällt der Schreibstil von Linus Geschke sehr gut, die Dialoge wirken authentisch und es wird an keiner Stelle langweilig.
Die beiden Hauptprotagonisten Jan und „Mütze“ sind sympathisch. Es freut mich, dass es eine Fortsetzung des Buches geben wird, denn ich möchte gerne mehr von ihnen lesen!
Auch die Nebenfiguren sind ganz gut gezeichnet und durch die Rückblenden in die Jugendzeit erhalten sie auch mehr Tiefe.
Apropos Rückblenden: ein großer Teil des Buches erzählt uns die Geschehnisse im Jahr 1986. Mit vielen Details, wie den Songs, die gerade im Radio laufen, lässt uns Linus Geschke in der Zeit zurückreisen. Da ich mich in vielen Beschreibungen wiederfinden konnte, störte mich die Ausführlichkeit an diesen Stellen gar nicht.
Sehr viele Wendungen und Überraschungen sorgen bis zum Ende für Spannung. Jans Privatleben gewinnt zwar im Lauf der Geschichte immer mehr an Einfluss, aber das ist wohl erst für den nächsten Band wirklich relevant. In diesem Buch ist es eher nebensächlich und führt zu keinem Ergebnis.
Am Schluss ist der Fall zwar geklärt, aber es endet irgendwie recht abrupt. Die losen Enden deuteten schon sehr auf eine Fortsetzung hin, auf die ich mich schon freue.

Fazit:
Ein fesselnder Krimi mit netten Hauptfiguren und einer kleinen Zeitreise in die Jugend inklusive!
Besonders zu empfehlen für Leser, die die 80er kurz wieder aufleben lassen möchten.

Bewertung:
4pfoten

Killing Butterflies von M. Anjelais – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Chicken House (Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3551520712
ISBN-13: 978-3551520715
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 18 Jahre

Über die Autorin:
M. Anjelais, geboren 1993, schreibt seit sie sieben Jahre alt ist und hat mit ihren Geschichten schon zahlreiche Wettbewerbe gewonnen. „Killing Butterflies“ ist ihr Debütroman. Anstatt aufs College zu gehen konzentriert sie sich lieber ganz aufs Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in Nesco, New Jersey, wo sie gerne zeichnet, Reden schwingt und ihr Leben als glückliche Exzentrikerin genießt.
(amazon)

Der Buchrückentext:
Sphinx und Cadence kennen sich seit frühester Kindheit und wachsen fast wie Geschwister auf.
Sie – freundlich, aufgeschlossen, ganz normal.
Er – charismatisch, attraktiv, extrem begabt.
Sie öffnet Herzen. Er tötet Schmetterlinge. Sie ist arglos, er gefährlich. Und doch kommen beide nicht voneinander los.
Das überwältigende Debüt einer Zwanzigjährigen über erste Liebe, Manipulation und das Erwachsenwerden.

Die Geschichte:
Zwei kleine Mädchen werden zu besten Freundinnen und planen ihre Zukunft: Leigh möchte einen kleinen Jungen haben, Sarah ein kleines Mädchen. Dann beschließen die beiden, dass ihre Kinder füreinander bestimmt sein werden, heiraten und ihnen gemeinsame Enkelkinder schenken – soweit der Plan …
Und die kühnen Zukunftsvisionen werden schließlich sogar beinahe zur Wirklichkeit: Leigh bringt den kleinen Cadence zur Welt, Sarah kurze Zeit später ihre Tochter Sphinx.
Die beiden Kleinen wachsen gemeinsam auf, doch etwas stört die Idylle: Cadence ist nicht normal. Als er eines Tages kaltblütig und absichtlich einen Schmetterling zerquetscht, ist klar, dass eine ständige Gefahr von diesem Jungen ausgeht.
Nach einem weiteren Vorfall zieht Leigh mit ihrem Sohn weit weg und Cadence und Sphinx sehen sich nicht mehr. Bis ein Schicksalsschlag die beiden wieder zusammenbringt …

Meine Meinung:
Der Buchrückentext versprach sehr viel, aber meine Erwartungen konnte das Buch leider nicht erfüllen.

An sich steckt eine gute Idee hinter der Geschichte, nur die Umsetzung hätte ich mir stellenweise etwas anders gewünscht. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nicht zur eigentlichen Zielgruppe des Buches gehöre: meine Teenagerzeit liegt weit zurück.

