Unlucky 13 von James Patterson und Maxine Paetro – Rezension

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: Century (13. März 2014)
Sprache: Englisch
ISBN-10: 178089032X
ISBN-13: 978-1780890326

Über den Autor James Patterson:
James Patterson sagt von sich selbst: „Ich bin schnell. Ich bin ein Ja-Nein-Typ, ich hasse Vielleichts.“ Und er ist tatsächlich so schnell, dass er an mehreren Romanen gleichzeitig arbeitet und pro Jahr mitunter fünf Titel auf Platz 1 der Bestsellerlisten landet. Begonnen hat seine Karriere, als er mit 27 Jahren den „Edgar Allan Poe Award“ für seinen ersten Roman „Die Toten wissen gar nichts“ bekam. Seitdem arbeitet er pausenlos an den Thrillern der „Alex-Cross“-Reihe oder schreibt über Detektiv Lindsay Boxer und den „Women’s Murder Club“. Hinzu kommen weitere Romane sowie Sach- und Kinderbücher. Patterson hat Englische Literatur studiert und war einige Jahre Chef einer Werbeagentur. Heute lebt er mit seiner Familie in Palm Beach City, Florida.
(Quelle: Amazon.de)

Die Geschichte:
„Unlucky 13“ ist – wie der Titel bereits impliziert – bereits der 13. Teil der Reihe über den „Women´s Murder Club“. Für mich war es das erste Buch über die Polizistin Lindsay Boxer und ihre drei Freundinnen Yuki (Staatsanwältin), Cindy (Reporterin) und Claire (Pathologin).
Man kann die Bücher sehr gut einzeln lesen, aber die Handlung bezieht sich teilweise natürlich auch auf zurückliegende Fälle, weshalb man den vollen Lesegenuss wahrscheinlich nur erreicht, wenn man die Reihenfolge einhält – wie bei allen Buchreihen.

In „Unlucky 13“ passiert einiges, es gibt praktisch drei Haupthandlungsstränge:
Lindsay und ihr Kollege Rich werden zu einem vermeintlichen Verkehrsunfall gerufen. Schnell stellt sich heraus, dass die beiden toten Insassen nicht Opfer des Crashs wurden, sondern ihre Körper sind vielmehr von innen heraus explodiert. Die Ermittler haben so etwas noch nie gesehen und sind erst einmal ratlos. Im Laufe der Nachforschungen stoßen sie auf eine Burger-Kette, in der die beiden Toten ihre letzte Mahlzeit zu sich genommen hatten. Steckten Bomben in den Bürgern und wie soll das funktionieren?
Während Lindsay damit beschäftigt ist, den Bomben-Attentäter zu finden, schleicht sich eine andere Gefahr langsam und unerkannt in ihr Leben: Mackie Morales, die in einem der vorhergehenden Bücher eine bedeutende Rolle spielte. Sie will den Tod ihres Freundes, eines irren Serienmördes, rächen und hat es auf Lindsay abgesehen.
Und dann wäre da noch Yuki, die glückliche frisch verheiratete Freundin von Lindsay. Sie und ihr Mann Brady genießen eine Honeymoon-Kreuzfahrt, die zum Horrortrip mutiert: Piraten überfallen das Luxusschiff.

Meine Meinung:
Die drei Haupthandlungsstränge – in Kombination mit sehr kurzen Kapiteln – sorgen dafür, dass an keiner Stelle Länge entstehen und es meistens spannend bleibt. Der Schreibstil ist super, mir hat der gut platzierte schwarze Humor sehr gut gefallen.
Mit den Charakteren konnte ich mich sehr schnell anfreunden, auch wenn ich die Vorgängerbände nicht kenne. Lindsay ist eine toughe, aber (vielleicht durch ihr Baby) auch eine verletzliche Frau, die sehr realistisch wirkt. Auch ihre Freundinnen, die zusammen mit ihr den „Women´s Murder Club“ bilden, waren mir durchwegs sympathisch.
Die Story ist gut durchdacht und könnte durchaus im Bereich des Möglichen liegen. Ein weiterer guter Grund, um sich vegetarisch zu ernähren: Hamburger sind explosiv! 🙂
Auch der Überfall auf das Kreuzfahrtschiff wird spannend und actionreich erzählt. Man kann sich alles bildlich vorstellen.
Was mir auch sehr gut gefallen hat: das Privatleben und die Emotionen der Protagonisten nehmen auch viel Raum ein in dieser Geschichte. Es geht nicht nur um die Ermittlungen.
Am Ende bleibt zwar leider noch manches offen, aber das ist bei einer Bücherreihe verzeihlich, denn schließlich sollen die Leser ja Lust auf den nächsten Teil haben!

Fazit:
Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und ich habe mich beim Lesen an keiner Stelle gelangweilt. Nach „Unlucky 13“ möchte ich gerne noch mehr von Lindsay und ihren Freundinnen lesen!

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 38 ab.

Die Illusion des Getrenntseins von Simon van Booy – meine Rezension…

Gebundene Ausgabe: 207 Seiten
Verlag: Insel Verlag; Auflage: 1 (14. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 345817592X
ISBN-13: 978-3458175926
Originaltitel: The Illusion of Separateness

Der Autor:
Simon van Booy, geboren und aufgewachsen in Wales, lebt mit Frau und Tochter in Brooklyn. Er veröffentlichte neben mehreren Erzählungsbänden und Romanen auch drei Philosophiebücher und schreibt u. a. für die New York Times, den Guardian und die BBC. Sein Werk wurde in vierzehn Sprachen übersetzt.
Weitere Infos: http://www.simonvanbooy.com

Die Übersetzerin:
Claudia Feldmann, Jahrgang 1966, studierte Literaturübersetzen in Düsseldorf und übersetzt aus dem Englischen und Französischen. Unter anderem hat sie Eoin Colfer und Morgan Callan-Rogers ins Deutsche übertragen.

Der Klappentext:
Eine kleine Bäckerei in Paris, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkriegs. Ein Soldat, dem in einem Akt der Güte das Leben geschenkt wird und der damit das Richtige tut. Eine mutige junge Frau, die offene Arme hat für ein Neugeborenes ohne Namen. Und ein Autor, der die Geschichte dieser Menschen in einer wunderbar zarten, eleganten Prosa erzählt – und dabei die unglaubliche Wucht menschlichen Schicksals entfaltet.

