Lauren, vermisst von Sophie McKenzie – Meine Rezension…

Ab 12 Jahren
Boje Verlag
Hardcover, 286 Seiten
Ersterscheinung: 17.05.2013
ISBN: 978-3-414-82343-4

Die Autorin:
Sophie McKenzie wuchs in London auf, wo sie auch heute noch lebt. Sie hat jahrelang als Journalistin gearbeitet. An das Schreiben von Geschichten wagte sie sich erst, als sie arbeitslos wurde.
Gleich ihr Debüt war in Großbritannien ein Bestseller-Erfolg, dem viele weitere Bücher folgten. „Lauren, vermisst“ ist das erste Buch der Autorin, das ins Deutsche übersetzt wurde, und der erste Titel von Sophie McKenzie im Boje Verlag.

Der Klappentext:
„Ich wurde adoptiert, als ich drei war. Ich habe keine Ahnung, wo ich herkomme.“
Inzwischen ist Lauren vierzehn – und sie will endlich mehr über ihre Herkunft erfahren! Ihre Mutter weigert sich allerdings, ihr irgendetwas darüber zu erzählen. Also fängt Lauren heimlich an, im Internet zu recherchieren. Bei ihrer Suche stößt sie auf ein Mädchen, das verschwunden ist, kurz bevor Lauren adoptiert wurde. Die Ähnlichkeit zwischen dem Mädchen und Laurens Kinderfotos ist verblüffend. In Lauren wächst ein schrecklicher Verdacht: Kann es sein, dass man sie als kleines Kind entführt hat?

Die Geschichte:
Ausgerechnet eine lästige Hausaufgabe veranlasst Lauren dazu, sich näher mit ihrer Vergangenheit zu befassen. „Wer bin ich“ war die Frage, die sie in einem Aufsatz beantworten sollte, doch wie soll sie diese Frage beantworten, wenn sie als Adoptivkind gar nichts über ihre richtigen Eltern weiß? Oder ist am Ende die biologische Herkunft gar nicht das, was uns als Mensch wirklich ausmacht?
Lauren stößt im Internet auf eine Seite mit vermissten Kindern und staunt nicht schlecht, als sie das Foto und die Daten der verschwundenen Martha Lauren Purditt entdeckt. Die Gemeinsamkeiten zwischen ihr und dem Profil des Mädchens sind einfach zu auffällig und sie beschließt, ihre Vergangenheit aufzudecken.
Von ihren Adoptiveltern kann sie jedoch keinerlei Hilfe erwarten, ihre Mutter reagiert äußerst ungehalten auf die Fragen. Schließlich vertraut sich Lauren ihrem besten Freund Jam an und heckt mit ihm einen kühnen Plan aus: während einer Familienreise in die USA will sie dort vor Ort auf Spurensuche gehen. Dabei geraten die beiden Jugendlichen in höchste Gefahr…

Meine Meinung:
Wir durften dieses Buch freundlicherweise testlesen für die Buchhandlung Meister. Mein Patenkind (14), die eigentlich genau die Zielgruppe für dieses Buch repräsentiert, hat es allerdings nach dem ersten Drittel abgebrochen: vieles wirkte auf sie einfach konstruiert und sehr unrealistisch.

Anschließend habe ich das Buch gelesen und muss mich ihrer Kritik leider anschließen: für ein 14-jähriges Mädchen handelt Lauren manchmal schon sehr tollkühn, aber auch die Geschichte an sich wirkt oft sehr „zurechtgebogen“ und unrealistisch. Zu viele Zufälle machen die Handlung erst möglich und manches ging mir auch ein bisschen zu schnell.

Was die Charaktere betrifft: diese waren gut ausgearbeitet, wirkten lebendig – und einige auch recht nett. Doch ausgerechnet Lauren, die Hauptperson, konnte mich nicht überzeugen. Natürlich befindet sie sich in einer schwierigen Situation, aber sie wirkt trotzdem in weiten Teilen einfach egoistisch und damit leicht unsympathisch. Dass ihr dieses Verhalten sogar von ihrem Umfeld an vielen Stellen vorgeworfen wird, lässt vermuten, dass es Absicht der Autorin war, ihre Hauptfigur so darzustellen.

Trotz der oft etwas konstruiert wirkenden Handlung ist das Buch durchaus fesselnd und spannend. Überraschende Wendungen tragen zusätzlich zur guten Unterhaltung bei.
Der sehr gut lesbare, schnörkellose Schreibstil hat mir prima gefallen. Die Dialoge wirken lebendig und die Schauplätze kann man sich auch super vorstellen.

Die heikle Thematik wird besonders im 2. Teil des Buches sehr gut herausgearbeitet. Leider kann ich hierzu nichts Genaueres schreiben, da ich sonst zu viel verraten müsste. Die Gefühlswelt der Charaktere wird jedenfalls gut beleuchtet und Konflikte glaubwürdig herausgearbeitet.

Fazit:
Wenn man bereit ist, über einige unrealistisch wirkende Szenen hinwegzusehen, kann man mit diesem Buch spannende Lesestunden erleben.

Bewertung:
3pfoten

Die Brücke der Gezeiten – Am Ende des Friedens von David Hair – Meine Rezension…

Broschiert: 544 Seiten
Verlag: Penhaligon Verlag (23. Juni 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3764531266
ISBN-13: 978-3764531263
Originaltitel: Mage’s Blood (The Moontide-Quartet 1) Part Two

Über die Reihe:
Dies ist bereits der 2. Teil der Saga, bereits erschienen ist folgendes Buch:

Der Klappentext:
Die Mondflut wirft ihre Schatten voraus, als drei Menschen verzweifelt mit ihrem Schicksal ringen: Ein gescheiterter Magier auf der Suche nach der Wahrheit, eine junge Frau, die sich zwischen ihren mächtigen Ehemann und ihren Liebhaber stellt, und eine einstige Attentäterin, die ihr Leben riskiert, als sie sich gegen ihren Auftraggeber wendet. Ohne es zu wissen, lenken diese drei Menschen die Geschicke ihrer Welt. Und als sich die Mondflutbrücke schließlich aus den Fluten erhebt, wird ihr Leben nie mehr sein wie zuvor…