Die Handlung plätscherte so dahin und vieles wiederholt sich, aber es lag trotzdem eine gewisse Spannung über allem.
Diese Spannung resultierte aber häufig aus völligem Unverständnis für das Verhalten von Sphinx. Man liest einen Abschnitt und weiß schon genau, was passieren wird … man möchte sie schütteln, sie anschreien, dass sie doch bitte ihr Hirn einschalten möge und dass sie unmöglich so naiv und dumm reagieren kann. Doch sie kann es – immer wieder. Und nicht nur Sphinx, sondern auch Leigh hat einige solcher Momente.
Cadence ist ein schwieriger Charakter, aber recht gut und wohl auch am authentischsten dargestellt.
Wirklich sympathisch konnte ich leider niemanden in dieser Geschichte finden.

Da ich mir aber gut vorstellen kann, dass es wirklich solche (abhängigen?) Menschen wie Sphinx gibt, kann man dies der Autorin nicht zum Vorwurf machen.

Der Schreibstil an sich hat mir schon gefallen, wenn man von den Wiederholungen einmal absieht. Sphinx erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht, was etwas einseitig wirkt. Manchmal wäre es vielleicht ganz schön gewesen, die Sichtweise eines anderen Charakters kennenzulernen, um etwas Abwechslung reinzubringen.

Fazit:
Guter Schreibstil, aber es kam zu einigen Längen bzw. Wiederholungen. Mit den Protagonisten konnte ich mich leider nicht anfreunden.

Bewertung:
3pfoten

Commissario Pavarotti küsst im Schlaf von Elisabeth Florin – Meine Rezension …

Broschiert: 432 Seiten
Verlag: Emons Verlag (7. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954514397
ISBN-13: 978-3954514397

Dieses Buch habe ich Annette alias „Die-Rezensentin“ zu verdanken. Vielen lieben Dank, dass ich das Buch lesen durfte! 🙂

Über die Reihe:
Das vorliegende Buch ist bereits der 2. Band, in dem Commissario Pavarotti ermittelt.
Die komplette Reihe bisher:

Über die Autorin:
Elisabeth Florin ist das Pseudonym einer deutschen Krimiautorin. Ihre bisher erschienenen Romane um Commissario Pavarotti und die deutsche Touristin Lissie von Spiegel spielen in Südtirol. „Commissario Pavarotti trifft keinen Ton“ stand 2013 lange Zeit weit oben auf der offiziellen Bestsellerliste in Südtirol – davon mehrere Monate auf Platz 1.

In ihren Büchern verknüpft Florin nach Einschätzung von Kritikern Sprachwitz, psychologisch ausgearbeitete Handlungen und Spannung gekonnt miteinander. Entsprechend adressieren die Bücher um das außergewöhnliche Ermittlerduo Liebhaber von spannender Unterhaltung mit Schauplatz Südtirol ebenso wie Krimifans insgesamt. Florin wird attestiert, dass ihre „Commissario Pavarotti“-Romane sich deutlich vom üblichen Regionalkrimi abheben.

Elisabeth Florin hat vor (und neben) ihrer Tätigkeit als Autorin als Managerin in der Finanzindustrie gearbeitet. Sie war u.a. Kommunikationschefin einer Großbank und eines großen internationalen Asset Managers sowie Mitglied der Geschäftsleitung einer Ratingagentur. Geboren ist die Autorin in Bayern, sie lebt heute im Taunus bei Frankfurt am Main.

Mehr Infos findet ihr hier: www.elisabethflorin.de

(Amazon)

Der Buchrückentext:
Ein drückend heißer Sommer in Meran. Der Chefingenieur eines italienischen Kreuzfahrtschiffes wird in einer psychiatrischen Klinik ermordet. Bevor Commissario Pavarotti und die Deutsche Lissie den Täter jagen können, müssen sie dem Opfer auf die Spur kommen, denn der Mann lebte unter falschem Namen. Ein Verwirrspiel um Identitäten beginnt – bis sie schließlich den Keim des Bösen in der gemeinsamen Vergangenheit Italiens und Deutschlands entdecken …
Ermittlungen zwischen Meran und Frankfurt – ein raffinierter Kriminalroman, eindringlich erzählt: der Nachfolger des Nummer-eins-Erfolgs in Südtirol!