Die Geschichte:
Die Erzählung beginnt im Jahr 2010 in Los Angeles. Wir lernen Martin kennen, der in einem Seniorenheim als Hausmeister und vor allem als „gute Seele“ für alle tätig ist. Er kann auf ein erfülltes Leben zurückblicken, seine Frau ist leider bereits verstorben.
In Rückblenden erfahren wir, wie Martin als Baby gegen Ende des Zweiten Weltkriegs zu seinen Zieheltern gefunden hat. Ein unbekannter Mann hat Martin einer jungen Frau anvertraut, kurz bevor er von einer Kugel in den Kopf getroffen wird. Die Frau flüchtet vor den schießenden Soldaten in eine Bäckerei und lernt dort ihren späteren Ehemann kennen. Gemeinsam kümmern sie sich um das Findelkind und sind ihm liebende Eltern.
In weiteren Erzählsträngen lernen wir noch mehr Menschen kennen, deren Lebenswege sich immer wieder kreuzen und die alle auf schicksalhafte Art miteinander verbunden sind.

Meine Meinung:

Normalerweise lese ich ja hauptsächlich Krimis und Thriller, also gerne etwas Spannendes. Und so war ich anfangs etwas skeptisch, ob mir dieses Buch gefallen könnte.
Jetzt, nachdem ich es beendet habe, kann ich sagen, dass es nicht nur meine Erwartungen weit übertroffen hat, sondern dass es mich wirklich begeistert hat.
Der Schreibstil war für mich zunächst etwas gewöhnungsbedürftig: meist etwas poetisch, aber an den passenden Stellen bedient sich der Autor auch harter, deutlicher Worte. Er beschreibt in einer bildgewaltigen Sprache nicht nur die Schauplätze, sondern lässt auch zuweilen ganz alltägliche Dinge wie etwas Besonderes wirken. Und dann sorgt auch noch eine gewisse Portion gut eingesetzten Humors ab und zu für ein Schmunzeln, so zum Beispiel hier:

„Er weiß, dass man älter sein muss, um zu heiraten. Das ist schade, denn er ist jetzt bereit dazu. Und dann sucht man sich ein Haus, und dann bekommt man im Krankenhaus Babys überreicht, in Handtücher gewickelt. Ihre winzigen Lippen sagen oh.“
Zitat Seite 52

Das Buch sollte man aufmerksam lesen, die Details aufsaugen, abspeichern. Immer mehr Zusammenhänge und Berührungspunkte zwischen den Protagonisten werden deutlich, man denkt zurück an das Gelesene, hat „Aha“-Momente. Und so fügt sich Teil für Teil in das große Puzzle und am Ende des Buches hatte ich sofort den Wunsch, es noch einmal von vorne zu lesen, um noch tiefer in die Geschichte einzutauchen.

Fazit:
Ein wunderschönes Buch über das Leben, über Liebe und Nächstenliebe, über Schuld und Wiedergutmachung. Noch nie vorher hatte ich das Gefühl, ein Buch nach der letzten Seite sofort wieder von vorne beginnen zu wollen: „Die Illusion des Getrenntseins“ hat dies geändert und ich empfehle das Buch gerne weiter!
Wertung: 5 von 5 Sterne

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 7 ab.

Bittere Lügen von Karen Perry – Meine Meinung…

Broschiert: 400 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz; Auflage: 1 (24. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3651000664
ISBN-13: 978-3651000667
Originaltitel: The Innocent Sleep

Auf der Seite des Fischer Verlags findet ihr eine Leseprobe, sowie einen Buchtrailer. KLICK

Über die Autoren:
Karen Perry – hinter diesem Namen verbergen sich die Autoren Karen Gillece und Paul Perry. Karen und Paul stammen beide aus Dublin, wo sie auch heute mit ihren Familien leben. ›Bittere Lügen‹ ist ihr erster gemeinsamer Roman.

Der Klappentext:
„Auf einmal drehte er sich um und sah mich an, und schlagartig verlangsamte sich alles. Das Trommeln hörte auf. Das Gebrüll wurde leiser. Die Menschenmenge verschwand. In diesem Moment gab es nichts anderes, nur mich und den Jungen, uns unsere Blicke hielten einander fest. Dillon. Ich schnappte nach Luft, und das Blut rauschte mir in den Ohren. Mein Sohn. Mein toter Sohn.“
Dillon ist tot. Seit fünf Jahren. Doch dann glaubt Harry, seinen Sohn auf der Straße erkannt zu haben. Und will ihn unbedingt finden. Mit schrecklichen Folgen – für ihn, für seine Frau Robin und für den kleinen Jungen.
Das Spannungs-Highlight aus Irland – voll emotionaler Wucht, hintergründig, atemlos.

Die Geschichte:
Robin und Harry sind ein glückliches junges Paar und sie leben als Künstler in Tanger / Marokko. Eines Tages erschüttert ein verheerendes Erdbeben die Stadt und ausgerechnet in diesen Minuten hat Harry seinen Sohn alleine zu Hause gelassen. Der kleine Dillon wird nie gefunden und die Eltern bleiben mit ihrem Schmerz zurück.
Fünf Jahre später leben Harry und Robin wieder in ihrer Heimat Irland in einem renovierungsbedürftigen Haus, das Robin geerbt hat. Harry ist immer noch als Künstler tätig, Robin hat sich weitergebildet und ist nun als Architektin beschäftigt.
Es steht schlecht um Irlands Finanzen und die Bevölkerung demonstriert auf den Straßen. Inmitten einer solchen Menschenansammlung sieht Harry eines Tages eine Frau mit einem Jungen, den er für seinen toten Sohn Dillon hält. Er ist besessen von der Überzeugung, dass Dillon lebt und er tut alles, um dies zu beweisen. Aber er hält seine Entdeckung vorerst noch geheim.
Robin hat indes ganz andere Sorgen und Harrys seltsames Verhalten und Verschlossenheit machen sie traurig und wütend zugleich. Ausgerechnet während der Familien-Weihnachtsfeier eskaliert die Situation und das Unglück nimmt seinen Lauf…