Die Geschichte:
Bei diesem Buch ist es auf jeden Fall unerlässlich, zuerst einmal Teil 1 zu lesen, falls man diesen noch nicht kennt. In „Ein Sturm zieht auf“ lernt der Leser nämlich erst einmal die wichtigsten Personen, die Umgebung, die ganzen Verstrickungen der Völker und die Fehden untereinander kennen.
Hier im 2. Teil ist man sofort wieder mitten in der Story. Zunächst dreht sich alles um Ramita, die mit dem mächtigsten Magus verheiratet wurde und ihm viele Kinder gebären soll. Ihr Ex-Verlobter Kazim gibt noch nicht auf und will seine Geliebte zurückerobern – um jeden Preis.
Viele neue Figuren werden in diesem Buch nicht mehr vorgestellt, doch ein Mann kommt ins Spiel, der sehr viel Mysteriöses und Spannendes mit sich bringt.
Auch die Situation um Elena, die ehemalige Attentäterin und Spionin spitzt sich extrem zu, es wird immer schwerer, zu entscheiden, wem man Vertrauen schenken kann und wem nicht.
Am Ende des Buches ist es endlich so weit: die Brücke erhebt sich aus den Fluten des Meeres und kann passiert werden…

Meine Meinung:
Auf diese Fortsetzung habe ich mich sehr gefreut, auch wenn ich den ersten Band der Saga nicht uneingeschränkt gut gefunden hatte. Trotzdem ist die Geschichte insgesamt so spannend und fesselnd, dass man einfach wissen will, wie es mit den Protagonisten weiter geht. Viele dieser Charaktere sind auch so sympathisch, dass man sie einfach ins Herz schließen muss. Leider überlebten nicht alle meiner Favoriten diesen Band, was ich sehr schade finde. Aber man kann nicht immer ein totales Happy End haben.
Was mich bereits im ersten Teil gestört hat und sich hier natürlich fortsetzt: es ist insgesamt zu wenig Fantasy und stattdessen einfach vieles aus der realen Welt übernommen, nur mit leicht veränderten Begriffen. Beispiel: die „Erde“ heißt „Urte“ und auch in diesem Buch wird der alte Irrglaube erwähnt, dass es sich nicht um eine „Urtekugel“, sondern um eine Scheibe handeln würde. Solche Sachen hätte man sich meines Erachtens nach einfach sparen können.
Was mich allerdings noch mehr gestört hat: zu viele Sexszenen, die ich überhaupt nicht lesen mag, schon gar nicht in ausführlicherer Form.
Die tollen Charaktere und die stellenweise recht spannende, actionreiche Handlung überzeugen aber insgesamt und so konnte mich das Buch bestens unterhalten und ich habe es sehr gerne gelesen!

Fazit:
Durchaus spannend und fesselnd, mit vielen liebenswürdigen Charakteren, doch auf die Liebesszenen könnte ich gut verzichten! Knappe 4 Sterne würde ich dafür vergeben – und ich freue mich schon auf eine Fortsetzung!

Bewertung:
4pfoten

Doctor Sleep von Stephen King – Meine Rezension…

Gebundene Ausgabe: 704 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (28. Oktober 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453268555
ISBN-13: 978-3453268555
Originaltitel: Doctor Sleep

Über den Autor:
„Carrie“, „The Shining“, „Misery“ – es gibt wohl nur wenige Leser oder Kinogänger, die nicht zumindest eine dieser drei Horrorgeschichten von Stephen King kennen. Einen internationalen Bestseller nach dem anderen legt der 1947 in Maine geborene Autor vor. Und nicht wenige davon wurden auch erfolgreich verfilmt. So spektakulär die Geschichten sind, so bürgerlich klingt Kings Werdegang. Nach Schule, Universität und früher Heirat arbeitete er zunächst als Englischlehrer. Seiner Passion fürs Schreiben ging er abends und am Wochenende nach, bis ihm der Erfolg seiner ersten großen Geschichte, „Carrie“, erlaubte, ausschließlich als Schriftsteller zu leben. Der Rest ist Legende. King hat drei Kinder und bereits mehrere Enkelkinder und lebt mit seiner Frau Tabitha in Maine und Florida.
Quelle: Amazon.de

Über das Buch:
Wer „Das Shining“ bereits kennt, darf sich hier quasi über eine Fortsetzung dieser weltbekannten Geschichte freuen: „Doctor Sleep“ erzählt den weiteren Werdegang von Danny Torrance. Und wer möchte nicht gerne erfahren, was aus dem Jungen geworden ist?

Der Klappentext:
Eine mörderische Sekte hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben. Stephen King kehrt zu einem seiner berühmtesten Romane zurück: Der kleine Danny, der im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden müssen, ist nun erwachsen. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los. Auch das Mädchen Abra hat das Shining. Kann er sie retten?

Meine Meinung:
Knapp 20 Jahre ist es nun schon her, dass ich massenweise die Romane von Stephen King verschlungen habe. Dann folgte ein langer Zeitraum, in dem ich fast gar nicht gelesen habe (im Nachhinein beinahe unbegreiflich für mich) und schließlich entdeckte ich meine Vorliebe für Krimi- und Thriller-Hörbücher. Mittlerweile stehen wieder massenweise „normale“ Bücher in meinem Regal, doch das Horror-Genre und damit auch Stephen King waren für mich seitdem irgendwie kein Thema mehr.
Doch meine Freundin hat mir freundlicherweise „Doctor Sleep“ ausgeliehen und so habe ich mich gestern endlich mal wieder „an einen King“ herangewagt – und war begeistert! Trotz der ca. 700 Seiten habe ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen und bin begeistert.

Wie ein spannender Film, bei dem man ungern auf „Pause“ drückt (höchstens für nötige Toilettenpausen 🙂 ), hat mich dieses Buch gefesselt. Die lebendigen Charaktere, die alle ihre Problemchen, Ängste und Sorgen haben, begleitet man einfach gern durch diese Story.

Es ist eine fast beruhigend einfache Gut-gegen-Böse-Geschichte, bei der man stets weiß, welcher Seite die Protagonisten angehören. Trotzdem erwarten uns einige Überraschungen, die so nicht vorhersehbar sind.
Die „Sekte“ ist eine Ansammlung skurriler Charaktere, deren Geschichte, Lebensweise und Ziele sehr gut ausgearbeitet sind und die bei aller Boshaftigkeit trotzdem nicht nur negativ wirken.