Die Geschichte:
Commissario Pavarotti wird zu einem Mordschauplatz gerufen: ein Mann wurde erstochen aufgefunden. Befragungen in der psychiatrischen Einrichtung, in der das Opfer freiwillig gelebt hat, bringen die Ermittler nicht wirklich voran. Pavarotti, der auch mit privaten Problemen zu kämpfen hat, sehnt sich die Hilfe seiner Bekannten Lissie herbei. Er lässt sie unter einem Vorwand aus Deutschland kommen.
Da der Tote zuletzt auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet hat, schleicht sich Lissie dort ein – genau wie in die psychiatrische Klinik. Nach und nach wird klar, dass dieser Fall sehr kompliziert ist: der ermordete Mann benutzte eine falsche Identität.
Das ungewöhnliche Ermittlerpaar Luciano und Lissie müssen sehr weit in die Vergangenheit zurück, um das Rätsel zu lösen. Und für Lissie wird es außerdem noch sehr gefährlich …

Meine Meinung:
Der Schreibstil von Elisabeth Florin gefällt mir sehr gut. Ihre Landschaftsbeschreibungen sind sehr bildhaft, es ist beinahe ein kleiner Urlaub im Alltag, wenn man gedanklich ins heiße Meran abtaucht.

Die beiden Hauptprotagonisten Luciano Pavarotti und Lissie von Spiegel sind durchaus sympathisch, wenn auch im Umgang miteinander manchmal etwas anstrengend. Es kommt allerdings stellenweise auch zu humorvollen Szenen und Dialogen, die die Situation wieder etwas auflockern.

Eine detaillierte Ausarbeitung der Charaktere (auch mancher Nebenfiguren) ist der Autorin anscheinend sehr wichtig. Es gibt praktisch keine Figur in diesem Buch, von der wir nicht etwas aus der Vergangenheit oder von aktuellen Problemen erfahren. Und dabei sind die Insassen der psychiatrischen Klinik noch eher die harmloseren Fälle.
Das war mir persönlich leider etwas zu viel des Guten, denn ich hatte schnell das Gefühl, dass in diesem Krimi keine einzige „normale, durchschnittliche“ Person vorkommt, die nicht mit Scheidung, Alkoholismus, alten Schuldgefühlen usw. zu kämpfen hat.
Die beiden Hauptpersonen sind davon nicht ausgenommen: auch Lissie und Luciano wälzen immer wieder ihre privaten Probleme, wodurch sie zwar vielleicht etwas menschlicher, aber nicht immer sehr souverän wirken.

Was den Kriminalfall betrifft: auch hier ist alles sehr komplex und mit allerlei Verstrickungen, Zufällen und geheimnisvollen Sitzungsprotokollen eines Psychiaters versehen.
Da es sehr lange dauert, bis alle Zusammenhänge halbwegs klar sind, liest sich das Buch wirklich fesselnd. Es ist immer etwas Spannung vorhanden, die durch geschickte Wendungen und Überraschungen auch praktisch bis zum Ende besteht.

Am Schluss musste ich allerdings erst einmal die ganzen Ereignisse noch einmal Revue passieren lassen, damit wirklich alles relativ klar wird. Komplett gelang mir das nicht, es bleiben noch ein paar Kleinigkeiten offen.
Das ist wohl auch dem Umstand geschuldet, dass am Ende nicht nur der Mord aufgeklärt werden musste, sondern mindestens vier weitere Verbrechen, die alle irgendwie zusammenhängen oder diverse Berührungspunkte aufweisen. Auch das war mir alles etwas zu viel und ich hätte mir weniger Nebenhandlungen gewünscht, die vom eigentlichen Fall ablenken.

Den Schluss bildet ein serientypischer Cliffhanger, der den Leser schon fast dazu zwingt, den nächsten Teil zu lesen. Als Fan von Bücherreihen stört mich das nicht wirklich, andere Leser mögen sich vielleicht ein „runderes“ Ende wünschen.