Meine Meinung:
Das Buch ist in relativ kurze Kapitel unterteilt, die jeweils mit dem Namen einer Person überschrieben sind. Anfangs wechselt die Erzählperspektive zwischen Robin und Harry.
Durch die wechselnden Sichtweisen kommt es natürlich manchmal zu Wiederholungen in der Erzählung, aber andererseits sorgt die Abwechslung auch für so manchen Cliffhanger am Ende der Kapitel.
Mindestens 100 Seiten lang konnte mich das Buch noch nicht so wirklich fesseln. Es wird sehr viel aus der Vergangenheit erzählt, die Story wird fundiert aufgebaut. Die Spannung setzt aber erst später ein. Ziemlich genau ab der Hälfte des Buches kann man sich schon vieles zusammenreimen, wenn man aufmerksam gelesen hat. Ich lag mit meinen Vermutungen am Ende fast richtig, aber einige Überraschungen gab es doch noch, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Der Schreibstil der beiden Autoren ist übrigens sehr schön zu lesen, flüssig und ohne Längen. Charaktere und Schauplätze wirken lebendig und realistisch. Trotz der guten Ausarbeitung der Protagonisten konnte ich mit ihnen nicht so richtig mitfühlen. Vielleicht lag es an der wechselnden Erzählweise, vielleicht auch daran, dass Harry nicht gerade als Sympathieträger dargestellt wird.
Die Story ist gut durchdacht und mit ein bisschen Fantasie sogar größtenteils in der Realität vorstellbar. Das Ende konnte noch mit einigen überraschenden Wendungen überzeugen, wobei ich den letzten Absatz nicht mehr gebraucht hätte. Die Gefühlswelt von Robin und Harry, die Verwirrungen, aber auch Lügen, Betrug und belastende Geheimnisse bilden einen Großteil der Geschichte.

Fazit:
Ein durchaus unterhaltsamer Psychothriller, bei dem ich allerdings die Story größtenteils vorhersagen konnte und der leider am Anfang sehr viele Seiten verstreichen lässt, bis die Spannung endlich einsetzt. Trotzdem gute 3,5 Sterne für dieses Buch und eine Leseempfehlung für alle, die die psychologischen Aspekte schätzen.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 36 ab.

Einkehr von Tommie Goerz – Meine Meinung…

Broschiert: 325 Seiten
Verlag: ars vivendi verlag; Auflage: 1 (1. April 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3869134216
ISBN-13: 978-3869134215

Zum Autor:
Tommie Goerz ist das Pseudonym von Dr. Marius Kliesch. Der gebürtige Erlanger (1954) ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Kliesch studierte Soziologie, Philosophie und Politische Wissenschaften, leitete im Bereich Klinische Psychologie an der Psychiatrischen Klinik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein Forschungsprojekt zur visuellen Wahrnehmung und ging dann in die Werbung. 20 Jahre entwickelte er, zuletzt als Creative Director, in einem der größten Agenturnetzwerke der Welt Kampagnen für nationale und internationale Unternehmen. Danach nahm er an der Fakultät Design der Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg vier Semester lang einen Lehrauftrag für Text und Konzeption an, heute ist er Dozent an der Faber-Castell-Akademie in Stein, unterstützt als Kommunikationsfachmann und Markenspezialist die hl-Studios Tennenlohe und berät Unternehmen. 2001 – 2006 war er Mitbegründer, Mitautor und Mitherausgeber des legendären Fußballkalenders „Anstoß“, 2006 Ko-Autor des Fachbuches „Die lebende Immobilie“ (ISBN 38965782879). Dr. Marius Kliesch gewann zahlreiche Kreativpreise, u. a. einen Bronzenen Löwen in Cannes (2007).

Als Tommie Goerz ist Dr. Marius Kliesch der Erfinder des urfränkischen, schrullig-kauzigen Kommissars Friedemann „Friedo“ Behütuns. Zu den Lesungen aus seinen „Bierkrimis“ (Schafkopf, Dunkles, Leergut) spielt er zusammen mit seiner Band »Hans, Hans, Hans und Hans« „Fränkische Kabarettmusik und Kriminelle Lieder“.
Mehr Informationen und Aktuelles zu Tommie Goerz:
www.tommie-goerz.de
www.facebook.de/tommie-goerz

Bibliographie:
Kriminalromane:
– Schafkopf (2010; ISBN 3869130415)
– Dunkles (2011; ISBN 3869130571)
– Leergut (2011; ISBN 3869131004)
– Auszeit (2012; ISBN 3869131691)
– Einkehr (2014; ISBN 3869134216)

Kurzkrimis und Glossen in:
– Der Pelzmärtelmörder (2010; ISBN 3869130458)
– Kältestarre (2011; ISBN 3869131020)
– Tatort Franken 2 (2011; ISBN 386913061X)
– Literarischer Krimi-Kalender 2012 (2011; ISBN 3869130881)
– Tatort Franken 3 (2012; ISBN 3869131187)
– Tatort Garten (2012; 38691311019)
– Christkindlesmorde (2013; ISBN 3869134216)
– Literarischer Krimi-Kalender 2013 (2012; ISBN 3869131314)
– Ein Herz für Franken (2013; ISBN 3869132825)
– Tatort Franken 4 (2013; ISBN 3869132019)
– Literarischer Krimi-Kalender 2014 (2013; ISBN 3869132221)
– Tatort Franken 5 (2014; 3869134283)

Alle Veröffentlichungen: ars vivendi-Verlag Cadolzburg

Quelle

Der Klappentext:
Franken. Unerträgliche Schwüle lastet auf dem Land – und den Nürnberger Kommissar Friedo Behütuns quält ein Verdacht: Dreimal schon hat in den vergangenen Jahren ein Sexualmörder zugeschlagen. Kann es sein, dass die Schwüle eine Rolle spielt? Doch warum? Und: Kann es wieder passieren? Behütuns versucht, die Psyche dieses Mörders zu ergründen. Da macht eine Frau eine abenteuerliche Aussage: Hinter einer Reihe von Unfällen sollen Morde stecken. Aber es gibt keinen Zusammenhang, kein Motiv. Abstrus. Lustlos beginnt man in Nürnberg zu ermitteln – und stößt auf Botschaften aus einer anderen Zeit, einen ergebenen Diener Gottes und die mörderische Kraft des Vergessens…

Die Geschichte:
Kommissar Behütuns hat einen Verdacht, eigentlich mehr ein vages Gefühl: er erahnt einen Zusammenhang zwischen einem aufgeklärten und einigen ungeklärten Morden an jungen Mädchen in der Nürnberger Gegend. Ohne Zustimmung seines Vorgesetzten beginnt er, in den alten Fällen zu wühlen. Er befragt Zeugen, deren Aussage bisher unbeachtet blieb und er erhofft sich aufschlussreiche Erkenntnisse durch Gespräche mit einem Psychologen.
Eines Tages erscheint eine Frau bei Kommissar Behütuns: sie hat eine mysteriöse Namensliste gefunden und behauptet, alle Personen, die dort vermerkt sind, würden sterben. Die Nachforschungen ergeben, dass tatsächlich schon einige Männer, die auf der Liste stehen, tot sind. Aber in allen Fällen waren es tragische Unfälle bzw. ein Selbstmord und ein Fremdverschulden konnte stets ausgeschlossen werden. Behütuns und seine Kollegen sind auch hier gezwungen, in alten Fällen zu stöbern und schon bald ergeben sich erste Spuren, die in ein Kloster führen.
Und über allem liegt eine erdrückende Schwüle, die Behütuns kräftig aufs Gemüt schlägt…