Ein paar eklige Szenen dürfen natürlich in diesem Roman nicht fehlen, schließlich ist es „King“, aber es hielt sich sehr in Grenzen. Und wenn ich mir manchmal Rezensionen über andere Bücher durchlese, die heutzutage im „Horror“-Genre verkauft werden, dann finde ich das einfach nur noch widerlich: brutalste Sexszenen, Sodomie und andere Dinge, die meines Erachtens nichts mehr mit Niveau zu tun haben, scheinen da an der Tagesordnung zu sein. Dagegen liest sich dieses Buch hier wie ein Gute-Nacht-Märchen für Schulkinder.

Sehr beeindruckend fand ich auch, dass Stephen King in diesem Roman wohl auch viele Erfahrungen aus seinem eigenen Leben einfließen ließ: auch er ist ein Mitglied der AA (Anonymen Alkoholiker), wobei man das „anonym“ bei ihm wohl streichen könnte. Er steht zu dieser Vergangenheit und die Alkoholsucht ist hier ein dominanter Teil der Geschichte, der auch entsprechend authentisch wirkt.

Dass am Ende natürlich das Gute über das Böse siegt, ist tröstlich und hat mich einfach total gefreut, denn ich mag keine offenen oder negativen Schlussszenen in Büchern. Wenn schon im „normalen Leben“ nicht immer alles so läuft, wie es sollte, möchte ich wenigstens beim Lesen in dieser Hinsicht nicht enttäuscht werden.

Fazit:
Ein spannendes Abenteuer, in dem realitätsnahe Charaktere nicht nur mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, sondern auch noch das „große Böse“ besiegen müssen. Toll zu lesen und das Ende fand ich einfach super.

Bewertung:
5pfoten

Das Rachespiel von Arno Strobel – Meine Rezension…

Taschenbuch: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596196949
ISBN-13: 978-3596196944

Über den Autor:
Arno Strobel, 1962 in Saarlouis geboren, studierte Informationstechnologie und arbeitet heute bei einer großen deutschen Bank in Luxemburg, mittlerweile in Teilzeit. Im Alter von fast vierzig Jahren begann er mit dem Schreiben von Kurzgeschichten, die er in Internetforen veröffentlichte, bevor er sich an seinen ersten Roman heranwagte. Als der nach fast drei Jahren, einer Recherchereise nach Rom und vielen Hochs und Tiefs fertig war, schickte er eine Leseprobe an etwa zwanzig Verlage, bekam aber von allen eine Absage. Also gründete er mit zwei Freunden einen Verlag und brachte das Buch selbst heraus.
„Magus – Die Bruderschaft“ erschien in einer Startauflage von 1.000 Exemplaren, die nach drei Wochen durch Mund-zu-Mund-Propaganda in der Region Trier zur Hälfte, und nach weiteren 4 Wochen komplett verkauft war, so dass eine zweite Auflage gedruckt werden konnte. Kurze Zeit später zog MAGUS die Aufmerksamkeit einer der größten Buchhandelsketten Deutschlands auf sich. Dem Seniorchef gefiel das Buch so gut, dass er Empfehlungsschreiben an einige der größeren Verlage sandte. Parallel dazu entdeckte ein Vertreter des dtv den MAGUS in einer Trierer Buchhandlung und nahm ihn mit. Zwei Wochen später ging die Lizenz dann an den dtv, der „MAGUS – Die Bruderschaft“ im Herbst 2007 herausbrachte und in 7 Länder verkaufte.
Auf der Buchmesse in Frankfurt lernte Arno Strobel im gleichen Jahr Joachim Jessen von der Agentur Schlück kennen, der ihn seitdem als Agent vertritt.
Im September 2009 erschien beim dtv noch Castello Cristo, im April 2010 ging es dann mit dem Psychothriller „Der Trakt“ im Fischer Taschenbuchverlag weiter, der auf Anhieb eine gute Platzierung in der Spiegel Bestsellerliste erreichte. Es folgten „Das Wesen“ im November 2009, „Das Skript“ im Januar 2011 und „Der Sarg“ im Januar 2013.
Arno Strobel lebt mit seiner Familie in der Nähe von Trier.
(Quelle: Amazon.de)

HIER geht es zur Facebook-Seite von Arno Strobel – oder HIER zur Webseite.

Der Klappentext:
Frank Geissler glaubt an einen Scherz, als er die Website aufruft: Ein Mann, nackt, am Boden festgekettet, in Todesangst. Daneben ein Käfig voller Ratten, unruhig, ausgehungert.
Frank kann den Mann retten, heißt es. Aber nur wenn er Teil des »Spiels« wird und seine erste Aufgabe erfüllt. Angewidert schließt er die Website, doch kurz darauf ist der Mann tot. Und Frank schon mittendrin. Mittendrin in einem Spiel, bei dem es um Leben und Tod geht – für Frank, für seine Frau. Und für seine Tochter…

Meine Meinung:

Zunächst hatte ich sehr oft so ein Déjà-vu-Gefühl: vieles schien schon zu oft dagewesen, ob in Filmen oder Büchern.
Doch im Laufe der Geschichte will man trotzdem wissen, wie es weitergeht und ob die Vermutungen stimmen, die man in der Zwischenzeit angestellt hat. Was mich betrifft: ich lag richtig, wobei ein Teil der Auflösung natürlich schon noch etwas überraschend war.

Arno Strobel schafft ein beklemmendes Szenario, das mit unseren Urängsten spielt. Ob Dunkelheit, Eingesperrt- und Ausgeliefertsein oder die ständige Ungewissheit, wem man vertrauen kann und wem nicht – alles kommt hier zum Einsatz.

Die Protagonisten waren mir allesamt nicht besonders sympathisch, was sich wohl auch mit der Situation erklären lässt, in der sie stecken bzw. ihrer Rolle, die sie dabei einnehmen.

Insgesamt fand ich die Story und die Schlussszene nicht ganz glaubwürdig, aber trotzdem recht unterhaltsam.

Fazit:
Die Ideen sind nicht wirklich neu, aber trotzdem liest sich das Buch ganz spannend und durchaus fesselnd.

Bewertung:
4pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 29 ab.