Fazit:
Ein sehr gut durchdachter, komplexer Krimi, bei dem man immer bestens miträtseln kann. Leider wirkte aber die Handlung manchmal schon etwas überfrachtet, genau wie die allesamt problembeladenen Charaktere.
Besonders für Liebhaber von Meran und Krimis mit Verwirrspielen aber eine klare Leseempfehlung!
Und wenn man dieses Buch gelesen hat, dann wird man wohl auch die Fortsetzung lesen wollen – bei dem Cliffhanger am Ende …

Bewertung:
4pfoten

Die Lebenden und die Toten von Nele Neuhaus – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Hörbuch Hamburg (10. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3899038487
ISBN-13: 978-3899038484

Über die Reihe:
Das vorliegende Buch ist bereits Teil 7 der Reihe mit Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein. Die bisherigen Bände sind:
Eine unbeliebte Frau (2006)
Mordsfreunde (2007)
Tiefe Wunden (2009)
Schneewittchen muss sterben (2010)
Wer Wind sät (2011)
Böser Wolf (2012)

Die Kurzbeschreibung:
Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will über Weihnachten und Silvester in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird durch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet – und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.

Die Geschichte:
Eine ältere Frau geht morgens ahnungslos mit ihrem Hund spazieren und plötzlich schießt ihr ein Scharfschütze in den Kopf. Niemand kann sich vorstellen, warum der Täter es ausgerechnet auf dieses Opfer abgesehen hat. Als kurz darauf das nächste Opfer (wieder eine unschuldige Frau) in ihrer eigenen Küche durchs Fenster tödlich getroffen wird, liegt die Vermutung nahe, dass ein sogenannter „Sniper“ sein Unwesen treibt, der wahllos aus dem Hinterhalt auf Menschen schießt.
Doch dann stellt sich sehr schnell heraus, dass es doch eine Verbindung zwischen den Toten bzw. ihren Familienangehörigen gibt: es geht um Organspenden.
Bis dann aber schließlich der wahre Täter ermittelt werden kann, haben Pia und Oliver noch einige schlaflose Nächte – und noch viele weitere Leichen sind zu beklagen.

Meine Meinung:
Die Bodenstein / Kirchhoff – Reihe habe ich nicht komplett gelesen, nur einzelne Bücher davon. Zum Verständnis des Ganzen ist es auch nicht unbedingt nötig, aber es ist natürlich immer schön, wenn man die Charaktere bereits kennt und ins Herz geschlossen hat. Dann hat man auch mehr Freude an den Nebenhandlungen, die das Privatleben der Ermittler betreffen.

Dieses Buch habe ich mir ja von Julia Nachtmann vorlesen lassen und sie macht ihre Sache auch ganz gut. Nur die Passagen, die den Täter betreffen, hätte sie nach meinem Geschmack nicht so im Flüsterton lesen müssen. Den Epilog liest Nele Neuhaus selbst und es tut mir leid, das sagen zu müssen: es klang irgendwie wie die Sonntagspredigt in der Kirche. 🙂 Irgendwie seltsam …

Was den Fall an sich betrifft: leider wird das Motiv des Täters bzw. die Hintergründe der Tat sehr schnell aufgedeckt. Es geht um Ungereimtheiten bei einer Organspende, in die sehr viele Personen verwickelt sind. Fast wird es schon ein bisschen unübersichtlich, denn es spielen jeweils auch noch diverse Familienmitglieder eine Rolle. Konzentration ist gefragt beim Hören, sonst geht schnell etwas unter.
So richtig viel Spannung kam für meinen Geschmack leider auch nicht auf. Das liegt zum einen am schnell geklärten Motiv und zum anderen an den verwirrend vielen Personen. Auch die Ermittlungen waren nicht sehr fesselnd, alles schien sich zu oft zu wiederholen. Und das sogar noch in der gekürzten Hörbuchfassung.
An Verdächtigen und an überraschenden Wendungen mangelt es diesem Krimi aber auf keinen Fall, der Leser kann durchaus bis zum Schluss miträtseln, wer der Täter ist.

Einige blutige Szenen gibt es auch, die für Gänsehaut sorgen können. Aber so insgesamt geht es eher ruhig zu. Schade fand ich persönlich, dass das Thema „Organspende“ hier sehr negativ beleuchtet wird, aber ich hoffe mal, die Leser können zwischen Realität und Fiktion unterscheiden.

Fazit:
Der Fall ist sehr komplex durch die vielen beteiligten Personen. Die Spannung leidet etwas darunter, dass das Motiv des Täters sehr früh klar ist. Für Fans der Reihe aber natürlich ein Muss!