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist wirklich außergewöhnlich und lässt sich kaum charakterisieren. Mal fast poetisch und ausschweifend, bildhaft und mit vielen Worten um das Wesentliche kreisend, ohne wirklich eine Aussage zu treffen. Dann wieder Schachtelsätze, die sich stellenweise über 7 Zeilen ziehen und die schwer verdaulich sind und ein zweites Mal gelesen werden wollen. Und dann das genaue Gegenteil: verknappte Sätze, manchmal nur zwei Wörter. Kurz, wie aus der Pistole geschossen… immer auf die jeweilige Situation abgestimmt.
Ich muss sagen, dass ich mich nicht erinnern kann, schon mal ein Buch mit einem so ungewöhnlichen Schreibstil gelesen zu haben. Tommie Goerz spielt mit den Worten, passt den Stil an die jeweiligen Szenen an, erzeugt Stimmungen.
Auch die titelgebende „Einkehr“ zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, in vielen Situationen kann man sie finden, manchmal deutlich, manchmal eher subtil.
Es ist kein Buch, das man so nebenbei lesen kann, keine gänzlich leichte Kost. Viele Handlungsstränge und Personen verlangen besonders am Anfang des Buches die volle Aufmerksamkeit des Lesers.
Viele interessante psychologische Themen und gut platzierte Gesellschaftskritik bilden einen Großteil des Buches, atemlose Spannung und actionreiche Szenen sucht man dagegen eher vergebens. Es ist ein Kriminalroman der ruhigen, intelligenten Art, der durch ungewöhnliche Dialoge, interessante lebendige Charaktere und eine gut durchdachte Story überzeugt.
Wie man es von einem Regionalkrimi erwarten darf, steckt auch eine gelungene Portion Lokalkolorit und Dialekt in den Dialogen und die Schauplätze werden real und ausführlich beschrieben. Auch so mancher Geheimtipp in Sachen Kulinarik oder Tourismus findet sich auf den Seiten.

Fazit:
Dieser Krimi ist kein 08/15-Werk, sondern durchaus anspruchsvolle Literatur mit Tiefgang und ungewöhnlichen Ansätzen. Das Ende lässt Raum für Interpretationen und eigene Gedanken. Gute Unterhaltung für Fans von Krimis mit psychologischem Hintergrund.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 12 ab.

Tod der Angst von Marlene Menzel – Meine Meinung…

Broschiert: 332 Seiten
Verlag: Jerry Media; Auflage: 1. Aufl. 2014 (28. Februar 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3952390615
ISBN-13: 978-3952390610

Zur Autorin:
Marlene Menzel wurde 1992 in Berlin geboren und besuchte bis 2011 das Gymnasium der Katholischen Schule Salvator. Nach dem Abitur arbeitete sie als Kauffrau im Einzelhandel und veröffentlichte mehrere Kriminalgeschichten. Im September 2012 hat sie eine Ausbildung zur Medientechnologin Druck begonnen.

Der Klappentext:
Eine Frau stürzt vom Dach eines Hotels in den Tod. Die Tat, die zunächst nach einem Selbstmord aussieht, wird von der jungen Journalistin Irene Anderson beobachtet und fotografiert. Irene wittert die Story ihres Lebens. Detective Leonard Carter untersucht den Fall und entdeckt in der Tasche der Toten ein Blatt Papier mit einer Kinderzeichnung und dem genauen Todeszeitpunkt.
Kurz darauf halten weitere Morde mit gleichem Muster die Polizei in Atem. Für Carter ist schnell klar, dass es sich um einen Serientäter handelt. Während er nach einer heißen Spur sucht, kommt die Journalistin durch ihre Recherchen dem Täter bedrohlich nahe. So nahe, dass er sie zum Schweigen bringen will. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Die Geschichte:
Die Journalistin Irene ist live dabei, als eine junge Frau von einem Dach in den Tod springt. Sie kann sogar Fotos davon schießen, auf denen sie anschließend etwas Verdächtiges bemerkt.
Der Polizist Leonard Carter, der schon seit einigen Jahren unter Irenes aufdringlicher Neugier leidet und sie regelmäßig in die Schranken weisen muss, damit sie nicht zu viele Details oder vertrauliche Infos veröffentlicht, nimmt ihr kurz darauf die Fotos ab. Auch ihm und seinen Kollegen fällt bald auf, dass die Frau nicht freiwillig vom Dach gesprungen ist, es war Mord!
Die Ermittlungen deuten schnell auf einen Rachetäter hin, der sich an Bekannten aus seiner Kindheit rächen will. Doch auch Irene gerät in Gefahr, denn sie kann sich einfach nicht aus den Ermittlungen heraushalten.

Meine Meinung:
„Tod der Angst“ ist das Debüt von Marlene Menzel und ich finde es sehr bewundernswert, dass sie mit Anfang Zwanzig bereits einen Thriller veröffentlicht hat.
Ihr Schreibstil ist wirklich prima, das Buch lässt sich flüssig lesen, es kommt an keiner Stelle zu Längen.
Die Charaktere hat sie aufwändig gezeichnet, sie wirken lebendig und sehr individuell. Es gibt einige Personen, die auffallen und die Story durch ihre Andersartigkeit bereichern. Mir gefallen außergewöhnliche Protagonisten und was das betrifft, wurden meine Erwartungen voll erfüllt.
Was ich allerdings leider kritisieren muss: diverse Unstimmigkeiten und einige Stellen, an denen sich Personen etwas seltsam verhalten haben. Man darf das Buch nicht mit dem Anspruch an absolute Realitätsnähe lesen, sonst könnte man enttäuscht sein. So etwas finde ich immer besonders schade, da man als Autor selbst nicht alles bemerken kann und ich frage mich dann immer, warum Testleser oder Lektoren da nicht aufmerksamer sind und ehrlich auf solche Dinge hinweisen.
Die schlüssig erzählten Ermittlungen in den Mordfällen werden begleitet von den Anfängen einer Liebesbeziehung zwischen Irene und Leo. „Tod der Angst“ soll ja den Auftakt zu einer Trilogie um Irene und Leo bilden und besonders bei Bücherreihen finde ich es super, wenn auch dem Privatleben der Personen viel Raum gelassen wird.
Dass solche Szenen natürlich manchmal zu Lasten der Spannung gehen, ist für einige Leser vielleicht ein Problem. Mich hat es nicht gestört.
Marlene Menzel hat sich eine gute Story ausgedacht, überrascht mit unerwarteten Wendungen und außergewöhnlichen Szenen. Am Ende erwartet den Leser ein echter Showdown, der die Geschichte gekonnt abrundet.