Die Rache des Chamäleons von Åke Edwardson – Meine Rezension…

Taschenbuch: 256 Seiten
Verlag: List Taschenbuch (11. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548611141
ISBN-13: 978-3548611143
Originaltitel: Möt mig i Estepona

Über den Autor:
Åke Edwardson, geboren 1953, lebt mit seiner Frau in Göteborg. Einige Monate im Jahr verbringt das Ehepaar im Süden Spaniens, in Marbella. Bevor Edwardson einer der weltweit erfolgreichsten Autoren von Kriminalliteratur wurde, arbeitete er als Journalist u. a. im Auftrag der UNO im Nahen Osten, schrieb Sachbücher und unterrichtete an der Universität Creative Writing.
(Quelle: Amazon.de)

Der Klappentext:
Gestern ein TERRORIST. Heute ein liebender FAMILIENVATER. Und morgen ein KILLER?
Dein Mann liebt dich. Eure Kinder. Er ist erfolgreich, und ihr habt ein schönes Leben. Doch eine Nachricht verändert alles. Ein alter Freund glaubt, dass dein Mann ihm noch etwas schuldet. Und das fordert er jetzt ein. Weil du ihn liebst, gehst du mit ihm auf diese tödliche Mission. Doch wer ist der Mann an deiner Seite?

Die Geschichte:
Peter ist ein erfolgreicher Geschäftsmann und lebt mit seiner Frau und den beiden Töchtern glücklich in Schweden. Doch alles ändert sich an dem Tag, als er einen mysteriösen Umschlag mit Fotos erhält. Er erinnert sich an sein früheres Leben – und diese Erinnerungen sind kaum als positiv zu bezeichnen.
Als dann auch noch Flugtickets nach Spanien für ihn und seine Frau zu ihm nach Hause geschickt werden, ist für ihn alles klar. Seine Vergangenheit hat ihn eingeholt, jemand will eine alte Rechnung begleichen – und seine Frau soll dabei sein…

Meine Meinung:
Anfangs war ich fast etwas schockiert: der Prolog war ohne Kommas geschrieben, als hätte ihn jemand verfasst, der kaum Zeit zum Atemholen hatte.
Glücklicherweise war der weitere Text nicht so satzzeichenlos, aber dennoch hat mir auch hier der Schreibstil nicht zugesagt. Das Gelesene blieb irgendwie nichtssagend, wie ein nüchterner, schneller Bericht. Die Sätze bestanden oft nur aus wenigen Wörtern, absichtlich verknappt, irgendwie stakkatohaft. Genauso die Dialoge, die mir nicht real vorkamen, sondern irgendwie hölzern. Verstärkt wurde dieser Eindruck noch durch die Eigenart von Peter, das Gesagte seines Gegenübers noch einmal zu wiederholen.

Die Charaktere blieben mir auch irgendwie fremd und wirkten beinahe kalt. Niemand – abgesehen vom alten Familienhund und den beiden Kindern vielleicht – war mir richtig sympathisch, so dass ich groß mitgefiebert hätte, was wohl passieren wird.

Die Story an sich baute sich langsam auf, wirkte zunächst auch recht durchschaubar. Latente Spannung ist vorhanden, aber durch den distanzierten Schreibstil blieb ich als Leser eher der unbeteiligte Beobachter.
Es folgten einige unvorhergesehene Wendungen, die mich zuerst noch etwas begeistern konnten, doch dann wurde es irgendwie zu viel des Guten und das Ende blieb mir zu offen.

Leider hatte ich mir von diesem Buch deutlich mehr erwartet, aber knappe 3 Sternchen kann man schon vergeben.

Fazit:
Der Schreibstil ließ mich irgendwie außen vor, alles wirkte ein bisschen bruchstückhaft und konnte mich nicht so richtig mitreißen.

Bewertung:
3pfoten

Hipsterfreie Zone von Tobias Kunow – Meine Rezension…

HIER geht´s zur Verlagsseite mit Leseprobe, weiteren Infos zum Buch – und einem prima Hipster-Foto des Autors! 🙂

Der Verlag jiffy stories ist ein junger Ableger des Residenz Verlags.
„jiffy stories“ steht für moderne, hippe, unterhaltsame Literatur in digitaler Form. Hier steht nicht der Ernst des Lebens im Vordergrund, sondern der Spaß am Lesen! Schaut doch mal rein und stöbert im Shop. Zum Reinschnuppern gibt es auch einige Gratis-eBooks!

Über den Autor:
Herr Kunow wuchs glücklich und behütet im Schatten bayerischer Berge auf. Nach dem Abitur entschied er sich nach seinen preußischen Wurzeln zu forschen und studierte in Potsdam Literatur, Geschichte und irgendwas mit Medien. Am Ende sogar mit Abschluss. In der Folgezeit beteiligt er sich an der Publikation historischer Quellen, ist Kinomiteigentümer, wird Vorsitzender eines Vereins der Völkerverständigung und publiziert einen Reiseführer zu Potsdam. Weil in seinem Leben viel passiert, muss es auch festgehalten werden. Deswegen schreibt Herr Kunow von Zeit zu Zeit. Erst Gedichte, später Emails, dann Beipackzettel und jetzt einen Serienroman. Heute lebt Herr Kunow im schönen Berliner Arbeiterbezirk Wedding und träumt von einem Weingut in Südfrankreich, Südafrika oder Südamerika. Falls es mit dem Wein am Ende nicht klappen sollte, bleibt Herr Kunow eben beim Bier.

Die Kurzbeschreibung:
Neukölln trifft auf Wedding. Das neue Zukunftsprojekt von Herrn Wernig und Frau Paul ist der Besuch des Yogakurses in Berlin Mitte, doch eines Tages verschwindet die Yoga-Lehrerin Vasaa. Was war geschehen? Ist die Weddinger Untergrund Fraktion an diesem mysteriösen Verschwinden beteiligt? Und was soll eine Hipsterfreie Zone sein?
Auf amüsante, ironische und spannende Weise verstricken sich zwei junge Berliner auf der Suche nach der richtigen Lebensform, ihrer Yogalehrerin und Antworten in immer neue Abenteuer und Kneipentouren.
Der Nord-Süd-Konflikt neu gedacht: ein ultimativer Lesespaß!