Bewertung:
3pfoten

Bis zum letzten Tropfen von Mindy McGinnis – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
Verlag: Heyne (11. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453268970
ISBN-13: 978-3453268975
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Not a Drop to Drink

Über die Autorin:
Mindy McGinnis beschäftigt sich ununterbrochen mit Büchern und Geschichten: Wenn sie nicht gerade schreibt, arbeitet sie in einer Bibliothek. Ihre zweite Leidenschaft gehört dem überleben in der Wildnis. Sie kocht gern Konserven ein, musste sich bisher aber noch nie außerhalb der Zivilisation behaupten. Mindy McGinnis lebt in Ohio.

Der Buchrückentext:
Lynn lebt in einer Welt, in der nichts mehr selbstverständlich ist. Auf einer einsamen Farm kämpft sie mit ihrer Mutter ums Überleben. Der einzige Luxus, der ihnen nach dem Zusammenbruch der Zivilisation geblieben ist: ein Teich hinter dem Haus und damit der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch als ihre Mutter verletzt wird, ahnt Lynn, dass sie den Teich allein nicht vor Eindringlingen schützen kann. Sie muss das Undenkbare tun: die sichere Farm verlassen und Hilfe holen.

Die Geschichte:
Die Story handelt im Ohio einer vielleicht nicht allzu fernen Zukunft: die Süßwasservorräte sind streng rationiert in den verbleibenden Städten, auf dem Land gibt es das praktische „Wasser aus dem Hahn“ gar nicht mehr.
Lynn und ihre Mutter Laura leben in einer wenig besiedelten Gegend und verteidigen ihre kleine Farm und vor allem ihren Trinkwasserteich mit roher Waffengewalt. Eindringlinge werden nach dem Motto „Zuerst schießen, dann Fragen stellen!“ behandelt, Lynn ist erst 9 Jahre alt, als sie zum ersten Mal tötet.
Doch nicht nur Menschen machen den beiden das Leben schwer und so kommt es, dass Laura eines Tages von einem Rudel Kojoten angegriffen wird. Zu diesem Zeitpunkt ist Lynn 16 Jahre alt und plötzlich lastet viel Verantwortung auf ihren Schultern.
Der einzige Nachbar wird zu einem wichtigen Vertrauten und gemeinsam stellen sie sich den Gefahren des täglichen Lebens …

Meine Meinung:
Zunächst lernt man ja nur Lynn und ihre Mutter kennen und begleitet sie während ihres Alltags. Sehr ungewohnt liest sich das für uns, die im Luxus und Überfluss leben: es gibt kein fließendes Wasser, keinen elektrischen Strom, keine Infrastruktur. Lynn hat noch nie andere Kinder gesehen, geschweige denn eine Schule besucht. Ihre Lehrerin ist ihre Mutter und diese bringt ihr vor allem eines bei: das Töten!
Entsprechend gefühlskalt und grausam erscheinen die beiden auf den ersten Blick, doch Lynn kennt es einfach nicht anders und hinterfragt die Entscheidungen der Mutter nicht. Wirklich unsympathisch wirkten sie trotzdem nie auf mich, sondern einfach nur pragmatisch.
Wer dagegen sofort meine Sympathie hatte: der Nachbar Stebbs. Er ist einfach der nette „Onkel“ von nebenan, hilfsbereit, selbstlos, zuvorkommend und einfach nur freundlich. Auch ein paar weitere Charaktere, die später noch eine Rolle spielen, habe ich schnell ins Herz geschlossen.
Am Anfang war die Handlung noch nicht ganz so spannend. Manche Szenen werden recht ausführlich beschreiben, andere Dinge eher schneller abgehakt – das passte vom Verhältnis her nicht immer, aber es war auch nicht wirklich störend.
Im Verlauf der Geschichte fesselt das Buch jedoch mehr und mehr und irgendwann kann man es kaum noch weglegen. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse fast und es wird wieder alles sehr schnell abgehandelt. Der Epilog lässt uns dann noch einige Jahre in die Zukunft sehen, das fand ich super.
Weniger gut fand ich dagegen, dass doch sehr viele Menschen (und Tiere) sterben mussten, aber das ist wohl meistens so in Dystopien.
Es wird übrigens einen zweiten Teil zu diesem Buch geben und ich bin sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht!