Fazit:
Das Buch hat mich gut unterhalten, es kam an keiner Stelle Langeweile auf. Die Unstimmigkeiten trübten die Lesefreude manchmal etwas, aber es ist schließlich der erste Thriller einer noch jungen Autorin, die sehr viel Potential hat und erst am Anfang ihrer Schriftstellerlaufbahn steht! Bin gespannt auf weitere Bücher von ihr und vergebe gute 3 von 5 Sternen.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 8 ab.

Operation Romanow – Meine Meinung…

Hörbuch / Bearbeitete Fassung
6 CDs mit 428 Minuten Spielzeit und 109 Tracks
gelesen von Detlef Bierstedt
ISBN 978-3-7857-4539-7

Der Autor:
Glenn Meade (* 1957 in Dublin) ist ein irischer Schriftsteller. Der Journalist und Experte im Bereich des Piloten-Training (Ausbilder am Flugsimulator bei Aer Lingus in Dublin) ist zum Bestseller-Autor für internationale politische Thriller mit wahrem Hintergrund im Stil von Frederick Forsyth, John le Carré oder Tom Clancy avanciert. Seine Bücher wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Meade arbeitete als Autor und Produzent am Strand Theatre in Dublin und als Journalist für The Irish Times und Irish Independent.
(Quelle: Wikipedia.de)

Der Klappentext:
Russland, in der Nähe der Stadt Jekaterinburg: Die forensische Archäologin Laura Pawlow findet bei Ausgrabungen eine mumifizierte Frauenleiche. In der Hand hält die Tote ein Medaillon mit einer fast unleserlichen Gravur. Laura Pawlow stößt bei ihrer Untersuchung auf eine unglaubliche Spur. Ist es Zufall, dass die Leiche in demselben Wald gefunden wurde, in dem die Romanows, die Familie des letzten Zaren von Russland, angeblich erschossen und begraben wurden? Welche Rolle spielt die mysteriöse Bruderschaft des Heiligen Johannes von Tobolsk? Und was ist dran an dem Mythos um die Zarentochter Anastasia, die ihrem Mörder angeblich entkommen ist?

Die Geschichte:
Zunächst begleiten wir die Archäologin Laura Pawlow bei ihren Ausgrabungen in Russland. Als sie eine erstaunlich gut erhaltene Frauenleiche finden, reist sie mit dem Medaillon, das sie bei der Toten gefunden haben, nach Europa. Sie trifft dort auf einen Mann, der ihr schon seit langer Zeit mysteriöse Briefe schreibt: er hat den Fund der toten Frau quasi vorhergesagt. Von ihm erhofft sie sich weitere Informationen über die Geschichte der Mumie.
Dann wechseln wir in die Vergangenheit in das Jahr 1917 nach Russland und erfahren, wie einige tollkühne Männer und Frauen die inhaftierte Zarenfamilie Romanow vor der Hinrichtung bewahren wollen. Es wird eine gefährliche und äußerst blutige Mission, die nicht ohne Verluste bleibt.
Gegen Ende des Buches wechseln wir wieder zu Laura Pawlow und erfahren die Zusammenhänge und was mit aus einigen der damaligen Protagonisten geworden ist.

Meine Meinung:
Super gelesen wird dieses Buch von Detlef Bierstedt, dessen Stimme irgendwie bestens zum Inhalt passt.
Glenn Meade hat sich eine sehr gut durchdachte Geschichte einfallen lassen, die praktisch von Anfang bis Ende spannend erzählt wird und mit einigen Wendungen und Überraschungen aufwartet. Es geht actionreich zur Sache: Verfolgungsjagden, Verhaftungen, Spionage, Hinrichtungen, Verrat usw., aber auch eine zarte Liebesgeschichte ist geschickt in die Handlung eingeflochten.
Das Buch hat mich bestens unterhalten und mir eine Zeit nähergebracht, die geprägt war von schlimmer Not, Verfolgung und Krieg.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 6 ab.

Die Brücke der Gezeiten – Ein Sturm zieht auf von David Hair – Meine Meinung…

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (9. Dezember 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531282
ISBN-13: 978-3764531287
Originaltitel: Mage’s Blood (The Moontide-Quartet 1) Part One

Das Buch „Die Brücke der Gezeiten – Ein Sturm zieht auf“ bildet den Auftakt einer ganzen Reihe. Teil 2 trägt den Untertitel „Am Ende des Friedens“ und erscheint voraussichtlich am 23.06.2014.

Zum Autor:
David Hair ist ein neuseeländischer Schriftsteller. Für seine Jugendromane wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet. Die Brücke der Gezeiten ist seine erste Fantasysaga für Erwachsene. Nachdem er lange Zeit erst in England, dann in Indien gelebt hat und die Welt bereiste, lebt er nun in Wellington, Neuseeland.
(Quelle: Penhaligon Verlag)

Der Klappentext:
Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag.
Aber es sind nicht Armeen, sondern drei unscheinbare Menschen, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden…

Das Buch:
Das Cover finde ich sehr gelungen und man sieht ihm das Genre auch sofort an. Die weiteren Bücher der Saga werden wohl in der gleichen Aufmachung erscheinen und sich durch die Farbe unterscheiden, was sich sicher im Regal optisch sehr gut macht.
Auf der Innenseite des Umschlags findet man detaillierte Landkarten der beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Am Ende des Buches gibt es einen vielseitigen Anhang, der nicht nur die Zeitrechnung erklärt, sondern u. a. auch über ein Glossar verfügt, die wichtigsten Eigenschaften der Magi erklärt, ein Verzeichnis der handelnden Personen bietet, sowie eine Erklärung zu den Hauptreligionen.