Die Geschichte:
Herr Wernig und Frau Paul (ja, das klingt jetzt vielleicht komisch, aber man kann sich auch nach Jahren noch so ansprechen, wenn man denn möchte) müssen hier nicht die Welt retten, aber einen kleinen Teil davon: nämlich Wedding!
„Wedding“ ist keinesfalls nur eine englische Hochzeit (obwohl auch diese eine Rolle spielt in diesem Buch, nur eher deutsch als englisch), sondern natürlich ein Stadtteil von Berlin. Und wer mehr darüber erfahren will, der ist hier genau richtig.
Herr Wernig wird Opfer einer rücksichtslosen Entführung und steht plötzlich vor einem weltbekannten Bösewicht der Filmgeschichte. Eingeschüchtert von dessen Drohungen hält er zunächst wenig davon, die ehrgeizigen Pläne zu vereiteln. Doch angestachelt von Frau Paul – und getarnt durch eine neue Frisur – kann eigentlich fast nichts mehr schief gehen und so heißt die Mission: Freiheit für Wedding!
Und so ganz nebenbei versuchen die beiden Powernapping-Praktizierer natürlich auch noch das Rätsel um die verschwundene Yoga-Lehrerin Vasaa zu lösen…

Meine Meinung:

Nach dieser Lektüre weiß ich praktisch alles, was man über „Wedding“ und vor allem über „Hipster“ nur wissen kann – und wahrscheinlich sogar Dinge, die diese Leute noch nicht einmal selbst über sich wissen. Schließlich war ich Zeuge ihrer Hauptversammlung…

In einem etwas ungewöhnlichen, irgendwie distanzierten Schreibstil erzählt Tobias Kunow eine skurrile Geschichte, die ich mit nichts vergleichen kann, das ich bisher gelesen habe.
Diese gefühlte Distanz entsteht wohl auch durch die Eigenart, die beiden Hauptprotagonisten als „Frau Paul“ und „Herrn Wernig“ zu bezeichnen – und sich gegenseitig auch meistens mit einem förmlichen „Sie“ anreden zu lassen, obwohl sie sich seit langer Zeit kennen.

Die eigentliche Krimihandlung wird immer wieder durchbrochen von lexikonartigen Passagen über die Hipsterszene und von reiseführertauglichen Infos über Berlin, insbesondere Wedding und angrenzende Bezirke.
Echte Spannung konnte ich beim Lesen zwar nicht verspüren, dazu war das Ganze einfach zu humorvoll und durch die Unterbrechungen aufgelockert. Aber trotzdem ist die Story durchaus fesselnd und sehr unterhaltsam.

Frau Paul und Herr Wernig sind sehr sympathische, ungewöhnliche Charaktere, die man schnell ins Herz schließt. Mit ihren ganz normalen Alltagssorgen wirken sie manchmal fast realistisch – aber nur „fast“, denn sonst wären sie in dieser Geschichte wohl fehl am Platz und würden auffallen wie ein Hipster in einem Café ohne WLAN!

Fazit:
Ein ungewöhnliches Buch, das sich mit nichts vergleichen lässt, was ich bisher gelesen habe. Die abenteuerliche Mischung aus Krimi, Lexikon und Stadtführer hat mich bestens unterhalten und mich oft zum Lachen gebracht!

Bewertung:
4pfoten

Übrigens: Die „Hipsterfreie Zone“ hat auch eine eigene Facebook-Fanseite!

Treibland von Till Raether – Meine Rezension…

Broschiert: 496 Seiten
Verlag: rororo (1. März 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 349926708X
ISBN-13: 978-3499267086
Auch als eBook erhältlich.

Über den Autor:
Till Raether, geboren 1969 in Koblenz, arbeitet als freier Journalist in Hamburg, unter anderem für Brigitte, Brigitte Woman und das SZ-Magazin. Er wuchs in Berlin auf, besuchte die Deutsche Journalistenschule in München, studierte Amerikanistik und Geschichte in Berlin und New Orleans und war stellvertretender Chefredakteur von Brigitte. Till Raether ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Mehr von ihm unter www.tillraether.de

Der Klappentext:
Im Hamburger Hafen läuft das Kreuzfahrtschiff «Große Freiheit» ein. An Bord: ein toter Passagier – verstorben an einem geheimnisvollen Virus. Bald herrscht Panik in der Stadt.
Kriminalkommissar Adam Danowski, der eigentlich am liebsten am Schreibtisch ermittelt, wird an den Schauplatz beordert. Er kommt einem Verbrechen auf die Spur, das noch unzählige Tote zu fordern droht. Doch das unter Quarantäne gestellte «Pestschiff» darf keiner verlassen, selbst Kommissare nicht, und Danowskis Gegner sorgen mit aller Macht dafür, dass dies so bleibt…

Die Geschichte:
Adam Danowski ist kein gewöhnlicher Polizist, denn er „leidet“ an Hypersensibilität, was bedeutet, dass sämtliche Sinneseindrücke auf ihn mit besonderer Intensität einprasseln. Doch seine sprichwörtliche „Spürnase“ erweist ihm beim Lösen dieses Falles auch oft unschätzbare Dienste.
Ein Kreuzfahrtschiff wird unter Quarantäne gestellt, da an Bord ein Toter entdeckt wurde, der durch einen mysteriösen Virus qualvoll sterben musste. Kommissar Danowski ist wenig begeistert, als er zur Untersuchung der Todesumstände auf das kontaminierte Schiff geschickt wird. Und als dann auch noch sein Schutzanzug beschädigt wird, wird er selbst zum Teil der glücklosen „Gefangenen“ an Bord.
Nach einer kurzen Phase der Resignation erwacht der Spürsinn in Danowski und er begibt sich auf eine gefährliche Spurensuche, die Unglaubliches zu Tage fördert – und ihn in tödliche Bedrängnis bringt…

Meine Meinung:

Das Buch hat mich bestens unterhalten. Till Raethers Schreibstil ist einerseits fesselnd und spannend, andererseits durch die frechen Dialoge und den fast permanenten ironischen Unterton so witzig, dass auch einige Lacher vorprogrammiert sind.
Seine Charaktere wirken lebendig und realistisch. Besonders Adam Danowski war mir schnell sympathisch, denn man erfährt sehr viel über ihn: über sein Familienleben, seinen Gesundheitszustand, seine Gedanken und Träume…

Einige Szenen verursachen beim Lesen fast spürbaren Schmerz, wenn man ein mitfühlender Mensch ist, aber größtenteils ist das Buch auch für zartere Gemüter geeignet und allzu ausführliche blutige Szenen bleiben aus.
Was dagegen für Nervenkitzel sorgt: man kann die bedrückende Stimmung an Bord sehr gut nachvollziehen, das Eingesperrt- und Ausgeliefertsein… wirklich gruselig und sehr anschaulich geschildert.

Die Story an sich ist super durchdacht und bietet alles, was man sich als anspruchsvoller Krimileser wünschen kann: unerwartete Wendungen, gut ausgearbeitete „Bösewichte“, falsche Spuren und ein schlüssiges Ende. Obendrein noch einige wissenschaftliche Fakten und Denkanstöße, die ich sehr interessant fand.