Fazit:
Sehr fesselndes, erschreckendes Buch, das zum Ende hin immer spannender wird. Weniger Tote hätte ich für jugendtauglicher gehalten, aber vielleicht bin ich da nur etwas zu sensibel oder naiv. Wer gerne Dystopien liest, weiß wahrscheinlich, auf was er sich einlässt. 🙂

Bewertung:
4pfoten

Die Känguru-Offenbarung von Marc-Uwe Kling – Meine Rezension …

Audio CD
Verlag: Hörbuch Hamburg (10. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869091355
ISBN-13: 978-3869091358

HIER könnt ihr bei ZEIT ONLINE eine Highlight-Lesung aller drei Bände ansehen.

Die komplette Reihe:

Über den Autor:
Marc-Uwe Kling (*1982) singt nicht nur Lieder, er erzählt auch Geschichten, beides besonders gern im Radio, auf Lesebühnen oder anderen bedeutungsvollen Brettern. Grundsätzlich sind ja Lieder und Geschichten schon einmal eine gute Kombination. Doch Marc-Uwe Kling lebt darüber hinaus noch mit einem Känguru zusammen: einem kommunistischen Känguru, einem süchtigen Känguru – süchtig nach Schnapspralinen. Einem etwas rückständigen Känguru also, das zu allem Überfluss auch noch Nirvana hört. Eine durchaus schwierige Partnerschaft, die sich in absurd tiefschürfenden Debatten äußert – wie etwa in „Die Känguru Chroniken: Ansichten eines vorlauten Beuteltiers“.
(Amazon)

Die Geschichte:
Nachdem am Ende von Band 2 das Känguru vom „Amt für Produktivität“ wegen Unproduktivität abgeschoben wurde, hat es im Untergrund gelebt.
Eines Tages steht es aber wieder bei Marc-Uwe vor der Tür und der Spaß kann weitergehen. Niemals hätte der Kleinkünstler sich eingestehen wollen, dass er das Känguru vermisst hat, aber das erscheint ihm dann auch selbst abwegig – als er das Zusammensein wieder „genießen“ darf! 🙂
Das Känguru hat während seiner Abwesenheit das „Asoziale Netzwerk“ weiter ausgebaut, es gibt inzwischen Ableger der Gruppe in der ganzen Welt.
Außerdem ist es einer großen Verschwörung auf der Spur und als Drahtzieher hat es natürlich seinen Antagonisten, den Pinguin von nebenan, in Verdacht.
Als der Pinguin plötzlich verschwindet, reisen Marc-Uwe und das Känguru ihm hinterher. Immer wieder stoßen sie auf vage Hinweise, verlieren aber die Spur auch schnell wieder. Während ihres Trips treffen sie auf viele skurrile Gestalten, aber auch auf alte Bekannte. Für zusätzliche Lacher sorgen die ständig wechselnden Verkleidungen des Kängurus, das ja immer noch „illegal“ unterwegs ist nach seiner Abschiebung.
Auch das Rätsel um den Aufenthalt des Kängurus in Vietnam wird geklärt und am Ende kommt der große Showdown: Kängurus gegen Pinguine!

Meine Meinung:
Der vorerst (ja, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es weitere Teile geben wird) letzte Teil der Känguru-Saga ist ja ein irrer Trip um den Erdball. Das alleine sorgt schon für einige lustige Momente, aber dann kommen ja noch die Sprüche vom Känguru dazu! 🙂
Wie auch in den anderen beiden Büchern sind die Gags sehr vielfältig: von eher alten Witzen über intellektuelle Anspielungen, satirische Gesellschaftskritik, bloßen Klamauk bis hin zu eher verstecktem ironischen Humor. Es ist einfach für alle Hörer was dabei und wer bei diesem Buch an keiner Stelle lachen muss, dem kann dann wohl auch nicht mehr geholfen werden!
Beschreiben kann man das Ganze auch nicht näher, man muss es einfach selbst erlebt haben.
Und ich empfehle unbedingt: genießt die Geschichten als Hörbücher bzw. Lesungen, denn die Vorträge von Marc-Uwe Kling sind einfach super. Er ist ein ganz toller Entertainer und er lässt durch seine Betonungen das Känguru richtig zum Leben erwachen!

Fazit:
Eine sehr breit gestreute Art von Humor, bei dem für jeden was dabei ist! Unbedingt anhören, denn Selberlesen ist bestimmt nur halb so lustig! 🙂
Im direkten Vergleich schneidet Band 3 allerdings etwas schlechter ab als die ersten beiden Teile.