Die Geschichte:
Diese komplexe Handlung in kurzen Zügen zusammenzufassen, ist gar nicht so einfach. Im Großen und Ganzen geht es darum, dass viele Völker miteinander im Clinch liegen und sich auf einen weiteren verheerenden Krieg vorbereiten. Dabei gibt es natürlich auch viele Allianzen, Glaubensfragen und Rassenkonflikte zu berücksichtigen, was vieles zusätzlich kompliziert erscheinen lässt. Man könnte sagen: wie im richtigen Leben!
Inmitten dieser Vorkriegswirren lernen wir drei Menschen kennen, die für die weitere Handlung von größter Bedeutung sind:
Zum einen ist da der junge Alaron, der sich nicht nur auf der „Magierschule“ gegen Führungspersönlichkeiten auflehnt und am Ende verbannt wird. Er ist ein sog. „Viertelblut-Magus“, das heißt er hat angeborene Fähigkeiten, von denen die normalen Menschen nur träumen können: die Magi beherrschen die Elemente und können sie für ihre Zwecke manipulieren.
Dann lernen wir noch die junge Ramita kennen. Eigentlich ein ganz normales Mädchen, das am Marktstand seiner Eltern mithilft und von einem gemeinsamen Leben mit ihrem geliebten Verlobten Kazim träumt. Doch der Umstand, dass sie aus einer sehr fruchtbaren Familie stammt, lässt sie schließlich zur Ehefrau eines berühmten alten Magus werden – und ihre Familie wird dadurch sehr reich. Doch Kazim zerbricht fast an diesem Verrat und landet in den Reihen der freiwilligen Soldaten…
Und dann wäre da noch Elena, sie ist eine Magi und hat bereits einen Krieg erleben müssen. Inzwischen schützt sie als Leibwächterin eine königliche Familie und fühlt sich dort sehr wohl und sogar geliebt. Doch eigentlich dient sie einem anderen Meister und ist quasi eine Spionin. Und als sie eines Tages den Befehl erhält, den König und seine Angehörigen zu töten, muss sie sich entscheiden: für Gut oder Böse.

Meine Meinung:
Natürlich muss im Auftakt zu einer ganzen Saga erst einmal vieles vorgestellt, erklärt und eingeführt werden. So auch hier: zahlreiche Völker, Regionen und Städte, Religionen, Personen, Allianzen, Sprachen usw. wollen erst einmal verdaut und verinnerlicht werden. Das hat das Lesen der ersten Hälfte des Buches etwas mühsam gestaltet und ich musste mich manchmal zum Weiterlesen motivieren.
Doch wenn man mit dieser neuen Welt erst einmal etwas vertrauter ist und auch die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Protagonisten immer deutlicher zutage treten, fesselt die Story mehr und mehr.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet, man fühlt mit ihnen, man hasst sie oder liebt sie. Auch die Schauplätze werden gut beschrieben und erscheinen lebendig vor dem inneren Auge.
Der Schreibstil ist weder verschnörkelt, noch irgendwie auf „alt“ getrimmt, sondern klar, einfach, modern. Der Autor spart auch nicht an deutlichen Worten, wenn es zum Beispiel um Schimpfworte geht. Das alles passt aber gut zur Atmosphäre der Geschichte.
Was mich persönlich etwas gestört hat, das ist die Anlehnung vieler Begriffe oder Geschehnisse an unsere reale Welt. So heißt die Hölle zum Beispiel „Hel“ (engl. bei uns „hell“), auch die Wochentage bzw. die Zeitrechnung, vieles Religiöse und manche Völker erinnerten nur allzu deutlich an wirklich existierende Vorbilder. Wenn ich ein Fantasybuch lese, dann möchte ich auch mehr Fantastisches erleben und nicht so viele Parallelen zur realen Welt vorfinden. Das einzig wirklich Außergewöhnliche in diesem Buch ist die sog. „Gnosis“, die Zauberkraft, die den Magi innewohnt. Diese Kräfte – und ihre Entstehungsgeschichte – sind gut durchdacht, aber auch nicht unbedingt neu.
Trotz allem hat mich das Buch (nachdem ich erst einmal die erste zähe Hälfte hinter mir hatte) gut unterhalten und ich werde sicher auch die weiteren Bücher der Saga lesen, denn ich will schließlich wissen, wie es mit den vielen – teils recht liebgewonnenen – Personen weitergeht.

Fazit:
Ein Buch, das man unbedingt als Bestandteil einer ganzen Reihe sehen sollte. Erst einmal muss man die Welt um Yuros und Antiopia kennenlernen und dann beginnt der unterhaltende Teil des Buches. Dieser endet aber recht abrupt, wie man es von solchen Reihen ja meist gewöhnt ist.
Ich gebe dem Buch 3,5 von 5 Sternen und empfehle es Lesern, die auf der Suche nach einer neuen umfassenden Fantasysaga sind.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 16 ab.

REALMORD von Ralph F. Wild – Meine Meinung…

Taschenbuch: 206 Seiten
Verlag: Einhorn-Verlag+Druck GmbH; Auflage: 1. (18. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3936373957
ISBN-13: 978-3936373950

Über den Autor:
Ralph F. Wild wurde am 9. November 1971 in Esslingen am Neckar geboren. Der ausgebildete Journalist machte sich zunächst einen Namen als Sportredakteur einer Lokalzeitung in Schwäbisch Gmünd. 2007 schlug er beruflich neue Wege ein und wechselte in die Automobilbranche, zum Audi-Partner WWG Autowelt. Parallel betätigt sich Ralph F. Wild aber weiterhin als freier Journalist und Moderator.
Der erste Gedanke zum »Realmord« kam ihm im Jahr 2011 bei einem Urlaub mit seiner Familie an der Côte d´Azur. St. Tropez, Fréjus, St. Raphaël, die französischen Küstenstädte und auch Monaco sind für ihn längst zur zweiten Heimat geworden. Kein Wunder, dass er die Filmmetropole Cannes als Kulisse für sein Erstlingswerk wählte.
Momentan arbeitet der Autor an einem weiteren Krimi. Zudem werden von ihm in Kürze ein Kinderbuch, sowie ein historischer Roman fertiggestellt.
Ralph F. Wild wohnt in Durlangen, ist seit zwölf Jahren mit seiner Frau Larissa verheiratet und hat drei Kinder.

Der Klappentext:
Der erfolgreiche Ölmagnat und Multimillionär Frank Mellendorf wird zur Hauptfigur in einem schmutzigen Spiel des durchgeknallten Regisseurs Michael McLorey. Dieser will seinen letzten großen Coup landen, indem er auf brutale Weise Fiktion Wirklichkeit werden lässt. Dort, wo Mellendorf Entspannung sucht – in Cannes an der französischen Côte d Azur – gerät der deutsche Unternehmer und Topmanager in den schlimmsten Albtraum seines Lebens. Bis die Welt ahnt, wie weit die Gier McLoreys nach Ruhm und Unsterblichkeit gehen wird, gibt es für die Opfer meist kein Entrinnen mehr.
Fesselnde Verfolgung eines zu unrecht Gehetzten, durchdachte Wendungen, temporeiche Szenen und überraschende Entwicklungen garantieren Spannung pur.