Fazit:
Ein spannender Krimi mit viel schwarzem Humor, der mich bestens unterhalten hat! Es wird ein weiteres Buch mit Danowski & Co. geben und ich freue mich schon sehr darauf!

Wertung:
5pfoten

Bei Daggis Buch-Challenge 2014 hake ich hiermit Punkt 44 ab.
Nachdem ich bei vorablesen die Leseprobe verschlungen und dann dummerweise kein Glück bei der Verlosung hatte, konnte ich es gar nicht erwarten, das Buch endlich in der Buchhandlung zu kaufen! 🙂

Blut will reden von Walter Kirn – Meine Rezension…

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (14. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3406667686
ISBN-13: 978-3406667688
Originaltitel: Blood will out. The true story of a murder, a mystery, and a masquerade

Weitere Infos zum Buch und eine Leseprobe findet ihr HIER.

Über den Autor:
Walter Kirn, geb. 1962, ist ein amerikanischer Schriftsteller, Literaturkritiker und Essayist. Sein Roman „Up in the Air“ wurde 2009 mit George Clooney verfilmt.

Die Kurzbeschreibung auf dem Umschlag:
Im Sommer 1998 begibt sich Walter Kirn, ein vielversprechender junger Romanautor, auf eine ungewöhnliche Reise: Er bringt einen behinderten Jagdhund von Montana nach Manhattan – in das Apartment von Clark Rockefeller, der den Hund via Internet adoptiert hat. So beginnt eine fünfzehn Jahre währende Beziehung, die Kirn immer tiefer hineinzieht in den Sog eines reichen Sonderlings, der sich am Ende als Serienbetrüger, Kidnapper und eiskalter Mörder erweist.
Denn Clark Rockefeller ist in Wahrheit weder ein Rockefeller noch ein Freund. Er ist Christian Gerhartsreiter, ein Psychopath, der seine ganze Umgebung, seine eigene Ehefrau und auch sich selbst in einem Netz aus Lügen gefangen hält. Während Kirn eine zweite Reise antritt in die Abgründe der menschlichen Seele, entdeckt er nicht nur einen Mann, den er kaum kannte – einen echten Mr. Ripley, der sich mit Mord und Maskerade seine eigene Realität erschaffen hat. Er entdeckt auch, wer auf der Liste seiner zukünftigen Opfer weit oben stand: Er selbst.

Meine Meinung:
Walter Kirn erzählt in einem angenehm zu lesenden, ruhigen Schreibstil über seine wahren Erlebnisse mit „Clark Rockefeller“. Ausführlich charakterisiert er den Mann, der ihn jahrelang mit seinen Lügen blenden konnte.

„Der Mann war eine Zecke. Er kroch einem ins Haar, bohrte sich in die Kopfhaut und nährte sich von anderer Leute Leben.“
Zitat Seite 205

Zunächst schildert er das erste Kennenlernen, es folgt schließlich die Mordverhandlung gegen „Clark“ und danach analysiert Walter Kirn die Vergangenheit mittels Rückblenden und Gesprächen mit Zeugen und Menschen, die ebenfalls auf den Hochstapler hereingefallen sind. Selbstkritisch nimmt der Autor hier auch sein eigenes Leben unter die Lupe, um zu ergründen, wie es überhaupt zu dieser langjährigen Beziehung kommen konnte.
Schauplätze und Nebendarsteller der Handlung wirken dabei ebenso lebendig wie der Hauptprotagonist.

Die Kurzbeschreibung, der Titel und das Cover, das sehr blutig daherkommt, ließen mich mit hohen Erwartungen zu diesem Tatsachenroman greifen. Tatsächlich fand ich leider nicht so viel Spannung wie erhofft, dafür aber eine ausführlich erzählte, durchaus fesselnde Geschichte über das menschliche Miteinander.
Walter Kirn beschreibt eindrucksvoll, durch welche Mechanismen unser gesunder Menschenverstand außer Kraft gesetzt wird und wie wir viel zu oft bereitwillig Lügen akzeptieren, die uns im Nachhinein so durchschaubar erscheinen.
Man fragt sich unweigerlich, ob man selbst an Walters Stelle auch so gutgläubig gewesen wäre – oder ob man gar im eigenen Bekannten- oder Freundeskreis eine ähnliche Phantasiegestalt beherbergt wie Christian alias „Clark“.

Fazit / Wertung:
Eine fesselnde Geschichte über die ungewöhnliche „Freundschaft“ zweier Männer, über das Wesen der Lüge und einen dreisten Mord, bei dem leider viele Fragen offen bleiben.
4 von 5 Sternen

Im Dienst der Gräfin von Tereza Vanek – Meine Rezension…

Broschiert: 420 Seiten
Verlag: Drachenmond-Verlag (26. Mai 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 393198981X
ISBN-13: 978-3931989811
Auch als eBook erhältlich.

Die Autorin stellt sich vor: (Quelle: Amazon.de)
Ich bin gebürtige Tschechin, in München aufgewachsen und seit 2007 veröffentlichte Autorin. Den Traum vom Schreiben hatte ich schon mit 14, doch musste sehr viel Zeit vergehen, bis er wahr wurde.
Vorher ging ich brav zur Schule, studierte Sprachen, lebte einige Zeit im Ausland und schlug mich mehr oder weniger begeistert mit den verschiedensten Jobs durchs Leben. Doch der Drang zu schreiben ließ mich nicht los, so dass ich mich schließlich doch ernsthaft ans Werk machte – und dann viel schneller einen Verlag fand als angenommen.
Mein besonderes Interesse beim Schreiben gilt historischen Ereignissen, ungewöhnlichen Frauengestalten und der Begegnung von Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen.
Ansonsten wohne ich wieder in München mit Mann, Stieftochter, vier Katzen und fünf Papageien.

Der Klappentext:
1606: Durch eine Seuche zur Waise geworden, gelangt die 17-jährige Emilia in die Dienste der Gräfin Elisabeth Bathory, der mächtigsten Frau Ungarns.
Emilia ist glücklich über die Möglichkeit ihrer Berufung zur Gewandschneiderin folgen zu können, doch schon bald überschatten Todesfälle und Misshandlungen das Leben am Hof.
Obwohl Emilia in der Gunst der Gräfin steht, die ihre Fähigkeiten schätzt und ihr vertraut, erkennt sie eine dunkle Seite an ihrer neuen Dienstherrin.
Als sie sich in Istvan verliebt, der ebenfalls schicksalshaft mit Elisabeth verbunden ist, spitzen sich die Ereignisse dramatisch zu und Emilia gerät in einen lebensgefährlichen Strudel aus seelischen Abgründen und politischen Ränkespielen.