Bewertung:
3pfoten

Die Cannabis GmbH von Rainer Schmidt – Meine Rezension …

Gebundene Ausgabe: 300 Seiten
Verlag: Rogner & Bernhard; Auflage: 1 (1. Oktober 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3954030683
ISBN-13: 978-3954030682
Preis: 22,95 €

Über den Autor:
Rainer Schmidt ist Journalist und Schriftsteller. Der gebürtige Düsseldorfer hat in London für den BBC World Service, in Hamburg für das ZEITmagazin und den SPIEGEL-Reporter, in Berlin für Vanity Fair und als Chefredakteur vom Rolling Stone gearbeitet. Er hat bereits die Romane „Wie lange noch“ und „Liebestänze“ veröffentlicht. Er lebt in Berlin.

Der Buchrückentext:
Der „Dude“ ist der beste Grasproduzent Hamburgs. Ein Großunternehmer, auf den die Gesellschaft stolz sein könnte – wenn der Anbau legal wäre. Niemand darf wissen, woher das ganze Geld kommt. Vor allem nicht die feine Verwandtschaft seiner Frau, die ihn für einen außergewöhnlich erfolgreichen Baumarkt-Mitarbeiter hält, der imstande ist, unglaubliche Rabatte zu besorgen.
Als in seine geheimen Plantage eingebrochen und er erpresst wird, eskaliert die Lage. Er träumt vom legalen Anbau in Kalifornien und will aussteigen. Aber dann öffnet Bauer Petersehen von nebenan leider die falsche Tür.

Die Geschichte:
Mit größter Leidenschaft baut der „Dude“ seine Marihuanapflänzchen an und liefert in Hamburg und Umgebung das beste „Bio-Gras“ der Branche. Das spricht sich schnell herum unter der Kundschaft und sein Abnehmer fordert immer größere Mengen. Es muss expandiert werden, es kann nicht mehr jede Pflanze einzeln gestreichelt und gehätschelt werden. Das stinkt dem „Dude“ gewaltig, dazu kommt noch ein Zwist mit seinem Bruder, die nervige Verwandtschaft seiner Frau, seine eigene mysteriöse Kindheit und ne Menge anderer Ärger.
Irgendwann beschließt er seinen Ausstieg aus dem Geschäft. Doch er hat die Rechnung ohne die Polizei gemacht …

Meine Meinung:
Der „Dude“ ist ein richtig sympathischer Protagonist, auch wenn er sich natürlich mit seiner „beruflichen Tätigkeit“ abseits der Legalität bewegt. Er behandelt seine Mitarbeiter eigentlich viel zu gut, für das was sie (sich) leisten, er schmeißt Partys ohne Ende, lässt sich von seinen Gästen und der Putzfrau bestehlen und bis er das alles bemerkt, ist es fast schon zu spät.
Manchmal wirkt er wie ein kleiner Junge im Bonbonladen, der sich nach Herzenslust bedienen darf – und am Ende kommt das große Zahnweh!

Den Grasanbau nimmt der „Dude“ extrem ernst und so produziert er auch nur erstklassige Ware. Er verrät dem Leser viele Tipps und so ist das Buch vielleicht auch für Hobbygärtner recht interessant! 🙂

Mir persönlich hat der „Dude“ auf jeden Fall einen spannenden Einblick in eine völlig andere Welt ermöglicht, die ich so noch nicht kannte. Es werden sowohl die guten wie auch die Schattenseiten seines Lebens prima beleuchtet und ich kann getrost behaupten, dass ich nicht mit ihm tauschen möchte. Auch wenn spontanes Verreisen und Shopping ohne Ende natürlich schon reizvoll sind.

Angesichts der Thematik bleibt natürlich auch einiges an Gesellschaftskritik nicht aus: während zerstörerische Allerweltsdrogen, wie Alkohol und Zigaretten legal sind, wird Marihuana von allen verteufelt. Obwohl die Hanfpflanze so nützlich ist und vor allem auch in der Medizin sehr gute Dienste leisten könnte.

Der Schreibstil ist einfach super: humorvoll, fesselnd und manchmal mit geschickt platzierten Rückblenden in die tragische Kindheit des Protagonisten. Das Lesen hat Spaß gemacht!