Die Geschichte:
Der Milliardär Frank Mellendorf gönnt sich zwei Wochen Urlaub an der wunderschönen Côte d´Azur und trifft sich dort mit seinem langjährigen guten Freund Michael McLorey, seines Zeichens berühmter Hollywood-Regisseur.
Noch ahnt er nicht, dass diese Reise sein Leben für immer verändern wird. Nach einer durchzechten Nacht erwacht Mellendorf neben zwei hübschen jungen Damen und kann sich an nichts erinnern. Doch das soll sich noch als sein geringstes Problem herausstellen, denn wenig später findet er beim Betreten seiner Luxussuite eine grausam zugerichtete Leiche in seinem Bett.
Alle Indizien deuten auf Mellendorf und so verliert er bei einem Verhör die Nerven und flüchtet vor der Polizei. Das alles wird minutiös von Kameras begleitet, doch davon ahnt Mellendorf zunächst nichts. Bald wird klar, wer der eigentliche Drahtzieher hinter dem grausigen Verbrechen ist. Es beginnt eine mörderische Hetzjagd, doch nicht nur Mellendorf ist das Ziel eines verrückten Killers…

Meine Meinung:
Ralph F. Wilds Debütroman „Realmord“ ist ein rasantes, blutiges Werk, man könnte es gut als „buchgewordenen Actionfilm“ bezeichnen. Angesichts der Thematik, die er gewählt hat, ist das natürlich sehr passend. Hauptfigur ist schließlich – neben dem Opfer Frank Mellendorf – der exzentrische und größenwahnsinnige Regisseur Michael McLorey, der sich mit einem sprichwörtlich mörderischen Film ein ewiges Denkmal setzen will.
Der Leser wird sehr schnell mitten in diesen Wahnsinn hineingezogen, es gibt kein großes Vorgeplänkel. Überhaupt sucht man in diesem Buch langatmige Passagen vergeblich, man hat eher das Gefühl, manchmal etwas durch die Handlung gehetzt zu werden, aber auch das kennen wir aus Actionfilmen: schnelle Szenenwechsel, keine Zeit zum Durchatmen, ein Ereignis jagt das nächste.
Die Charaktere sind ganz gut gezeichnet, aber vor allem Frank Mellendorf hätte noch etwas mehr Tiefe vertragen, so dass man sich besser mit ihm solidarisieren kann. Er ist zwar nicht unsympathisch, aber auch kein Protagonist, mit dem man von Herzen mitfiebern kann. Diesen Part übernimmt eher einer der Polizisten… Der Bösewicht in der Geschichte ist ja eigentlich Michael McLorey, doch die wirklich blutigen Aufgaben übernimmt ein Mann, dessen Charakterisierung mir recht gut gefallen hat: Viskeletti. Ein Mann, der über Leichen geht und im Laufe des Buches auch einige Kollateralschäden zurücklässt.
Um auf den Actionfilm zurück zu kommen: das Buch kann man sich durchaus als Drehbuch vorstellen. Die Szenen kann man sich gut visualisieren, besonders wenn man schon selbst das Vergnügen hatte, in Cannes und Umgebung Urlaub zu machen.
Besonders zum Ende hin schlittert der Leser von einer Verfolgungsjagd in die nächste, es häufen sich Entführungen und Morde, Verrat und Verführung verwirren die Sinne und man stellt sich die Frage, wer denn nun gut oder böse ist. Überraschende Wendungen und eine zarte Liebesgeschichte runden die Geschichte ab.
„Realmord“ ist ein wirklich gelungenes Debüt, das zwar hin und wieder stilistisch noch etwas „unrund“ daherkommt, aber die Story ist gut durchdacht und wird durchaus spannend und vor allem rasant erzählt.
Man darf das Buch, auch wenn es der Titel vielleicht impliziert – allerdings nicht mit zu großen Erwartungen an Realismus lesen, denn oft sorgen schier unglaubliche Zufälle dafür, dass die Handlung funktioniert. Wenn man es aber als „Actionfilm in Bücherform“ liest, dann kann man dem Autor so manche Unebenheit nachsehen.

Fazit:
Ralph F. Wild ist ein Autor, dessen Schaffen man im Auge behalten sollte. Sein Debüt „Realmord“ ist ein rasanter Actionfilm in Bücherform, der mit einer ungewöhnlichen Idee und einer dichten Story gut unterhält.

Wertung: 3,5 von 5 Sternen

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 21 ab, denn die Côte d´Azur ist seit vielen Jahren unser liebster Urlaubsort! 🙂

Durch frühen Morgennebel – Meine Meinung…

Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (13. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406659543
ISBN-13: 978-3406659546

Über den Autor:
Manuel Niedermeier, 1984 in Regensburg geboren, hat vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaften in Regensburg und Wien studiert. 2010 hat er bei der on3-Lesereihe des Bayerischen Rundfunks mitgemacht. Seit 2010 ist er jährlicher Teilnehmer bei Poetry in Motion der Regensburger Kurzfilmwoche. 2012 war er Stipendiat der Bayerischen Akademie des Schreibens.
(Quelle: chbeck.de)

Der Klappentext:
Clemens war als Fotograf immer auf der Suche nach den Aufnahmen, die das Wesentliche eines Momentes erfassen und über das Sichtbare hinausgehen. Zuletzt hat er die wohl dramatischsten Bilder seines Lebens gemacht, die ihn allerdings aus der Bahn geworfen haben. Er fotografierte, wie sein Freund John, über Bord gegangen, sofort von der Strömung unter das Eis der Arktis gerissen wurde.
Im Rückblick wird von diesem Moment und den Ereignissen, die zu ihm geführt haben, erzählt. John will seine Forschungen über die Belugawale weitertreiben und ist mit Clemens auf einem Expeditionsschiff durch die Nordostpassage unterwegs. Kurz bevor er an Bord kam, hatte er in Berlin Traumatisches erlebt, worüber er kaum sprechen kann. Er wartet dringend auf eine Nachricht von Laura, der Geigerin, in die er verliebt ist. Wie bei einem Film entstehen die atmosphärisch starken Szenen vor dem inneren Auge des Lesers. Eindringlich, manchmal bis zu Stichpunkten verknappt erzählt Manuel Niedermeier in seinem ersten Roman und lässt sich dabei doch auf schöne Weise Zeit.