Die Geschichte:
Emilia ist vom Leben nicht gerade begünstigt: sie hat ihre gesamte Familie und ihren Verlobten verloren und lebt seither bei ihrem Onkel, dessen Frau sie nicht besonders gut leiden kann.
So kommt es, dass sie eines Tages in die Obhut eines befreundeten fahrenden Händlers gegeben wird und schließlich auf einem Markt die Sängerin Ilona Hertz kennenlernt. Die Adelige kauft Emilia einige Kleider ab, die diese vorher dank ihrer handwerklichen Fähigkeiten aufgearbeitet hat.
Emilia, deren Vater ein angesehener Schneidermeister war, erhält kurz darauf das verlockende Angebot, für die berühmte Gräfin Elisabeth Bathory zu arbeiten. Sie wagt den Schritt in ein neues Leben und reist mit der Gräfin nach Ungarn.
Anfangs ignoriert Emilia die Anzeichen und Gerüchte über Misshandlungen und sogar Ermordungen von ungehorsamen Dienstmägden, doch bald kann sie die Beweise nicht mehr übersehen. Da sie selbst jedoch bei der Gräfin großes Ansehen genießt und auch deren gute Eigenschaften kennenlernen darf, zweifelt sie zunächst an den Vorwürfen gegen ihre Dienstherrin.
Als Istvan in Emilias Leben tritt, verändert sich allerdings alles und sie geht ein großes Risiko ein, das die beiden ihr Leben kosten könnte…

Meine Meinung:
Tereza Vanek schafft durch ihren wundervollen Schreibstil ein so atmosphärisch dichtes Szenario, dass man sich der Geschichte gar nicht mehr entziehen kann.
Ihre Charaktere sind so realistisch, lebendig und vielschichtig, dass man unweigerlich mit ihnen mitfiebert und gerne an ihren Erlebnissen teilhat.
Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen oft, sowohl in den Geschehnissen als auch bei den Protagonisten.

Emilia ist eine sympathische Protagonistin, die sich durch eine bewundernswerte Stärke und Beharrlichkeit auszeichnet. Manchmal reagiert sie fast etwas naiv, aber das entspringt meist ihrem Glauben an das Gute im Menschen. Leider ist sie damit auch vor Enttäuschungen nicht sicher und so dürfen wir mit ihr viele spannende, aber auch emotionale Abenteuer erleben.

Praktisch von der ersten Seite an war ich von diesem Buch gefesselt, es liest sich wirklich fast wie von selbst und so war ich auch in zwei Tagen damit fertig.
Es ist ein stetes Auf und Ab für Emilia, an dem man als Leser teilhaben darf und oft ist die Spannung beinahe greifbar.
Natürlich darf aber auch eine Romanze nicht fehlen, doch diese ist niemals kitschig, sondern zunächst auch eher von ständiger Furcht überschattet.
Das Ende fand ich sehr gelungen und ein kleiner Ausblick in die Zukunft lässt uns nicht im Ungewissen über den Verbleib der wichtigsten Personen.

Im Anhang findet man ein ausführliches Personenverzeichnis und die historischen Fakten, die die Autorin zu diesem Buch inspiriert haben. Die Gräfin Bathory und die meisten Charaktere in diesem Buch haben wirklich gelebt und viele der Geschehnisse in diesem Buch basieren ebenfalls auf wahren Überlieferungen. Doch der Großteil ist natürlich der Fantasie von Tereza Vanek entsprungen.
Sie hat mit diesem Roman eine wundervolle, spannende Geschichte über Schuld und Unschuld geschaffen. Angesichts der so vielschichtig und realistisch ausgearbeiteten Charaktere fällt es manchmal schwer, eine klare Grenze zwischen Gut und Böse zu ziehen.
Sehr gut gelungen ist auch die Darstellung der damaligen Lebensweise und vor allem das Leben von Frauen niederen Standes. Man mag sich kaum vorstellen, was diese alles ertragen mussten – und das nicht nur in Kriegszeiten, sondern im normalen Alltag.

Fazit:
Unterhaltsam, spannend, mit vielen historischen Fakten und unglaublich lebendigen Charakteren entführt uns dieses Buch in eine längst vergangene Zeit. Der Schreibstil schafft eine realistische Atmosphäre, der man sich nur schwer wieder entziehen kann.

Wertung:
5 von 5 Sterne

Himmelfahrt von Richard Dübell – Meine Rezension…

Taschenbuch: 384 Seiten
Verlag: Ullstein Taschenbuch (11. Juli 2014)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3548284876
ISBN-13: 978-3548284873


Der Autor stellt sich vor: (Quelle: Amazon.de)

Hallo (oder Grüß Gott, wenn Sie von südlich der Donau stammen)!

Mein Name ist Richard Dübell, und wie Sie schon aus meiner Begrüßung erahnt haben, stamme ich selbst aus den Gefilden südlich der Donau – genauer gesagt aus Niederbayern.

Mein Erstveröffentlichungstermin war im Jahr 1962, zunächst noch unter dem Titel „Wie halte ich meine Eltern möglichst lange durch anhaltendes Gebrüll wach?“ Spätere Auflagen erschienen unter weiterführenden Titeln. „Wieso ist auf meiner Schultüte Schneewittchen, wenn die all die anderen Jungs Rennautos drauf haben?“ sei erwähnt (in dieser Version ein Kurzdrama), oder auch „Ihr Junge hat keine Ahnung von Mathe!“ (ein Theaterstück für zwei Eltern und einen Lehrer). Einer der wichtigsten Titel aus der Spätzeit dieser damaligen Periode lautete jedoch: „Herzlichen Glückwunsch zum ersten Preis bei unserem Kurzgeschichtenwettbewerb!“ Er leitete die Eroberung eines völlig neuen Genres ein – das Leben als Autor.

Dieses Leben (und lassen Sie sich gesagt sein, es ist ein sehr schönes!) führe ich seit 1997 mit der Veröffentlichung meines ersten historischen Romans, eines mittelalterlichen Detektivkrimis: DER TUCHHÄNDLER. Er und alle meine anderen Mittelalterkrimis stehen in der Tradition der sogenannten „Schwarzen Serie“, d.h. der Ermittler ist ein Mensch, der sich bei der Lösung des Falls persönlich in ihn verwickelt und aufgrund seiner festen Moralvorstellungen nur schwer mit seinen flexibleren Zeitgenossen zurechtkommt.