Fazit:
Sehr unterhaltsam, humorvoll, aber auch interessant und spannend. Eigentlich ein 5-Sterne-Buch, aber einen Punkt Abzug gibt´s von mir für Bobbys Ende … leider ein No-Go für mich!

Bewertung:
4pfoten

Der Turm von Avempartha von Michael J. Sullivan – Meine Rezension …

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: Klett-Cotta; Auflage: 1., Aufl. (23. August 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3608960139
ISBN-13: 978-3608960136
Originaltitel: Avempartha
Preis: 16,95 EUR

Aus der Reihe ist bereits Teil 1 erschienen, den ihr unbedingt vorher lesen solltet:

Über den Autor:
Michael J. Sullivan, geboren 1961 in Detroit, begann seine ersten Geschichten mit acht Jahren zu schreiben. Er lebt heute mit seiner Frau und drei Kindern in Fairfax in der Nähe von Washington D.C. als freier Autor.
(Amazon.de)

Der Buchrückentext:
In einem Turm – ein uraltes Geheimnis.
Das Problem – ein Ungeheuer.
Die Rettung – zwei Diebe.

Hadrian und Royce wollen eigentlich nur ein paar Bauern in einer armen Gegend helfen. Doch plötzlich haben sie einen gefährlichen Auftrag am Hals und sind in die undurchschaubaren Pläne des Zauberers Esrahaddon verwickelt.

Die Geschichte:
Wie eingangs schon erwähnt sollte man unbedingt die Ryria-Reihe zusammenhängend lesen, also erst Band 1 und dann dieses Buch hier.
Viele Personen aus dem Vorgängerbuch tauchen hier wieder auf und ohne Vorerklärung findet man sich manchmal wohl nur schwer zurecht. Es gibt auch keine Zusammenfassung des bisher Geschehenen oder ähnliches. Der Autor hat das Buch wirklich als Fortsetzung geschrieben und setzt oft das Wissen aus Band 1 voraus.

In „Der Turm von Avempartha“ geht es darum, dass Hadrian und Royce dem armen Bauernmädchen Thrace helfen wollen, dessen Dorf von einer furchtbaren Bestie angegriffen wird. Fast jede Familie im Dorf hat schon Todesopfer zu beklagen und auch Thraces Familie besteht nur noch aus ihr und ihrem Vater. Der Vater hat jeglichen Lebenswillen verloren und will alleine gegen die Bestie kämpfen: ein klarer Selbstmord.
Von einem rätselhaften Fremden haben Thrace und ihr Vater allerdings von einem Schwert gehört, mit dem man das Ungeheuer besiegen könnte. Diese Waffe liegt aber praktisch unerreichbar in einem riesigen Turm, der auf einem Fels mitten in einem reißenden Fluss steht. Ob Hadrian und Royce einen Weg finden, um das Schwert zu holen?

Meine Meinung:
In kürzester Zeit habe ich dieses Buch geradezu „verschlungen“ … es liest sich wundervoll, ist unheimlich fesselnd und hat mich super unterhalten!

Die Charaktere sind so lebendig gezeichnet und die beiden Hauptfiguren Hadrian und Royce muss man einfach gernhaben. Sie sind so richtig gutmütige Robin Hood-Typen: sehr klug, wehrhaft, gerissen, aber mit dem Herz auf dem rechten Fleck! Sogar alte Feinde verschonen sie, was sie nur noch sympathischer macht.
Auch die Schauplätze wirken realistisch und oft extrem eindrucksvoll – und der wunderbare Schreibstil lässt Bilder im Kopf entstehen, so dass man immer mittendrin im Geschehen ist.

In diesem Buch geht es ja hauptsächlich um den Kampf mit dem großen Ungeheuer, aber auch einige Geheimnisse werden gelüftet. An Spannung mangelt es nicht und die Seiten fliegen nur so dahin.
Ich bin so gespannt auf Teil 3, wenn wir endlich erfahren, wie es mit der Truppe weitergeht. Es gibt noch so viel zu entdecken in dieser fantastischen Welt!

Fazit:
Eine Fantasygeschichte, die einfach alles hat, was nötig ist: sympathische Charaktere, zwei Helden mit Herz und Verstand, Magie, ein Ungeheuer, sehr viel Spannung und etwas schwarzen Humor.

Bewertung:
5pfoten