Die Geschichte:
Der Fotograf Clemens teilt sich auf einem Expeditionsschiff die Schlafkoje mit dem Biologen John. Das Leben an Bord ist alles andere als einfach. In abwechselnden Schichten müssen alle Mitreisenden auf dem Deck Wache halten und die Entwicklung der Eisbildung beobachten. Die Temperaturen in den subarktischen Gebieten sinken schnell, so dass die Crew Gefahr läuft, im Eis stecken zu bleiben.
John wird immerzu von Alpträumen geplagt und schreckt schreiend aus dem Schlaf hoch. Auch Clemens wird dadurch um seine dringendst benötigten Erholungspausen gebracht. Er stellt John zur Rede, doch dieser blockt zunächst alle Fragen ab. Irgendwann beginnt er doch zu erzählen und läßt Clemens an den bizarren Angstträumen teilhaben, deren Ursprung in einem traumatischen Erlebnis kurz vor der Abreise liegt.
In Rückblenden werden die Erlebnisse von John in Berlin erzählt. Wir erfahren, wie er Laura kennenlernt und was der Auslöser seines Traumas ist.

Meine Meinung:
Manuel Niedermeier erzählt in einer so bildgewaltigen Sprache, dass man den schneidenden Wind im Gesicht und die Schneeflocken auf der Haut beinahe spüren kann. Er legt Wert auf Details, lässt seine Charaktere leben und leiden und die Schauplätze realistisch vor unserem inneren Auge entstehen.
Die Geschichte wird hauptsächlich in zwei Handlungssträngen erzählt: die Kapitel wechseln sich ab zwischen dem Leben an Bord und Johns Vergangenheit in Berlin.
Das Buch habe ich in einem Rutsch durchgelesen und fand es durchaus fesselnd. Die Schiffsreise wird realistisch und ausführlich beschrieben, aber auch die Vorgeschichte von John wartet mit vielen Details auf. Mit den Protagonisten konnte ich trotz deren guter Ausarbeitung nicht wirklich mitfühlen, sie bleiben mir etwas fremd und ich fühle mich eher wie ein nüchterner Beobachter.
Mit dem Schluss hadere ich leider etwas, denn ich bin kein Freund von offenen Enden – und hier blieben mir zu viele Fragen unbeantwortet. Die Kernaussage des Buches erschließt sich mir nicht so wirklich, wobei man natürlich viel hineininterpretieren kann: geht es um den kurzen Moment, der das Leben nachhaltig verändern kann? Oder sind es die Schuldgefühle, die man empfindet, obwohl man eigentlich unschuldig ist? Und wo beginnt eigentlich „Schuld“? Oder steht die Schiffsfahrt durchs immer dichter werdende Eis für die Ausweglosigkeit, in der man sich manchmal im Leben befindet?
Das wird wohl jeder Leser selbst für sich herausfinden müssen…

Fazit:
Ein bildgewaltiger Roman, der gut unterhält und viel Raum für Interpretationen lässt.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 31 ab.

London Calling – Meine Meinung…

Broschiert: 304 Seiten
Verlag: Goldfinch; Auflage: 1 (März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3940258334
ISBN-13: 978-3940258335

Über die Autorin:
Anja Marschall lebt und schreibt in Schleswig-Holstein, wo sie seit mehreren Jahren als Publizistin arbeitet. Im Dryas Verlag sind die Romane „Fortunas Schatten“ und „Das Erbe von Tanston Hall“ erschienen.

Klappentext:
In der City of London, dem Herzen der internationalen Finanzwelt, wird die Leiche des dubiosen Finanzberaters Bradshaw gefunden. Die flippige Künstlerin Luna hat den Mann seit einiger Zeit verfolgt, weil das Geld, das sie ihm anvertraut hat, verschwunden ist. Scotland Yard vermutet schnell, dass eine Stalkerin den Banker erschossen hat – und kommt auf die Spur von Luna. Doch diese schwört ihrer Freundin Kate, dass sie unschuldig ist. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach dem wahren Mörder und stechen unversehens in ein Wespennest aus Korruption und Geldwäsche, Eitelkeiten und Gier.

Die Geschichte:
Kate ist Krankenschwester und freut sich nach einem anstrengenden Tag auf zwei Wochen Urlaub. Doch sie hat die Rechnung ohne ihre alte Freundin Luna gemacht. Diese steht plötzlich mitten in der Nacht vor der Tür und stellt ab diesem Zeitpunkt Kates wohlgeordnete Welt total auf den Kopf.
Luna ist eine im positiven Sinne irgendwie durchgeknallte Künstlerin, die durch eine Erbschaft zu großem Reichtum gelangt ist. Doch das ganze Geld ist weg und Luna ist auf der Flucht: sie ist die Hauptverdächtige im Mordfall eines dubiosen Finanztypen, der in der City of London gefunden wurde.
Luna bittet Kate um Hilfe und zusammen versuchen sie, den wahren Mörder zu finden. Unerwartete Hilfe bekommen sie dabei von einem Polizisten und einer etwas skurrilen Nachbarin. Immer tiefer geraten die beiden Frauen in einen Sumpf aus Korruption, Entführung, Mord und Erpressung – und am Ende schwebt Kate selbst in tödlicher Gefahr!

Meine Meinung:
Kate und Luna kannte ich vorher noch nicht, obwohl es bereits ein Buch mit den beiden Frauen gibt: Das Erbe von Tanston Hall.
Anja Marschall beschreibt aber ihre Charaktere so gut, dass man nicht das Gefühl einer Wissenslücke hat, wenn man den Vorgängerband nicht gelesen hat. Kate und Luna sind zwei lebendig ausgearbeitete Protagonistinnen, mit denen man mitfiebern kann, die aber auch für so manches Schmunzeln sorgen.
Die ausführlichen Beschreibungen der Schauplätze machen Lust auf einen London-Trip, zu dem man sich sogar eine Reiseführer-App zum Buch herunterladen kann.
Der Fall an sich wird recht spannend erzählt, wobei sich Anja Marschall mit blutigen Details und allzu vielen Toten zurückhält und den Fokus eher auf die ungewöhnliche Art der Ermittlung legt. Luna und Kate mogeln sich mit allerhand zwielichtigen Methoden und einer großen Portion Mut durch und kommen dem Geheimnis immer näher. Überraschende Wendungen und ein gut durchdachter Plot tun ihr übriges, um das Buch sehr unterhaltsam und lesenswert zu machen.

Fazit:
Durchaus spannender, gut durchdachter Krimi, der durch die ungewöhnlichen „Ermittlerinnen“ glänzt und bei dem auch mal geschmunzelt werden darf.

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 19 ab.