Mittlerweile habe ich vierzehn historische Romane geschrieben, die in insgesamt ebensoviele Sprachen auf der ganzen Welt übersetzt worden sind. Meine Geschichten – egal ob Krimis oder Abenteuerromane – orientieren sich sehr stark am filmischen Erzählen; die Story ist rasant und getrieben von der Wechselwirkung zwischen Handlung und Charakter. Was den historischen Aspekt angeht, recherchiere ich sehr eingehend und stets vor Ort, was sich mit meiner nebenberuflichen Leidenschaft, dem Reisen, gut vereinbaren lässt.

Meinen Platz hinter der Tastatur verlasse ich daneben auch sehr gerne für Lesungen und Schreibworkshops, die mich z.T. durch ganz Europa führen. Leider hat noch niemand einen wirklichen guten Begriff gefunden, mit dem man „Lesung“ ersetzen könnte, denn tatsächlich versuche ich viel mehr als nur eine Autorenlesung anzubieten. Ich nehme meine Gäste mit Musik-, Geräusch- und Videoinstallationen mit in die Welt meiner Geschichten, und natürlich trete ich in einem authentisch nachgeschneiderten Kostüm auf. Da meine Romane in allen Epochen zwischen dem 12. und dem 17. Jahrhundert spielen, können Sie sich vorstellen, wie viele Kostüme mittlerweile in meinem Schrank hängen.

Es gibt Menschen, die behaupten, sie hätten mich auch schon außerhalb meiner Auftritte historisch gewandet durch die Stadt laufen sehen. Sie haben recht – mehrmals im Jahr biete ich in meiner Heimatstadt Landshut historische Fackelführungen für Erwachsene und Kinder an. Wer mich kennt, weiß, dass es dabei nur am Rand um trockene historische Zahlen geht: die vielen Anekdoten, Legenden und Stories rund um Landshut und seine achthundertjährige Geschichte sind viel spannender als blanke Daten.

Zwei Fortsetzungen gibt es mittlerweile auch von mir; sie laufen unter den Titeln „Sohn Nr. 1“ und „Sohn Nr. 2“ und machen den Herrn Papa sehr stolz. Meine Heimatstadt Landshut hat mir außerdem vor einigen Jahren als erstem Autor den Kulturpreis verliehen und die Jubiläumsfolge der „Landshuter Literaturtage“ gewidmet.

Wenn Sie mich besuchen wollen – meine Bücher und mich finden Sie auch hier: www.duebell.de.

Bis bald!


Über die Reihe:
Hauptkommissar Peter Bernward und seine Kollegin Flora Sander ermitteln bereits zum zweiten Mal, das erste Buch trägt den Titel „Allerheiligen“:

 


 

Der Klappentext:
Kruzifix! Hauptkommissar Peter Bernward hat schlechte Laune: Ganz Landshut steht unter Wasser, und die Polizei ist im Dauereinsatz. Noch schlimmer ist aber, dass seine attraktive Kollegin Flora ihn mal wieder abserviert hat. Als dann auch noch die Leiche eines bekannten Bauunternehmers auftaucht, ist die Stimmung auf ihrem Tiefpunkt. Der Polizeichef greift durch und übergibt Flora den Fall. Aber das lässt ein Peter Bernward natürlich nicht auf sich sitzen. Er ermittelt auf eigene Faust und stößt auf einen alten Skandal, den so mancher Landshuter lieber vergessen hätte…

Die Geschichte:
Ein furchtbares Hochwasser hat die ganze Stadt Landshut fest im Griff: fast alle Einwohner sind damit beschäftigt, ihre Habe zu sichern oder anderen dabei zu helfen. Inmitten dieses Chaos werden Peter Bernward und seine Kollegin Flora Sander zu einem Tatort gerufen: ein Mann wurde brutal ermordet.
Da Peter und Flora nicht nur Kollegen, sondern seit kurzer Zeit auch noch ein Ex-Pärchen sind, sind Spannungen vorprogrammiert. Damit diese Unstimmigkeiten nicht die Ermittlungen gefährden, werden Peter und Flora erstmals nicht gemeinsam eingesetzt: Flora soll den Fall lösen und Peter soll Schreibtischarbeit erledigen. Lange hält es ihn aber nicht im Büro, dann verfolgt er seine eigene Spur, die ihn irgendwann zu einem 10 Jahre zurückliegenden Finanzskandal führt. Halb Landshut scheint damals Geld durch einen windigen Finanzberater verloren zu haben – und einer von ihnen scheint sich nun dafür rächen zu wollen.
Peter kommt der Lösung des Rätsels gefährlich nahe und bald steht ihm buchstäblich das Wasser bis zum Hals…

Meine Meinung:
Ohne das Vorgängerbuch „Allerheiligen“ zu kennen, konnte ich mich gleich sehr gut mit Peter, Flora und den anderen teils recht liebenswürdigen Charakteren anfreunden. Sie wirken realistisch und die Dialoge zwischen ihnen sehr lebensecht.
Viel Wert legt der Autor auch auf eine ausführliche Beschreibung der Schauplätze, so dass man als Ortskundiger sicher vieles wiedererkennt. Man kann sich alles richtig gut vorstellen.
Die Story beginnt ja gleich recht spektakulär mit einem Mord und der Spannungsbogen bleibt auch über weite Teile recht konstant. Langeweile wird man bei diesem Buch jedenfalls an keiner Stelle empfinden. Kurze Kapitel mit vielen Cliffhangern und schnellen Szenewechseln sorgen zusätzlich für ein hohes Tempo.
Actionreiche Szenerien, überraschende Wendungen und die gut geschilderte Gefühlswelt der Protagonisten machen das Buch zu einem echten Pageturner, den man nicht mehr aus der Hand legen will.
Ich habe das Buch praktisch in einem Rutsch durchgelesen und war sehr begeistert! Besonders die stellenweise von Ironie und etwas schwarzem Humor geprägten Dialoge haben es mir angetan.
„Allerheiligen“ werde ich auf jeden Fall auch noch lesen und freue mich schon auf einen nächsten Krimi mit Peter und Flora – dann hoffentlich wieder als versöhntes Pärchen! 🙂

Fazit / Bewertung:
Ein spannender, gut durchdachter Krimi mit sympathischen Charakteren, der richtigen Portion Humor und viel Lokalkolorit!

5 von 5 Sterne